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Kartoffeln: weniger und kleiner

Wo: Weg nach Schwerstedt, 99439 Heichelheim auf Karte anzeigen
Kartoffelexperte Dietmar Barthel  befürchtet in diesem Jahr Ernte­einbußen und damit steigende Preise.
Kartoffelexperte Dietmar Barthel befürchtet in diesem Jahr Ernte­einbußen und damit steigende Preise.
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Bis in die Küche hinein wirken sich die diesjährigen Wetterkapriolen aus. Vor allem, wenn es um die beliebte „Runde Knolle“, die Kartoffel geht. Die hatte in diesem Jahr ziemlich zu kämpfen: erst mit dem langen Winter, dann mit viel Regen und zum Schluss mit zu viel Sonne. Das ging ans Kraut. Und wenn das einmal abstirbt, ist Schluss mit Wachsen und Gedeihen. „Es wird viele kleine Kartoffeln geben“, schätzt Dietmar Barthel deshalb ein. Er ist 1. Vorsitzender des Fördervereins „Heichelheimer Kartoffel” und zugleich Geschäftsführer von „Karland“, einem hiesigen Unternehmen, das Kartoffeln und Zwiebeln regionaler Landwirte vermarktet.

Die Kartoffeln, so Barthel, hätten auf den Überlebensmodus geschaltet. Für Wachstum blieb keine Kraft. „Es ging für die Pflanzen ums nackte Überleben.“ Die Folge: Die Kartoffel bildet weniger Knollen und diese stagnieren auch noch in ihrer Größe. Hausfrauen oder –männer müssen als vermehrt zum Schäler greifen und die Zutaten für das eine oder andere Rezept noch einmal mal neu berechnen.

Von bis zu 50 Prozent Ernteausfällen sprechen auch die Experten der unabhängige Online-Fachzeitschrift „Fruchtportal.de“. Das wird Auswirkungen auf die Verbraucherpreise haben. Derzeit liegen diese für deutsche Kartoffeln 20 bis 30 Prozent über den Durchschnittswert der letzten Jahre. Daran wird sich wohl auch im Herbst mit der neuen Ernte nicht viel ändern, glaubt Barthel.  Zumal die Kartoffel nicht allein mit dem Wetter zu kämpfen hat, sondern ebenso mit Umstellungen in der Landwirtschaft. Viele Bauern verdienen ihr Geld lieber mit Getreide oder Mais. Auch das „Futter“ für die Biogasanlagen wächst oftmals auf alten Kartoffelfeldern. Weniger Anbauflächen und eine schlechte Ernte verknappen das Angebot, treiben die Preise nach oben. Zumal auch die Importeure aus Ägypten und anderen Ländern derzeit nicht im gewohnten Umfang liefern können.

Umso mehr kommt es nach Barthels Meinung darauf an, die Ernte mit Sorgfalt anzugehen. Der richtige Zeitpunkt beim Roden und die optimale Lagerung seien dieses Jahr besonders wichtig. Angst, dass die Kartoffeln knapp werden, muss trotzdem niemand haben. Barthel erläutert: „Es wird ausreichend geben, aber eben kein Überangebot.“

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