Stephanie Brill kümmert sich um anderer Leute Dreck, ganz nebenbei, beim Spazierengehen
Kling, klang, die Straße entlang

Stephanie Brill sorgt beim Spazierengehen ganz nebenbei für saubere Wege.
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  • Stephanie Brill sorgt beim Spazierengehen ganz nebenbei für saubere Wege.
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Es ist ganz einfach: jeder sucht sich sein eigenes kleines Stückchen (Um-) Welt, das er/sie ein wenig besser machen kann, und legt direkt los.
So hat es sich Stephanie Brill, Sängerin aus der Nähe von Weimar, gedacht und fing an, auf ihre Spaziergänge einen Müllsack, ein paar Handschuhe und einen Greifer mitzunehmen. Was sie dabei auf ihren Streifzügen am Wald- und Straßenrand zwischen Buchenwald und Hottelstedt so im Gebüsch fand, könnte Stoff für einen Kriminalroman, zumindest aber ein Lehrstück über das menschliche Wesen sein. Unmengen an Flaschen, leeren Zigarettenschachteln oder auch Plastikverpackungen jeglicher Art hatte sie am Schluss ihrer „Spaziergänge“ im Sack. Doch auch Skurriles fand sich: eine CD von einer der beliebtesten deutschen Schlagersängerinnen beispielsweise, ein Handy oder auch ein positiver Schwangerschaftstest.
Niicht genug jedoch, dass die Menschheit ihren Müll nur zu gern mal eben aus dem Autofenster wirft, Stephanie Brill fand abseits der Straße auch Plätze, zu denen die „Entsorger“ extra mit einem Fahrzeug gefahren sein mussten, um ihren Abfall loszuwerden. Ganze Säcke voller Unrat lagen dort, selbst eine ausrangierte Kloschüssel und eine Duschtasse waren im Dickicht versteckt. „Die kleineren Sachen sammle ich ein, stelle sie mir in einem Müllsack am Straßenrand hin und hole sie dann mit dem Auto ab. Das Gesammelte entsorge ich dann Stück für Stück im Hausmüll oder dem Gelben Sack, ein paar Pfandflaschen sind auch immer dabei. Um Größeres haben sich die Gemeindemitarbeiter auf mein Bitten hin gekümmert“, erklärt Stephanie Brill, die sich selber nicht als grüne Ökokämpferin sieht. „Es reicht der gesunde Menschenverstand, um zu erkennen, dass sich Vieles in unserer Umwelt negativ entwickelt. Und jeder kann, nach seinen eigenen Möglichkeiten, etwas dagegen tun.“ Und so ist sie auch regelmäßig mit dem Fahrrad statt dem Auto unterwegs, lässt beim Rasenmähen für die Insekten Blühinseln stehen, kauft Obst und Gemüse unverpackt ein. „Alles kleine Schritte, die sich addieren."

Stephanie Brill sorgt beim Spazierengehen ganz nebenbei für saubere Wege.
Die „Ausbeute“ eines kurzen Spaziergangs unterhalb des Ettersberges: Flaschen und Zigarettenschachteln, einfach aus dem Autofenster entsorgt.
Autor:

Dirk Sprungala aus Weimar

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