Tiefengrubener Familienunternehmen im Wandel
Mostköppe gibt’s hier nicht

Anja und Udo Pfotenhauer in ihrem Hofladen
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  • Anja und Udo Pfotenhauer in ihrem Hofladen
  • Foto: Stefanie Lachmann
  • hochgeladen von Stephanie Brill

Der gemeine Mostkopp, ein etwas sturer, einfach gestrickter Zeitgenosse, war es nicht, der der Mosterei in Tiefengruben ihren Namen verlieh. Eher der Saft des Boskop oder der, eines seiner vielen Verwandten. Jene Apfelsorten, die früher zu Hauf in die Firma von Udo Pfotenhauer gebracht und dort zu Saft verarbeitet wurden. Auch heute noch nimmt der Familienbetrieb jährlich Tonnen von Obst an, nicht nur Äpfel. Vergütet wird sozusagen in Naturalien: wer liefert bekommt eine Art Konto und kann dann entsprechende Mengen Saft mitnehmen, (un-) gleich der Art der selbst gebrachten Früchte. Im kleinen Hofladen kann man allerdings auch Regionales und Eigenproduziertes erstehen, ohne selbst angeliefert zu haben.
Anfang des Jahres übernahm Tochter Anja den Familienbetrieb, ist mit ihrer Familie extra dafür wieder auf den elterlichen Hof gezogen. Schon vorher brachte sie regelmäßig neue Ideen ein, half tatkräftig im Betrieb des Vaters mit.
Die Angebotspalette des Ladens wurde um Produkte aus der Nachbarschaft ergänzt. Schafskäse und (Wild-)Knackwurst aus der Region oder Wachteleier aus eigener Produktion sind da nur Beispiele.
Mit der „Obstweinschänke“ hat die Mosterei seit Kurzem eine eigene Besenwirtschaft, in der die Produkte direkt beim Erzeuger verkostet werden können. Hier entstand gleichzeitig ein Ort zum Verweilen und Auftanken für Wanderer oder Radfahrer.
Auf der Wiese hinterm Hof stehen noch Obstbäume, die heutzutage kaum mehr zu finden sind, denn Udo Pfotenhauer hat es sich zur Aufgabe gemacht, alte Obstsorten zu erhalten. Vor allem Äpfel haben es ihm angetan: neben den bekannteren Sorten „Gravensteiner“ und „Danziger Kant“, wachsen im Obstschaugarten der Mosterei auch besonders alte, kaum noch zu findende Sorten: „Minister Hammerstein“, „Krügers Dickstiel“, „Oehringer Blutstreifling“ oder „Klapperapfel“ sind nur einige davon.
Im Sommer 2019 gibt es dann in Tiefengruben ein besonderes Highlight: Übernachten auf der Streuobstwiese. In einem würfelförmigen Zelt, das rundum mit Fenstern versehen ist und auch den Blick auf den Nachthimmel freigibt, sollte es dann so richtig romantisch werden.
Alle Infos auch unter www.mosterei-badberka.de.

Autor:

Stephanie Brill aus Weimar

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