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Ansiedlung eines Zebras in Weimar. Oder: Wie sich die Künstlerin Marlene Schnabel-Marquardt dafür einsetzt, dass die Asbachstraße in Weimar einen Zebrastreifen erhält

Wo: Atelier Marlene Schnabel-Marquardt, Asbachstraße 10A, 99423 Weimar auf Karte anzeigen
Wie soll man in der Weimarer Asbachstraße zur Hauptverkehrszeit auf die andere Straßenseite kommen?
Wie soll man in der Weimarer Asbachstraße zur Hauptverkehrszeit auf die andere Straßenseite kommen?
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Die Kreide wäre schnell aufgebraucht, wenn es für jedes vorbei fahrende Auto einen Strich gäbe. Die Striche haben eine andere Bedeutung. Marlene Schnabel-Marquardt macht jedes Mal einen Strich, wenn sie es geschafft hat, über die Straße zu kommen. Da hat sie nicht viel zu tun. Es vergehen Minuten, bis sie eine Lücke zwischen den Autos erwischt. Kaum zu glauben. Es handelt sich um eine ganz normale Straße in der Innenstadt von Weimar, nicht mal um eine Bundesstraße. Aber dafür auf 30 Stundenkilometer begrenzt. „Nur leider halten sich zu wenig daran“, ergänzt die Mutter von vier Kindern. Mit der „ganzen Meute“ zur Hauptverkehrszeit über die Asbachstraße, Ecke Bertuchstraße, zu kommen, ist fast ein Unding. Für Erwachsene einfach nur nervig, ist die Straßenüberquerung für Kinder und Senioren bereits lebensgefährlich. Erst jüngst ist hier ein Hund überfahren worden. Dem Kind, das mit ihm unterwegs war, ist zum Glück nichts passiert.

Marlene Schnabel-Marquardt hat den Antrag an die Stadtverwaltung gestellt, hier eine Fußgängerampel beziehungsweise einen Zebrastreifen einzurichten. In ihrer reflektierenden Rolle als Künstlerin hat sie zudem die Kunstaktion „Zebra“ ins Leben gerufen. Einen kompletten Monat lang macht die Weimarerin täglich von 16 bis 17 Uhr auf ihre Aktion aufmerksam und sensibilisiert die Anwohner des Quartiers. Täglich eine Stunde wechselt sie an besagter Stelle die Fahrbahn. Oder besser gesagt: Sie wartet auf dem Gehweg, die Straßenseite wechseln zu können. Was im Alltag nicht sonderlich schön ist, kommt ihr bei dieser Aktion zugute. Es bleibt genügend Zeit, mit Passanten ins Gespräch zu kommen, die sich dann auch an der Unterschriftenaktion beteiligen. Zudem erstellt die Künstlerin eine Dokumentation, wie oft das Passieren der Straße möglich war. Und damit sie nicht zu schnell über die Straße kommt, hat sie sich mit einem kleinen Handwagen selbst verlangsamt. Noch bis 25. November läuft die Aktion „Zebra“.

Seitens der Stadtverwaltung wurde ihr bereits signalisiert, dass man sich ihrem Anliegen angenommen hat und die Umsetzbarkeit prüfe.

Mehr über die Künstlerin ist hier zu erfahren:

http://www.meinanzeiger.de/weimar/themen/marlene-schnabel-marquardt.html

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