3. Landespflegekonferenz des Landespflegerates Thüringen e.V. in Weimar
Die richtigen Antworten auf den Pflegebedarf finden

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  • Foto: Neanderklinik Harzwald GmbH
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Die 3. Landespflegekonferenz des Landespflegerates Thüringen e.V. hat am 27. Juni 2019 in Weimar stattgefunden und befasste sich vor allem mit dem Pflegeberufereformgesetz und dem Thema Recht.
Damit wurde auch ein ganz heißes Eisen angefasst: „die manchmal notwendige Zwangsbehandlung von Pflegepersonen“.

Martina Röder
, Vorsitzende des Landespflegerates Thüringen e.V., Vorsitzende des Deutschen Pflegeverbandes e.V. und Geschäftsführerin der Neanderklinik Harzwald GmbH moderierte die Diskussionen des Thementages: „ Wir wollten zunächst für unsere Thüringer Teilnehmer aus Pflegeberufen die rechtlichen Rahmenbedingungen ausloten. Dazu hatten wir eigens Rechtsanwalt Hubert Klein aus Köln eingeladen, um über die Besonderheiten der Zwangsbehandlung z.B. Arztbehandlung, Pflegehandlungen und Ernährung als mögliche Körperverletzung zu informieren. Ein weiteres Thema war auch Erlaubnis durch Einwilligung von Patienten und Angehörigen zu notwendigen medizinischen und pflegerischen Handlungen. Im Blickpunkt stand weiterhin: Betreuer und Bevollmächtigten-Einwilligung und die schwierige Frage, was ist, wenn es keine Angehörigeneinwilligung gibt. Außerdem wurden die Pflichten zum Handeln und die Haftung bei Unterlassungen besprochen. Das sind ja alles wichtige Fragen, denn wir wollen Menschen helfen und sie bestmöglich pflegen und dazu braucht es Rahmenbedingungen. Wollen Mitarbeitern in Pflegeberufen möglichst viele Hilfestellungen geben, damit sie den zu Pflegenden in ihrer jeweiligen Situation auch gerecht werden können. Da gibt es oft schwierige Situationen, die eben nicht nur theoretisch sind, denn es geht ja immer um konkrete Menschen, denen wir bestmöglich helfen wollen. Darum sind auch Fallgruppen, Grenzen, Möglichkeiten, Pflichten unter verschiedenen Aspekten beschrieben und diskutiert worden.“

Der Landespflegerat Thüringen e.V. will Maßstäbe für eine qualitätsorientierte pflegerische Versorgung aller Menschen in Thüringen entwickeln. Im Landespflegerat haben sich darum verschiedene Pflege- und Berufsverbände aus Thüringen, die auch im Deutschen Pflegerat e.V. organisiert sind, zusammengeschlossen. Die Interessen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Pflegeberufen und dem Hebammenwesen sollen vertreten werden.

Martina Röder: „Wir sind Rolf Höfert, dem Präsidiumsmitglied des Deutschen Pflegerates e.V. und Geschäftsführer des Deutschen Pflegeverbandes, dankbar für die aufmunternden Grußworte des Deutschen Pflegerates e.V., die er uns überbrachte. Wir profitieren auch in Thüringen von den schon gewonnenen Standards zugunsten aller Pflegebedürftigen.“

Ein weiteres großes Thema bei dieser 3. Landespflegekonferenz in Weimar war das Pflegeberufereformgesetz und die daraus folgenden Neuerungen. Darüber sprach Reinhard Dummler, Vorstandsmitglied des BLGS und Geschäftsführer sowie Schulleiter der Katholischen Schule für Pflegeberufe Essen gGmbH. Reinhard Dummler informierte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über das Pflegeberufereformgesetz, das ab dem 1. Januar 2020 das Altenpflegegesetz und das Krankenpflegegesetz ablösen wird. Das Pflegeberufereformgesetz zielt darauf ab, die Ausbildung zur Pflegefachkraft zu modernisieren, attraktiver zu gestalten und das Berufsbild der Pflege insgesamt aufzuwerten.

Martina Röder: „Wir brauchen in Zukunft mehr qualifizierte Pflegekräfte als positive Antwort auf den demografischen Wandel. Viele reden nur darüber, wir wollen die praktischen Antworten geben. Hinter jedem Pflegefall stehen ja ein Mensch und seine Angehörigen, die zu Recht eine gute Pflege erwarten und dafür setzen wir uns ein. Eine gute Pflege setzt gut ausgebildetes Pflegepersonal voraus. Der Kern des Pflegeberufereformgesetzes ist die Einführung einer dreijährigen, generalistischen beruflichen Ausbildung mit dem Abschluss "Pflegefachfrau"/"Pflegefachmann".

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der 3. Landespflegekonferenz des Landespflegerates Thüringen e.V. in Weimar konnten sich aktuell über die inhaltliche Neu-Gestaltung und die Stolpersteine in der Umsetzung eines generalistischen Curriculums sowie Neuerungen zur beruflichen Ausbildung informieren.

Eine bundespolitische Sichtweise steuerte Sebastian Gröbe bei, der als Berater des Beratungsteams Pflegeausbildung des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) zum Pflegeberufereformgesetz und zum aktuellen Stand aus Sicht der Politik informierte.

Insgesamt erhielten die anwesenden Leiter von Pflegeeinrichtungen sowie die Vertreter verschiedener Trägerschaften hervorragende Informationen für die Umsetzung der zukünftigen Ausbildungssituation im Land Thüringen. Anschließend entwickelte sich eine angeregte Diskussion zum Pflegeberufereformgesetz zwischen den Teilnehmern und den Referenten.

Abschließend fasste Martina Röder zusammen: „Wir haben auch die neuen Urteile zu Gesetzesänderungen und die zu achtende Praxisumsetzung vorgestellt und aufmerksam besprochen. Zu dieser sehr grundlegenden und praxisnahen Thematik diskutierten alle teilnehmenden Kolleginnen und Kollegen und tauschten wichtige Erfahrungen aus dem beruflichen Alltag aus. Ich freue mich über diese rege Beteiligung und empfinde es als Bestätigung unseres Thüringer Verbandes, des Landespflegerates Thüringen e.V. Dieser Tag hat anschaulich gezeigt, dass wir gemeinsam auf einem guten Weg sind und die Herausforderungen der Pflege-Zukunft in Thüringen auch gemeinsam bewältigen können. Wir werden natürlich auch weiterhin solche Landespflegekonferenzen veranstalten, denn es zeigt sich, dass wir damit auf alle wichtigen Fragen gut reagieren können. Die Resonanz der Teilnehmer bestätigt dies auch immer wieder.“

Man darf also gespannt sein auf die nächste Landespflegekonferenz, die sicher bald wieder stattfinden wird, um Pflege in Thüringen zukunftsträchtig gestalten zu können.

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