Eine Moschee mitten in Weimar

Ossama Hegazy ist stellvertretender Vorsitzender des Vereins „Haus des Orients“. Die Moschee des Vereins befindet sich mitten in Weimar.
  • Ossama Hegazy ist stellvertretender Vorsitzender des Vereins „Haus des Orients“. Die Moschee des Vereins befindet sich mitten in Weimar.
  • hochgeladen von Simone Schulter

Wer in Weimar eine Moschee sucht, wird bei der Internetrecherche in die Abraham-Lincoln-Straße verwiesen. Ein Ortskundiger wundert sich da nicht wenig. Mehrfamilienhäuser bestimmen das Straßenbild. Aber eine Moschee? Hier gleicht nichts den Bildern, die man aus dem Türkeiurlaub im Kopf hat. Hausnummer 21 a hat vier Klingelschilder und fünf Briefkästen. Die Haustür ist verschlossen. „In die Moschee geht es über den Hof“, erklärt Ossama Hegazy. Sie ist nicht leicht zu finden und ist genau genommen ein Keller mit Eingangsbereich, Waschraum und Toilette sowie zwei Gebetsräumen für Männer und Frauen getrennt. Im Vorraum steht ein Schuhregal, denn der Gebetsraum wird barfuß betreten.

Seit 2001 werden diese Räume vom Verein „Haus des Orients“ genutzt. Vorher trafen sich Moslems zum gemeinsamen Gebet im Studentenwohnheim am Jakobsplan. Bis zu 50 Menschen kommen zum Beten. Vor allem zum Freitagsgebet wird es außerhalb der Ferienzeit sehr voll. Es sind zumeist Männer, die sich hier treffen. „Frauen kommen weniger“, so der stellvertretender Vorsitzender des Vereins Hegazy.  

Das „Haus des Orients“ vereint viele Nationen. Die Gläubigen kommen aus Indien, dem Sudan, aus Ägypten, Russland, Algerien und Afghanistan. Viele sind Studenten, manche sind Asylbewerber. „Eine bunte Mischung“, sagt Hegazy. „Aber wir denken, dass das ein Vorteil ist.“ Keine Glaubensrichtung habe eine Vormachtstellung. „Man fragt nicht woher jemand kommt“, sagt Karim Seghiri, der Prediger. Er spricht auf Arabisch zu den Moslems. Danach gibt es eine Kurzfassung auf Deutsch und Englisch.

Offenheit praktizieren die Vereinsmitglieder auch Interessierten gegenüber, die keine Moslems sind. In diesem Jahr nahmen sie erstmals am Tag der offenen Moschee am 3. Oktober teil. Besucher konnten sich die Räume ansehen und mit Vereinsmitgliedern ins Gespräch kommen.

Autor:

Simone Schulter aus Weimar

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