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Gruselige Entdeckung beim Kirmesfest

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An einem sonnigen Wochenende radelte ich mit meiner Frau um Bekannte zu besuchen. Kurz vor dem Ziel lud uns ein Kirmesfest zum Verweilen ein und wir hielten an, um am verführerisch duftendem Bratwurststand uns zu stärken. Doch die Bratwurst blieb uns bald im Halse stecken.

An Anfang gab es freundliche Worte mit dem Herrn am Rost, er merkte meinen Akzent, dass ich nicht von hier bin. Gut gelaunt zeigte er mir den Ständer seines Rostes und fragte mich, was sagt du dazu? Ich schaute nach unten und sah, dass der Ständer des Rostes ein aus Edelstahl nachgebildetes Hakenkreuz darstellte. Ich schnappte nach Luft und fragte ihn empört: Weist du wie viel Unheil das Hakenkreuz angerichtet hat? Ich bin in der Slowakei geboren und in meiner Geburtsstadt, lebten ein drittel Juden und nur wenige haben den Holocaust überlebt. Erst wurden die Tschechen aus Sudetenland vertrieben und nach dem Krieg die Sudetendeutschen. Ich habe das nie begriffen, denn sie lebten doch Jahrhunderte friedlich nebeneinander! Mehr Zeit blieb nicht zum diskutieren. Der Mann schwieg, doch ein anderer Helfer meinte prompt: Adolf muss wieder kommen und Ordnung schaffen, die Flüchtlinge nehmen uns die Arbeit weg. In Kirmes-Stimmung grüßten vorbeilaufende Besucher freundlich die beiden Männer. Die Menschen lernen nicht aus der Geschichte, zitierte meine Frau den Philosophen Hegel und wir wollten nur noch weg hier.

Dieser Rechtsruck in der Gesellschaft beschäftigte uns natürlich weiter und wie die Zivilgesellschaft noch entschiedener dagegen auftreten muss. Aber verweise auch immer darauf, dass die Deutschen nicht alleine schuld waren an den Naziverbrechen. Ohne die aktiven Nazis in den befreundeten oder besetzten Ländern wäre es nicht möglich gewesen. Der ehemalige Buchenwald Häftling Naftali Fürst hatte Großeltern in meiner Geburtsstadt Vrbove in Westslowakei und war dort oft zu Besuch. Er schreib in seinem Buch „ Wie Kohlenstücke in den Flammen des Schreckens“: Er und seine Familie waren nicht durch die deutschen Faschisten interniert, sondern durch den bewaffneten Arm der regierenden Partei HSLS, Hlinka-Garde, welche die Unterdrückungsmaßnahme gegen die eigenen Slowakischen Bürger des jüdischen Glaubens führte. Die Slowakei hat dem Deutschen Reich für jeden deportierten Slowakischen Juden 500 Reichsmark gezahlt, mit der Klausel: „Rückkehr unerwünscht“. Der Holocaust, war ein geplanter und umgesetzter staatlicher Raubmord und die Nazis, welche es durchgeführt haben, waren nicht nur die Deutschen.

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