Kleine Utopien und die große soziale Frage

Der Vortrag von Zukunftsforscher Harald Welzer im Nietzsche Kolleg Weimar hat mich nachdenklich gemacht.

„Die wahre Welt und die scheinbare Welt auf deutsch. Die erlogene und die Realität. Die Lüge des Ideals war bisher der Fluch über die Realität...“(Nietzsche, Gesammelte Werke 2012, S. 886).

Die Politiker, die Politwissenschaftler, die Massenmedien u.a. werden nicht müde ständig zu erklären, dass wir das beste politische System, die Demokratie haben. Wie heißt es im GG: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt“ und „Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen“.

Und trotzdem sind viele Bürger*innen von der Politik enttäuscht. Trotz aller Sonntagsreden und moralischer Appelle erfahren wir, dass die Schere zwischen Arm und Reich von Jahr zu Jahr immer weiter auseinander geht und der Lebensstandart bei vielen Bürger*innen ständig sinkt und Kinder ein Armutsrisiko sind.

Klimakrise, Flüchtlingskrise, Wirtschaftskrisen, drohende Finanzkrise und politische Krisen verschiedener Art prägen derzeit das geschehen in der Welt und auch in Deutschland. Dabei habe der Mensch die zentrale Rolle in der Welt, er entscheidet, was ist und was nicht!

Ich lese bei Nietzsche ( S. 765): „Der Mensch hat seine drei inneren Tatsachen, das, woran er am festesten glaubte, den Willen, den Geist, das Ich, aus sich herausprojiziert...“ Wo ist die Ursache für dieses ICH, für den Egoismus und den daraus folgenden Nationalismus?

Apostel Paulus hatte das zirka im Jahre 65 im 1. Brief an Timotheus klar formuliert: „Denn die Geldgier ist eine Wurzel alles Bösen; etliche, die sich ihr hingegeben haben, sind vom Glauben abgeirrt und haben sich selbst viel Schmerzen verursacht“.

Viele Bürger*innen suchen die Schuldigen für heutigen gesellschaftliche Probleme. Vorher waren es Hartz IV – Empfänger und heute sind das die Flüchtlinge. Das lenkt schön von der aktuellen Politik ab.

Erinnern wir die CDU doch immer wieder an ihr Ahlener Programm von 1947, mit der Zielstellung: „Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist den staatlichen und sozialen Lebensinteressen des deutsches Volkes nicht gerecht geworden. Inhalt und Ziel dieser sozialen und wirtschaftlichen Neuordnung kann nicht mehr das kapitalistische Gewinn- und Machtstreben, sondern nur das Wohlergehen unseres Volkes sein “. Nur dass kann in Zukunft sozialen Frieden bringen.

Autor:

Stanislav Sedlacik aus Weimar

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