Ostermarsch am Samstag, 20. April 2019 in Jena

Begonnen hatte der Ostermarsch am Holzmarkt mit dem Vorlesen der behördlichen Auflagen. Ich war schockiert, die Hunde dürfen nicht mitgeführt werden, aber gegen die symbolische aufgeblasene Atombombe hatte die Behörde und die anwesende Polizei keine Einwände. Das ist typisch, die Hunde können die Menschen angreifen und verletzten. Aber über die Atombomben macht sich nur eine Minderheit einen Kopf, was sich an der geringeren Beteiligung am Ostermarsch zeigt, in einer Stadt mit über 110.000 Einwohnern. Selbst die mahnenden Worte von Prof. Dr. Joachim Misselwitz (siehe Youtube: „Prof Dr. Joachim Misselwitz - Rede Ostermarsch 2018“) hatten die Passanten nicht beunruhigt.

Leider gibt es immer noch viele Menschen, die die Folgen eines Atomkrieges verdrängen. Viele wiegen sich in Sicherheit, die 74 Jahre Frieden in der Westeuropa hat sie bestärkt: „Uns kann doch nichts passieren.“ Wenn wir, aber wollen, dass alles so bleibt, wie es ist, dann muss sich dringend etwas ändern.

Mit Kündigung des INF-Vertrages, der die Vernichtung nuklearer Mittelstreckensysteme geregelt hat ist eine rote Linie überschritten. US-Präsident Donald Trump verkündete im Februar 2019 den Ausstieg aus dem Abrüstungsvertrag, nachdem er Russland vorwarf, dagegen zu verstoßen. Kurz darauf legte Russland-Präsident Wladimir Putin den Vertrag auf Eis. Und was macht Deutschland? Sie will weitere Milliarden in die Bundeswehr stecken, statt den UN-Vertrag zum Verbot von Atomwaffen zu unterzeichnen.

Was seit 1945 gut ging, soll auch die nächsten 100 Jahre gut gehen? Viele sind der Meinung, wer Atomwaffen hat, wird von anderen nicht militärisch angegriffen. Aber es wird dabei ausgeblendet, dass versagen von Menschen oder der Technik hatte schon zu großen nuklearen Katastrophen geführt. „Die Atomkraftwerke sind sicher“, das war bis zur Nuklearkatastrophe von Tschernobyl 1986 der Fall und 40 Prozent Europas wurden mehr oder weniger stark kontaminiert. Dann kam Fukushima, am 11. März 2011 erklärt die japanische Regierung den atomaren Notfall.

In Tschernobyl hatten die Menschen bei einen Versuch die Prozesse im Nuklearreaktor nicht beherrscht und in Fukushima hatten die Menschen die Gewalt der Natur unterschätzt. Das zeigt in welchem gefährlichen Zeitalter wir leben. Die Menschen denken, sie beherrschen die Technik und die Natur, aber Tschernobyl und Fukushima haben uns besseres gelehrt.

Die Menschheit kann froh sein, dass am 25. September 1983 Oberst Stanislaw Petrow das Kommando geführt hatte. Die sowjetische Frühwarnzentrale meldete den Start amerikanischer Raketen. Die Apokalypse oder nur ein Fehlalarm? Dem Oberst blieben nur wenige Minuten, um die wohl wichtigste Entscheidung des 20. Jahrhunderts zu treffen. "Es ist ein falscher Alarm"! 750 Millionen Tote, 340 Millionen Verletzte, das war die geschätzte Bilanz eines Atomkriegs.

Wer gibt die Garantie, das so etwas nicht wieder passiert?

Die Menschheit kann sich keinen Atomkrieg leisten, es darf nie dazu kommen. Sie kann nur überleben, wenn sie zu einem kollektiven Sicherheitssystem findet, in dem die Anwendung oder der Besitz von Atomwaffen ausgeschlossen ist.

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