Seife aus dem Knast

Produkte straffällig gewordener Jugendlicher werden in der Weimarer Tourist-Information angeboten. Dazu zählt auch die Knast-Seife. Foto: Uta Kühne
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„Wir wollen keine Mitleidsprodukte schaffen, sondern Dinge, die man gern kauft, die gut aussehen und uns natürlich auch etwas einbringen“, fasst Pfarrer Bernd Eichert die Idee des Vereins „Boje“ zusammen. „Boje“ hilft straffällig gewordenen Jugendlichen in Zusammenarbeit mit der Thüringer Jugendarrestanstalt und der Jugendstrafanstalt. Unter dem Label „Knastmade“ sollen künftig von den Betroffenen hergestellte Produkte vermarktet werden. Die Weimar GmbH unterstützt den Verein bei den ersten Schritten und verkauft nun die ersten Waren als Vorboten einer künftigen Produktpalette. Bei deren Entwicklung jedoch ist der Verein auf weitere Unterstützung angewiesen – von Designern, Handwerkern und kreativen Mitstreitern.

Verschiedene Projekte wurden von Verein „Boje“ in den vergangenen elf Jahren verwirklicht: Die eigene Holzwerkstatt in der Rießnerstraße und das Bio-Kräutergartenprojekt am Obdachlosenheim. Junge Männer - bald auch junge Frauen – aus ganz Thüringen zählen zum Klientel des Vereins. Die Betreuung wird ausschließlich ehrenamtlich abgesichert. Langfristiges Ziel ist es, den Kreislauf „Nach dem Knast ist vor dem Knast“ häufiger zu durchbrechen – aktuell werden 80 Prozent der Jugendlichen rückfällig.

Ein Vogelhäuschen im Goethe-Gartenhaus-Stil, handgeschöpfte Seife sowie Bratwurstzangen gehören zu den ersten verkaufsfähigen Waren. „Damit stehen wir noch ganz am Anfang“, weiß Pfarrer Eichert. Und wirbt um kreatives Mittun: „Produktentwickler und Handwerker, die uns temporär oder dauerhaft unterstützen, sind sehr willkommen.“ Ziel ist, ein eigenes Geschäft damit zu bestücken und als Begegnungsstätte finanzieren zu können. Den Namen gibt es schon: Gitterladen.
Das Goethe-Gartenhaus-Vogelhaus, die Knastmade-Seife und Bratwurstzangen gibt es in der Tourist-Information Weimar am Markt und unter www.weimar.de.

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Lokalredaktion Weimar aus Weimar

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