Topographie der moderne Weimar neu deuten

Diese Tagung vom 15. bis 17. November 2017 wurde von der Klassik-Stiftung Weimar, dem Bauhaus-Institut für Theorie und Geschichte der Architektur und Planung in Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis Bauhaus-Weimar-Moderne. Die Kunstfreunde e.V. veranstaltet. Als Mitglied des Freundeskreises bekam ich eine Einladung, es packte mich die Neugierde und ich bin hin.

Die Veranstalter wollten bis zum 100-jährigen Gründungsjubiläum des Staatlichen Bauhauses in Weimar 2019 Impulse in die Debatte über das Bauhaus geben. Die Vorträge hielten Professoren und Doktoren mit bundesweiter bzw. internationaler Ausstrahlungskraft, sowie von der Klassik Stiftung Weimar, Stiftung Gedenkstätte Buchenwald und Bauhaus UNI Weimar. Es ging, aber auch darum, die Bedeutung von Weimar als Kulturstadt zu unterstreichen, mit den zahlreichen Museen, ihre besserer Vernetzung und höherer Attraktivität für die Weimarer und ihre Gäste.

Als Diplomlandwirt wusste ich mit den Begriffen Topografie, Moderne, Postmoderne, welche die Referenten benutzten nicht viel anzufangen. Ich spürte aber auch das Ringen um die Deutungshoheit von den Referenten. Was blieb bei mir hängen? Topografie ist ein Begriff für die natürliche Erdoberfläche und Architektur und ist immer ortsgebunden. Landschaftliche Strukturen, Klima, Vegetation, vorhandene Ressourcen bestimmen den "Geist des Ortes" (Genius loci). In diesem Begriff verschmelzen Wissen, Erinnerung, Wahrnehmung und erklärende und deutende Leistung des menschlichen Geistes. Moderne bezeichnet historisch einen Umbruch in zahlreichen Lebensbereichen gegenüber der Tradition, bedingt durch die Industrielle Revolution, Aufklärung und Säkularisierung. Sie begann nach dem Ersten Weltkrieg und schließt verschiedene Strömungen ein, dazu gehört auch das Bauhaus. Seit 1980 gilt die Postmoderne, welche von der USA kam. Diese reagiert auf die Entstehung einer postindustriellen Gesellschaft, mit dem Scheitern der großen gesellschaftlichen Utopien der Moderne, verbunden mit dem grundlegenden gesellschaftlichen Wandel.

Die Tagung trug dazu bei, mit dem Entstehen des neuen Bauhausmuseums die Entwicklung eines neuen Kulturraumes zu untersuchen und eine bewusste Gestaltung durch die Politik und die Gesellschaft zu berücksichtigen. Hier möchte ich folgendes anregen, seit der Gründung des Bauhauses, erlebten Bürger*innen in Weimar vier verschiedene staatliche Gesellschaftsformen: Weimarer Republik, Deutsches Reich, DDR und heute BRD. Es gab keinen Beitrag, welcher sich mit dem Übergang von einer in die andere Gesellschaftsform, mit den Ergebnissen und Schlussfolgerungen beschäftigte. Aber vielleicht findet dieser Vorschlag in einer der nächsten Tagung Berücksichtigung.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen