Weimar bleibt bunt!

In Weimar wo der Humanismus und die faschistische Barbarei so nah zu
Erleben sind, hat am 1. Mai 2012 die NPD eine Demo angemeldet, unter
dem Motto „Wir wollen Arbeit, Freiheit und Recht”. Zirka 170 Teilnehmer
aus Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen wollten durch Weimar
marschieren. Aber nach 20 Minuten wurde die Demo von der Polizei,
entsprechend dem Antrag der Stadt Weimar aufgelöst. Die Mehrzahl der vom Antragsteller aufgestellten Ordner sei einschlägig vorbestraft und deshalb ungeeignet, so die Begründung, von OB Stefan Wolf (SPD).

Dem Aufruf des Bürgerbündnisses gegen Rechts (BgR),,NAZIS STOPPEN“
sind ca. 700 Menschen gefolgt und an 16 verschiedenen Standorten
meldeten Parteien, Kirchen, Gewerkschaften und andere Organisationen eigene Kundgebungen an. Der 1. Mai dürfe als Tag der Arbeit nicht
für rechtsextreme Zwecke instrumentalisiert werden, so die einhellige
Meinung der Demonstranten.

Es gabt auch ein Moment zum schmunzeln. In der Schopenhauerstraße ist
plötzlich ein Transporter der Thüringische Polizei ein Teil einer
Sitzblockade geworden. Erstmalig habe ich ein überraschtes eingekreistes schwerbewaffnetes Polizeikommando durch sitzende Demonstranten gesehen. Es war eine Augenweide zu beobachten wie das Kommando versuchte friedlich aus diesem Kessel raus zukommen.

Es gab auch Gespräche mit beteiligten Polizisten, die in voller Ausrüstung in der Sonne schmorten. Es nervt auch sie, wenn sie ständig bei Einsätzen von Demos und Fußballspielen präsent sein müssen und nicht bei ihren Familien sein können. Überforderung und Aggressivität sind nicht die Ausnahme.

Die Schlussfolgerung kann aber nicht sein, den Nazis die Straße zu überlassen. Dabei entstand die Idee, mit den Polizistinnen und Polizisten, die die Rechten ständig schützen müssen über das (BgR) eine Begegnung in Buchenwald zu organisieren, mit dem Anliegen gegenseitiges Verständnis zu erzielen. Das Bürgerbündnis sollte gemeinsam mit der Buchenwaldgedenkstätte eine entsprechende Einladung offiziell aussprechen.

Ich denke, dann wird auch die Polizei den Aufruf des Bürgerbündnisses gegen Rechts (BgR),,NAZIS STOPPEN“ noch besser verstehen.

Stanislav Sedlacik, 99427 Weimar

Autor:

Stanislav Sedlacik aus Weimar

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