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Wie passen Bergpredigt und aktuelle Politik zusammen?

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„Wir leben in einer Gesellschaft, in der vielen Menschen nichts geschenkt wird“, so die Aussage von Landesbischöfin Ilse Junkermann von der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland in einem Interview in der TLZ am 22. Dezember.

Das zwingt zum Nachdenken. In der DDR war die Evangelische Kirche eine Hochburg der unzufriedenen und benachteiligen Bürgern*innen unter der SED Herrschaft und aus den Kirchen heraus begannen die ersten Demos 1989.

Heute dagegen vermisse ich die öffentlichen Positionen der Kirche mit den Unzufriedenen und Betrogenen. Zum Beispiel bei den angekündigten Schließung des Coca Cola Produktionsstandortes, dem zweitgrößten privaten Arbeitgeber in Weimar. Durch die Werksschließung würden 180 Beschäftigte in Weimar und 66 in den Bereichen Personal, Finanzen, sowie Sales & Marketing bei Coca Cola in Deutschland arbeitslos. Das sei eine Folge der vor Jahren getroffenen Management-Entscheidung, einseitig auf Einweg- statt auf umweltschonende Mehrwegverpackungen zu setzen.

Nicht nur ich hatte die Unterstützung der Kirche bei der Demo und Kundgebung auf dem Goetheplatz von den Coca Cola-Beschäftigten vermisst. Warum haben da die Glocken in Weimar nicht geläutet, als die Beschäftigten auf dem Goetheplatz die Politik und die Zivilgesellschaft zur Solidarität aufgerufen haben, sie zu unterstützen?

Warum wundert sich Frau Landesbischöfin Ilse Junkermann, dass die Menschen im Mitteldeutschland keine Religion brauchen?

Sagt die Bergpredigt von Jesus von Nazaret nicht was ganz anderes? Sie gilt als Kernstück des Christentums und dafür hatten Jesus und viele, viele Christen ihr Leben geopfert. Jesus ruft die Menschen dazu auf, ihre Mitmenschen zu lieben, sogar die Feinde, und allen mit Respekt zu begegnen. Er fordert sie auf, Gutes zu tun uns sich gegenseitig zu helfen, vor allem den Benachteiligten und Schwächeren (Matthäus 5-7). Wenn dies gelebt würde, sehe die Welt ganz anders aus.

Damals wie heute gilt „Divide et impera ( teile und herrsche)“ das Volk in Untergruppen aufzuspalten und diese gegeneinander aufzuhetzen, dass sie nicht auf die Idee kommen sich vereint gegen den Verursacher ihres Elendes zu wehren. Das ist Gegenstand der heute regierenden Politik.

Dazu passt das bekannte Zitat von Warren Buffett (*1930) USA-Milliardär, im Interview mit Ben Stein in der New York Times, vom 26. November 2006: „Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen“. Gegen wen die Reichen eigentlich Krieg führen, diese Frage kann sich wohl jeder selbst beantworten. Und was sagt die Kirche dazu?

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