Medizin
Bericht: Symposium: „Neue Horizonte der Tumortherapie – Update 2019“

v.l.n.r.:Dr. med. Doreen Jaenichen 
Dr. med. Friedemann Schad 
Prof. Dr. med. Merten Hommann
Prof. Dr. med. Winfried Meißner  
Dr. rer. nat. Claudia Friesen 
Dr. med. Ekkehard Eigendorff 
Dr. med. Beate Will 
Dr. med. Peter Fix
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    Dr. med. Friedemann Schad
    Prof. Dr. med. Merten Hommann
    Prof. Dr. med. Winfried Meißner
    Dr. rer. nat. Claudia Friesen
    Dr. med. Ekkehard Eigendorff
    Dr. med. Beate Will
    Dr. med. Peter Fix
  • hochgeladen von Thomas Janda

Am 18.9.2009 fand im Weimarer Dorint Hotel ein bemerkenswertes Symposium mit dem Titel: „Neue Horizonte der Tumortherapie – Update 2019“ statt.

Die Tagung wurde von Dr. med. Doreen Jaenichen aus der MVZ Zentralklinik, Abteilung Allgemeinmedizin/Integrative Onkologie eröffnet.
Anschließend konnte ich sie fragen, warum diese Tagung jetzt in Weimar stattfand:

Dr. med. Doreen Jaenichen: „Ich habe, nach meinem Weggang von der Universität Jena, eine Integrative Arbeitsgruppe gegründet. Nun wollte ich über die bisherigen Ergebnisse berichten. Integrativ heißt aus meiner Sicht, dass wir die Schulmedizin mit der naturwissenschaftlich geprüften Medizin zum Wohl des Patienten verbinden. Da gibt es viele offene Fragen. Ich finde, dass es sich sehr gelohnt hat, verschiedene Fragestellungen aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten und zu diskutieren.“

Die Vorträge und die sich anschließenden Gespräche boten viele Möglichkeiten für neues Nachdenken bei Medizinern und interessierten Besuchern. Prof. Dr. med. Merten Hommann von der Klinik für Allgemeine Chirurgie/Viszeralchirurgie an der Zentralklinik Bad Berka ermutigte als Moderator zum Dialog und regte pointiert zur Nachfrage an.

Dr. med. Ekkehard Eigendorff von der Klinik für Internistische Hämatologie und Onkologie an der Zentralklinik Bad Berka bot mit seinem Vortrag einen Rundblick durch neueste Verfahren. Mit seinem Thema: „Aktuelle Therapieoptionen beim Bronchial und Mammakarzinom, bei gastrointestinalen und gynäkologischen Tumoren sowie in der Hämatologie“ beschrieb er neueste Therapieerkenntnisse nicht nur in Deutschland, sondern vor allem in den USA.

Der nachfolgende Referent Dr. med. Friedemann Schad vom Onkologischen Zentrum des Gemeinschaftskrankenhauses Havelhöhe/ Berlin schilderte, auch für medizinische Laien sehr anschaulich, alle integrativen Angebote seiner Klinik. Dabei zeigte er auf, wie sehr man bemüht sei, die Patienten in vielen Fragen zu betreuen, wozu auch zusätzlich zu den medizinischen Therapien unterschiedliche Gesprächs- und Kunstherapieformen beitragen sollen.
 
Nach einer Gesprächspause informierte Prof. Dr. med. Winfried Meißner von der Sektion Schmerztherapie am Universitätsklinikum Jena über das ganz aktuelle Thema: „Cannabis in der Schmerztherapie und in der Onkologie“. Er konnte dabei auf vielfältige empirisch-wissenschaftliche Erkenntnisse verweisen, wann sich der therapeutische Einsatz von Cannabis lohne und welche Präparate tatsächlich zur Verfügung stehen. Dabei wertete er sehr gut nachvollziehbar auch die Erfahrungen von Patienten aus. Insgesamt erörterte er alle anstehenden Fragen von der Wirksamkeit bis zur Verfügbarkeit von Cannabis bis hin zu rechtlichen Fragen.

Dr. rer. nat. Claudia Friesen vom Institut für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Ulm schilderte ihre empirisch-wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Frage: „Methadon – eine Adjuvanz zur Tumortherapie?“ An vielen Patientenbeispielen konnte sie aufzeigen, wie förderlich sich der Einsatz von Methadon zusätzlich zu einer Chemotherapie bei Tumorpatienten auswirken kann. Sie berichtete auch über ein kürzlich eingereichtes wissenschaftliches Projekt zur intensiveren Erforschung des Methadon-Einsatzes, das mit Bundesmitteln gefördert, bald mehr Erkenntnisse zum Wohle von Patienten bereit stellen soll.

Dr. med. Peter Fix von der Abteilung Innere Medizin IV am Sophien- und Hufeland-Klinikum in Weimar begann seinen Vortrag: „Kasuistik und Diskussion zur Integrativen Onkologie“ mit dem Beispiel eines Patienten, der persönlich die Anwendung von Extrakten der Stachelannone, einem tropischen Gewächs, für wichtig hielt und schilderte wie Patientenwünsche zum Anteil einer erfolgreichen Tumor-Therapie werden konnten.

Mit den spannenden und informativen Vorträgen hatten die Referenten des Symposions zum Thema: „Neue Horizonte der Tumortherapie – Update 2019“ durch die zahlreichen Beispiele der Komplementärmedizin und der Integrative Onkologie viele Denkanstöße zu weiteren Diskussionen geliefert.

Zusammenfassend sagte Dr. med. Doreen Jaenichen stellvertretend für alle Organisatoren: „Die Essenz dieser Tagung sehe ich darin, beide Richtungen zum Wohl des Patienten zu verbinden und natürlich darüber ins Gespräch zu kommen. Es ist nicht unbedingt notwendig, dass jeder Kollege eine Ausbildung in Naturheilkunde, Homöopathie oder anthroposophischer Medizin haben muss, aber ich finde es unabdingbar, dass man darüber einige Grundkenntnisse besitzt, die frei von wissenschaftsfernen Vorurteilen sind. Es sollte Kenntnis über die aktuelle Studienlage geben und auch der Patientenwille sollte in Zukunft mehr Berücksichtigung finden.

Wir wollten darum auch den Kreis für alle offenhalten und als Teilnehmer sowohl Mediziner als auch Patienten ansprechen. Es waren auch verschiedenste Therapeuten da, genau das war uns wichtig. Wir wollten eine gute interdisziplinäre Zusammenarbeit und einen offenen Dialog anbieten und das ist uns mit dieser ersten Tagung in Weimar erfolgreich gelungen. Mit knapp einhundert Teilnehmern, also doppelt so viele wie wir erwartet hatten, konnten wir feststellen, dass wir offensichtlich ein wichtiges Thema angesprochen haben.“

Bleibt zu hoffen, dass es im kommenden Jahr eine Fortsetzung dieses Symposiums geben wird, zu der gleichberechtigt wieder Mediziner und interessierte Patienten eingeladen werden.

Gerade dieser gleichberechtigte Ansatz hat viel Anerkennung gefunden bei Fachleuten wie Laien.

Allein dafür gebührt den Initiatoren dieser medizinischen Tagung Dank und Anerkennung.

v.l.n.r.:Dr. med. Doreen Jaenichen 
Dr. med. Friedemann Schad 
Prof. Dr. med. Merten Hommann
Prof. Dr. med. Winfried Meißner  
Dr. rer. nat. Claudia Friesen 
Dr. med. Ekkehard Eigendorff 
Dr. med. Beate Will 
Dr. med. Peter Fix
Autor:

Thomas Janda aus Weimar

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