Finanzierung und Montage eines Liftsystems

Eines gleich mal vorweg. Wenn Sie die Selbstmontage eines Treppenlifts planen, ist es unabdingbar, dass Sie sich zunächst mit den baurechtlichen Vorschriften vertraut machen. Nachdem dies geklärt ist, müssen Sie noch entscheiden, ob Sie sich Ihr Liftsystem selber einbauen oder doch besser einbauen lassen.

Vor dem Lifteinbau gilt es also zunächst mal, sich mit den baurechtlichen Regelungen in punkto Treppenlift vertraut zu machen. Diese rechtlichen Vorschriften unterscheiden sich leider von Bundesland zu Bundesland. Erkundigen Sie sich am besten bei der für Sie zuständigen Verbraucherzentrale, bei Ihrem Kreis- respektive Landesamt oder den landesweiten Verbraucherzentralen. Fragen Sie gezielt nach den in Ihrem Bundesland geltenden Prüf- und Zulassungsverfahren und holen Sie die eventuell notwendigen Genehmigungen VOR Kauf und Montage des Liftsystems ein.

Wer hilft bei der Finanzierung eines Liftsystems?

Bei den eben genannten Anlaufstellen können Sie zugleich auch in Erfahrung bringen, ob Ihr Bundesland momentan landesweite Fördermittel für Liftsysteme ausschüttet. So bezuschussen etwa Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hamburg, Hessen und das Saarland im Rahmen ihrer Förderprogramme „altersgerechtes Umbauen“ auch Liftsysteme. Neben den Landes- und Kreisämtern sollten Sie auch bei landeseigenen Aufbau- und Investitionsbanken nach Fördermöglichkeiten fragen. Die KfW vergibt ebenfalls regelmäßig Zuschüsse sowie zinsgünstige Kredite zur Treppenlift-Finanzierung. Davon unbenommen ist natürlich, dass Sie über Ihre Pflegeversicherung einen Zuschuss von bis zu 4.000 Euro für Ihren Treppenlift bekommen. Bei finanziell Bedürftigen übernimmt das Sozialamt immer dann die Kosten, wenn kein anderer Kostenträger dafür aufkommt, also etwa Ihre Berufsgenossenschaft oder die gegnerische Haftpflichtversicherung bei einem nicht selbst verschuldeten Unfall.

Wichtig: all diese Zuschüsse gibt es nur, wenn der Treppenlift aus medizinischer Sicht geboten ist. Sie benötigen also ein entsprechendes medizinisches Attest oder zumindest die Pflegestufe 2. Wenn Sie den Lift bei einer fachkundigen Firma kaufen, wird diese Ihnen sicherlich beim ausfindig machen und der Beantragung der Fördermittel helfen.

Einen guten Gesamtüberblick über die Finanzierungs- und Förderungsmöglichkeiten von Liftsystemen finden Sie hier.

Erst wenn das Finanzielle und Baurechtliche geklärt ist…

…sollten Sie den Lift auch kaufen. Dessen Selbsteinbau empfiehlt sich eigentlich nur bei einer ausreichend breiten Treppe, die genügend Freiraum an den Treppenenden und darüber hinaus einen geraden, kurzen Treppenverlauf besitzt.

In diesem Fall reicht das Anbringen einer vorgefertigten, metallenen Lift-Führungsschiene an einer Treppenseite. Dies ist das Werk eines halben Tages und lässt sich oftmals sogar ohne Wandbohren erledigen. Der Lift wird danach einfach in die Führungsschiene eingehängt, via Steckdose mit dem Stromnetz verbunden und solange leicht nachjustiert, bis er absolut ruckelfrei läuft. Den meisten Liftsystemen liegt eine Bauanleitung bei, Sie finden außerdem auf Websites wie YouTube anschauliche Videos zum Thema Liftsystem-Selbstmontage. Beachten Sie dabei allerdings, dass ein nicht-fachgerechter - d.h. grob fahrlässiger - Einbau zu Unfällen, Garantieverlust und erheblichem Ärger mit Ihrer Krankenversicherung führen kann.

Von krummen Treppen und Probeläufen

So einfach der Einbau eines Treppenlifts bei einer geraden, breiten und nicht allzu langen Treppe ist, so schwierig ist er bei einer gewundenen, engen Treppe. Hier sollten Sie Profis zu Hilfe rufen, denn die Lift-Führungsschiene muss ganz präzise an den Treppenverlauf angepasst - und das heißt gebogen werden. Eine Arbeit, die oftmals nur maschinell von Profis durchgeführt werden kann. Nach erfolgtem Einbau sollten Sie ein paar Probeläufe durchführen. Fahren Sie am besten mehrmals sowohl ganz hoch als auch ganz runter, neigen Sie sich ruhig dabei zur Seite und stoppen Sie auch unterwegs, um ganz sicher zu gehen, dass der Lift zu Ihrer vollsten Zufriedenheit funktioniert. Sollten später dennoch Mängel auftreten, können Sie diese bis zu zwei Jahre nach erfolgtem Einbau kostenfrei reklamieren.

Autor:

Tim Benjamin Peters aus Weimar

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