Hilfe! Aus einem Kesselwagen tropft eine ätzende Flüssigkeit. Gefahr für die Weimarer? Der Gefahrgutzug Weimar plus fünf Wehren rücken aus.

Aus einem Kesselwagen tropf eine ätzend riechende Flüssigkeit. Neben dem Gefahrgutzug Weimar werden fünf weitere Wehren alarmiert.
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Die Ruhe trügt. Samstagvormittag mitten in Weimar. Aus einem Kesselwagen tropft eine Flüssigkeit. Es verbreitet sich ein ätzender Geruch. Die Rettungsleitstelle wird informiert. Da es sich allem Anschein nach um auslaufendes Gefahrgut handelt, werden der Gefahrgutzug der Feuerwehr Weimar und zudem die Freiwilligen Feuerwehren Weimar-Mitte, Apolda, Bad Sulza, Bad Berka und Niederroßla alarmiert.

Nach wenigen Minuten trifft der Gefahrgutzug auf dem Gelände des Eisenbahnmuseums ein. Bei den Kameraden sitzt jeder Handgriff. Zwei von ihnen nehmen im Schutzanzug die Unglücksstelle unter die Lupe. Noch weiß keiner der Rettungskräfte, mit welchem Stoff man es zu tun hat und welche Gefahren von ihm ausgehen. Über Funk geben die beiden Kameraden die Gefahrgut- und UN-Nummer durch: 80/7091. Bevor weitere Maßnahmen zur Gefahrenabwehr getroffen werden können, muss der Stoff bestimmt werden. „Die 80 steht für ätzende Stoffe, die 1791 für Hypochloritlösung“, wie die Einsatzleitung vor Ort feststellt. Hypochloritlösung ist ein ätzender Stoff, der die Haut, Augen und Atemwege schädigen kann. Ätzende und reizende Dämpfe sind beim Austritt aus dem Kesselwagen zu befürchten. Personen sind bislang zum Glück vor Ort noch nicht zu Schaden gekommen. Brandgefahr bestehe ebenfalls nicht. Nach der Identifizierung des Stoffes treffen die Kameraden des Gefahrgutzuges Vorbereitungen, die auslaufende Hypochloritlösung aufzufangen und den Defekt am Kesselwagen zu beseitigen.

Kein Grund zur Panik. Was da aus dem Kesselwasser tropft, ist gewöhnliches Wasser. Es handelt sich um eine Übung, die zweite dieses Jahr für den Weimarer Gefahrgutzug. Mit den Freiwilligen Feuerwehren sind nachfolgende Einheiten mit einbezogen, um die Zusammenarbeit und die Kommunikation untereinander zu schulen. Insgesamt 50 Kameraden stellen ihr Können unter Beweis. Michael Geiling, stellvertretender Amtsleiter der Berufsfeuerwehr Weimar und verantwortlich für den Katastrophenschutz, zeigt sich angesichts der gezeigten Leistung begeistert: „Im Großen und Ganzen wurde das Übungsziel in allen Details erreicht. Die Zusammenarbeit hat gut funktioniert, die Kommunikation untereinander klappt“. Bedanken möchte er sich zudem beim Thüringer Eisenbahnverein für die Unterstützung.

Autor:

Steffen Weiß aus Gera

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