Auf dem Adelsberg in Bad Berka befindet sich Thüringens erster Friedwald
Zur letzten Ruhe in den Wald

Eine vorbereitete Grabstelle im Friedwald in Bad Berka. Die Urne ist kompostierbar.
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  • Eine vorbereitete Grabstelle im Friedwald in Bad Berka. Die Urne ist kompostierbar.
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An zwei Orten in Thüringen ist es nun möglich, sich in der freien Natur bestatten zu lassen. Nachdem eine Gemeinde im Südthüringischen einen Bestattungswald betreibt, wurde jetzt in Bad Berka Thüringens erster Friedwald eröffnet.

Konkurrenzkampf um das schönste Blumenarrangement oder den größten Grabstein: Das wird es auf dem Adelsberg in Bad Berka nicht geben. Hier finden Menschen unter alten Bäumen ihre letzte Ruhe. Schmuck stört da nur. Schließlich soll der  Wald seine ursprüngliche Form behalten. Die Ruhe wird nur durchbrochen von Vogelgezwitscher oder einem Rascheln, wenn Kleintiere und Wild den Ort durchstreifen. Naturnahe Bestattung nennt sich der Trend, den viele Menschen für ihren letzten Weg wählen – unabhängig von Konfession und Status.Das Interesse ist groß. Deshalb hat der Allgemeine Anzeiger 12 Zahlen zum Bad Berkaer Bestattungswald und der Beisetzungsform zusammengefasst.

8

Jahre währte der Kampf um einen Bestattungswald in Bad Berka, währenddessen verdoppelte sich in Deutschland die Anzahl der naturnahen Bestattungen. Ausgangspunkt war der Wunsch vieler Bürger aus Bad Berka, unterhalb des Paulinenturmes die letzte Ruhe finden zu dürfen. Nach vielen bürokratischen Hürden, einem Bürgermeisterwechsel in der Kurstadt, einem Regierungswechsel in Erfurt sowie der Verabschiedung eines neuen Bestattungs- und Waldgesetzes für Thüringen konnte am 6. April der Friedwald in Bad Berka offiziell eröffnet werden.

654

Mitglieder zählt die Bürgerinitiative „Bestattungswälder in Thüringen“, die intensiv dafür gekämpft hat, dass in Thüringen diese alternative Bestattungsform möglich wird.
Sie setzt sich für weitere Bestattungswälder im Freistaat ein.

Über

400

Orte gibt es bundesweit, an denen Waldbestattungen erlaubt sind, darunter zählen auch 62 Friedwälder, betrieben durch die Friedwald GmbH. Sie gilt als führender Anbieter für Naturbestattungen in Deutschland und wird die Verwaltung für den neuen Bestattungswald übernehmen. Bis Ende 2017 gab es 92500 Beisetzungen in Friedwäldern.

1

weiterer Standort, an dem man sich in Thüringen unter Bäumen beerdigen lassen kann, befindet sich im Werratal am Rande des Thüringer Waldes zwischen Meiningen und Wasungen. Der Ruhewald „Am Heiligenberg“ besteht vorwiegend aus Buchen und wird von der Gemeinde Wallbach auf 4 Hektar betrieben.

30000

Quadratmeter mit 300 ausgewiesenen Bäumen umfasst das Bestattungsfeld auf dem Adelsberg. Die zur Auswahl stehenden Bestattungsbäume sind farblich markiert. Insgesamt ist der Mischwald im Landschaftsschutzgebiet Mittleres Ilmtal 47 Hektar groß. Das Gelände gehört zum Thüringenforst. Die Stadt Bad Berka hat den Wald als zusätzliche Bestattungsfläche ausgewiesen.

3

Baumtypen werden unterschieden: Familien- oder Freundschaftsbaum, Einzel- oder Partnerbaum sowie Gemeinschaftsbaum.

10

Ruhestätten werden unter einem Gemeinschaftsbaum vergeben. Ebenso viele Menschen können auch unter einem Familien- oder Freundschaftsbaum ihre letzte Ruhe finden.

49

Zentimeter Durchmesser misst der dickste Baum, eine Buche, im Bad Berkaer Friedwald. Er kostet 5350 Euro.

2,5

Meter vom Stamm entfernt werden die biologisch abbaubaren Urnen bestattet. Der Aushub für die Urne ist 80 Zentimeter tief.

350

Euro kostet eine Beisetzung im Friedwald. Hinzu kommen die Kosten für den gewünschten Baum oder Baumplatz sowie – nach Wunsch – einer Namenstafel am Baum.

Mit

490

Euro ist ein Basisplatz, der vom Förster ausgewählt wird, die preisgünstigste Variante für die Ruhestätte auf dem Adelsberg..

Bis zu

99

Jahre beträgt sie Liegezeit im Friedwald – gerechnet ab Eröffnung des Waldes

TERMIN / INFORMATIONEN

Jeden 1. und 3. Samstag im Monat finden kostenlose Waldführungen statt.
Mehr Informationen unter Tel. 06155 / 848100, www.friedwald.de oder info@friedwald.de

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