Rückblick 12. MachBar
Im Ehrenamt ist alles möglich: lokal und international

Wencke Mohr, Martin Kristen, Heidrun Sedlacik und Rainer Schönau sind auf der Suche nach Unterstützung für ihre Einrichtungen und Vereine.
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Die zwölfte Ausgabe des gemeinnützigen Kennenlernangebots der EhrenamtsAgentur Weimar bot ein sehr breites Spektrum an Möglichkeiten zum ehrenamtlichen Einsatz. Ob mit dem Senior Experten Service (SES) zum Auslandseinsatz oder für den Betreuungsverein zum Weimarer Amtsgericht - mit grünen Mangos für fairen Handel werben oder mit Herzblut für betreute Kinder- und Jugendliche der Stiftung Haar da sein. In der Küche der Volkshochschule trafen sich am 12. November rund 20 Interessierte, um herauszufinden, was hinter den einzelnen Einrichtungen steckt und welche Art von Hilfe diese konkret suchen.

Botschafter für eine „faire“ Welt: Der Verein Faire Welt Weimar e.V. – Weltladen Weimar
„Ein bisschen Bildung muss auch sein“, sagt Heidrun Sedlacik vom Verein Faire Welt Weimar e.V. und verliest die Definition des Fairen Handels. „... eine Handelspartnerschaft, die auf Dialog, Transparenz und Respekt beruht und nach mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel strebt …“
Der Betrieb im Weltladen sei nur ein Teil der Vereinstätigkeit – Frau Sedlacik ist in Begleitung einer prall gefüllten Tasche mit Materialien für globales Lernen. Man hat sich zur Aufgabe gesetzt, den Gedanken des Fairen Handels in die Welt und auch in die Schulen zu tragen.
Ganz dringend werden ehrenamtliche Mitstreiter für den Ladendienst gesucht, die die Charta des Fairen Handels weiter verbreiten helfen und dafür sorgen, dass es den Weltladen mit seinem umfangreichen Angebot weiterhin gibt.
Es besteht eine Kooperation mit der Grundschule Schöndorf. Der Verein berichtet dort z.B. über Warenherkunft und Arbeitsbedingungen in Erzeugerländern, stellt aber auch mal Nussaufstrich mit den Schüler*innen her. Niedrigschwellig sollen die Kinder an das Thema herangeführt werden – für einen nachhaltigen Welthandel. Für die Bildungsarbeit werden weitere Unterstützer gesucht.
Warum fair gehandelte Waren etwas mehr kosten, erklärt Frau Sedlacik anhand eines von Frauen initiierten Kaffeeplantagen-Projekts aus Ruanda.
Sie sind eingeladen! Die nächste Kampagne Weltladens: eine Verkostung im Ladne in der Windischenstraße mit Menschenrechtspreisträger Pater Shay Cullen und seinen grünen Mangos. Lernen Sie am 10.12., 14-16 Uhr, den Pater, faire Produkte und die Welt des fairen Handels kennen.

Kontakt: Verein Faire Welt Weimar e.V., Windischenstraße 24, 99423 Weimar
Heidrun Sedlacik, Tel. 03643 501576, Homepage

Der Begriff „Betreuer“ ist zu wenig: Betreuungsverein e.V. Weimar „Menschen helfen Menschen“
Martin Kristen ist seit 25 Jahren Geschäftsführer des Betreuungsvereins. Der Verein unterstützt Menschen, die nicht in der Lage sind, persönliche Angelegenheiten selbst zu erledigen, aufgrund von Krankheit, Behinderung oder aus Altersgründen. Ein besonders anspruchsvolles Ehrenamt, da man vom Amtsgericht bestellter rechtlicher Vertreter wird und Bank-, Behörden- oder Gesundheitsangelegenheiten zum Wohle eines bedürftigen Menschen erledigt. Der Verein zählt derzeit 50 Betreuer, zumeist aus dem Familienkreis eines Betroffenen.
Für Menschen ohne Angehörige, die ins Pflegeheim kommen oder krank werden, sucht der Verein stets Betreuer. Die Tätigkeit umfasst nicht nur die Erledigung administrativer Angelegenheiten, sondern auch den persönlichen Kontakt zum Menschen. Die Ehrenamtlichen absolvieren ein umfangreiches Schulungsprogramm und erhalten pro betreuter Person eine nicht unerhebliche Ehrenamtspauschale. Maximal sieben Personen dürfen von einem Ehrenamtlichen betreut werden.
Der Betreuungsverein berät ebenfalls zu den Themen Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung.

Die nächsten Fortbildungsmodule für Betreuer beginnen im Februar 2020.

Kontakt:
Betreuungsverein e.V. Weimar „Menschen helfen Menschen“,
Soproner Str. 1 B, 99427 Weimar, Martin Kristen, Tel. 0 36 43 / 740 23 31, Homepage

Hilfe für junge Menschen in allen Lebenslagen: Stiftung Dr. Georg Haar – Villa Wilhelmina
Grundsätzlich kümmert sich die Stiftung Haar um die Unterstützung benachteiligter Kinder, Jugendlicher und deren Familien. Dazu gehören Kinder- und Jugendwohngruppen, Schulprojekte, WGs für Essstörungen oder auch das Mutter/Vater-Kind-Haus „Villa Wilhelmina“, vorgestellt von Einrichtungsleiterin Wencke Mohr.
Die jungen, oft allein erziehenden Eltern, die in der Wohngemeinschaft in Niedergrunstedt leben, werden dort bei Angelegenheiten des täglichen Lebens und in Erziehungsfragen unterstützt. Die Zahl der jungen Menschen, die Bedarf an solcher Hilfe haben, nimmt leider immer mehr zu.
Ehrenamtliche werden in der Einrichtung jedoch nicht als Betreuer eingesetzt, das ist Aufgabe der Sozialarbeiter, sondern sie helfen im Garten, beim Kochen oder bei Familienfesten und -feiern der Stiftung. Sie übernehmen Fahrdienste, begleiten die jungen Erwachsenen zu Terminen oder beaufsichtigen deren Kinder während der Wahrnehmung eines Termins.
Die jungen Eltern sind teilweise noch Schüler oder in der Ausbildung. Hierfür werden Nachhilfelehrer gesucht. Wer einen Elternabend zu lebenspraktischen Themen gestalten möchte, ist ebenfalls herzlich willkommen. Frau Mohr kann jedem interessierten Ehrenamtlichen ein zu ihm passendes Betätigungsfeld anbieten.
Für die übrigen Einrichtungen der Stiftung werden stets Hausaufgabenhelfer und Paten für einzelne Kinder und Jugendliche gesucht.

Kontakt: Mutter/Vater-Kind-Haus „Villa Wilhelmina“, Stiftung Dr. Georg Haar,
Lindenstr. 19a, 99428 Niedergrunstedt, Wencke Mohr, Tel.: 03643 7736535, Homepage


Experten für VERA und im internationalen Einsatz: SES – Senior Experten Service Erfurt

Rainer Schönau, selbst SES-einsatzerfahren, stellt die von der Deutschen Wirtschaft für internationale Zusammenarbeit gegründete Stiftung vor.
Der SES sucht ständig Expertinnen und Experten aus allen Berufen. Ob Handwerk und Technik, Handel und Vertrieb, Bildung und Ausbildung, Gesundheits- und Sozialwesen oder Verwaltung und Wissenschaft. 12.500 Seniorexpert*innen sind beim SES deutschlandweit registriert. Der Begriff "Senior" sollte allerdings nicht zu streng ausgelegt werden. Personen ab 30 Jahren, berufspraktisch- und lebenserfahren, umschreibt das gesuchte Profil der Personen ebenso.
Die Entsendung der Praktiker erfolgt in Projekte sowie kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland, aber auch ins internationale Ausland nach Südostasien, Lateinamerika, Afrika, ehem. Staaten der Sowjetunion. Der SES kümmert sich um alle Erfordernisse rund um den Experten-Einsatz, wie medizinische Vorsorge, Flug, Versicherungen, Versorgung vor Ort, Verpflegung und Taschengeld. Dem Entsendeten entstehen keine Kosten.
Das Ziel: Hilfe zur Selbsthilfe. Beispielsweise auf einer Kaffeeplantage in Äthiopien durch einen Landschafts- und Gartenbauexperten oder im Handwerksbetrieb vor Ort, der stundenweise Experten-Beistand bei der Finanzbuchhaltung benötigt.
Ein weiteres wichtiges SES-Feld ist das Projekt VERA – Verhinderung von Abbrüchen der Berufsausbildung. 2018 hatte der SES ca. 5000-VERA-Einsätze, bei denen ein Mentor die Patenschaft für einen Azubi übernimmt und diesen bis zum Abschluss der Prüfung begleitet. Die VERA-Experten erhalten eine Schulung, die mit dem dualen Bildungssystem vertraut macht und treffen sich während der Patenschaft mehrfach zum Erfahrungsaustausch.

Alle Infos zu Einsätzen und Voraussetzungen: Homepage SES
Kontakt: SENIOR EXPERTEN SERVICE (SES),
Stiftung der Deutschen Wirtschaft für internationale Zusammenarbeit GmbH,
Gemeinnützige Gesellschaft
Büro Erfurt, Arnstädter Straße 34, 99096 Erfurt, Tel. 0361-65739440 oder 0361-6538023

Autor:

Stefanie Lachmann aus Weimar

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