Strahlende Weihnachtsklänge
4. Sinfoniekonzert der Vogtland Philharmonie mit Wolfgang Bauer

3Bilder

In der Programmgestaltung des Dezember-Sinfoniekonzertes hat sich die Vogtland Philharmonie einiges einfallen lassen, um auf die besondere Stimmung dieser Jahreszeit einzugehen. Wieder einmal erweist sich Engelbert Humperdinck als die in den Konzertsälen nahezu strapazierte Adresse – von ihm hörte das Publikum im ausverkauften Reichenbacher Neuberinhaus die Konzertouvertüre zur Oper „Die Königskinder“. Doch auch der konzertante Teil des Programms passte zum adventlichen Flair: vertreten durch die strahlenden Klänge der Trompete – Bachs „Jauchzet-frohlocket“-Trompetensignale gehören unverzichtbar in die Vorweihnachtszeit – in G.F. Händels Trompeten-Suite D-Dur und N. Hummels Trompetenkonzert E-Dur.

Von der stressigen Vorbereitung auf dieses Konzert spürte das Publikum so gut wie nichts – ein Kompliment deshalb vorab an den griechischen Gastdirigenten Symeon Ioannidis, der seit Langem erfolgreich in der deutschen Musikszene präsent ist und für den erkrankten Chefdirigenten David Marlow einsprang. Er hatte sich intensiv in die wenigen Proben hineingekniet und konnte sich am Ende des Konzertabends zu Recht über den herzlichen Applaus des Publikums freuen. Ein gleiches Kompliment ist dem Orchester zu zollen, das rasch mit seinem Gastdirigenten zurechtkam und zumindest mit Beethovens 4. Sinfonie – sie erklang nach der Pause – eine bemerkenswerte Ensembleleistung ablieferte.
Im Fokus des Konzertabends standen jedoch die beiden konzertanten Werke, zu denen die Philharmonie einen der besten Trompetenvirtuosen Europas verpflichten konnte: Prof. Wolfgang Bauer. Er wurde in seinen Soloparts seinem Ruf vollauf gerecht: herrlich die strahlend reinen Klänge seines königlichen Instruments, sicher in der Intonation und im Ansatz selbst in den höchsten Lagen der Pikkolo in Händels Suite D-Dur, ebenso weich und dynamisch zurückhaltend aber auch in der Interpretation des Händel’schen Ariensatzes und dem Andante-Satz aus Hummels E-Dur-Konzert. Höhepunkt seiner Darbietungen war jedoch verständlicherweise das berühmte Rondo aus letzterem Werk, das selbst dem Ventiltrompeter eine Menge Virtuosität abverlangt. Den tosenden Beifall des Publikums honorierten Solist und Orchester mit einem Da-capo dieses Schlusssatzes, in dem auch die temporäre Abstimmung zwischen Ensemble und Solist am besten gelang.

Die Ouvertüre zu Engelbert Humperdincks Oper „Die Königskinder“, sie erklang in ihrer Fassung als Konzertouvertüre, hat es wahrhaftig in sich, das war in allen Phasen der Darbietung zu spüren. Der bis in den letzten Winkel aufwändig durchkomponierte Orchestersatz mit etlichen komplizierten Einsätzen, dynamischen und gestalterischen Abstufungen, dazu noch in von Symeon Ioannidis ‚mitleidlos’ vorgegebenem Tempo, forderte das Ensemble bis an die Grenzen – die stressigen Einschränkungen auf die Vorbereitung dieses Konzertes ließen eine detaillierte Interpretation dieses Werkes sicher nicht zu.
Zum zweiten Höhepunkt dieses Konzertabends avancierte dagegen die Darbietung der 4. Sinfonie B-Dur von Ludwig van Beethoven. Dies war zu großen Teilen ein Verdienst des Gastdirigenten Symeon Ioannidis, der mit seinem wohltuend schnörkellosen exakten Dirigat – er hatte jedes Detail des Werkes in den Händen – der Gesamtdarbietung eine sichere orchesterdienliche Führung verlieh, bravo. So kam das Publikum in den Genuss einer in sich stimmigen Interpretation, die Highlights im Adagiosatz, selbst der echte Orchesterbravour (Streicher!) einfordernde Finalsatz gelang ansprechend, zu Recht der reiche Applaus.

-veho-
www.vogtland-philharmonie.de

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen