Konzert mit polnischem Flair
6. Sinfoniekonzert der Vogtland Philharmonie

Obwohl dieses 6. Sinfoniekonzert der Vogtland Philharmonie vom vergangenen Mittwoch mit der abschließenden „Frühlingssinfonie“ Robert Schumanns seinen orchestralen Höhepunkt hatte, werden die Besucher im ausverkauften Neuberinhaus gewiss das polnische Flair dieses Konzertabends in Erinnerung behalten. Dies war in erster Linie das Verdienst der polnischen Gastvirtuosin Aleksandra Mikulska, eine der besten Pianistinnen ihres Landes, die für den Solopart in Frédéric Chopins Klavierkonzert Nr. 2 in f-Moll verpflichtet werden konnte.

Auch eingangs schon erklang Polnisches: die „Old Polish Suite“ von Andrzej Panufnik. Der Komponist ist hierzulande nicht so populär wie seine berühmten Kollegen Szymanowski, Gerecki, Lutoslawski oder Penderecki – er muss jedoch dieser Garde zugeordnet werden, wie es schon der Höreindruck dieser hübschen Suite unter Beweis stellte. Polnischen Tänzen des 14. bis 16. Jahrhunderts aus alten Tabulaturen gab Panufnik in diesem Werk quasi das musikalische Leben zurück, dies ohne großes Pathos, nur Streicherchor mit viel Sinn für alte Harmonik und tänzerische Vitalität – eine musikalische Entdeckung, die das Ensemble unter der Leitung von GMD Stefan Fraas mit Hingabe musizierte.

Gespannt war das Publikum, wie eine erstklassige polnische Pianistin Chopin interpretiert. Natürlich kann man wie im f-Moll- Klavierkonzert mit virtuoser Brillanz glänzen und dies nachdrücklich mit körperlich-gestischer Schau in den Vordergrund spielen. Nicht so Aleksandra Mikulska: Nahezu zurückhaltend saß sie am Flügel, tief konzentriert auf die kleinste Nuance emotionalen Ausdrucks, fast schien das Spieltechnische nebensächlich, oft schien die linke Hand die Fülle der Fiorituren, die agogischen Freiheiten, die Schönheit der Melodien und Harmonien bildhaft mitformen zu wollen – eine bewegende, im besten Sinne weibliche Interpretation, an der auch das aufmerksam begleitende Orchester seinen Anteil hatte. Die Solistin steigerte sich in den Sätzen: traumhaft im Ausdruck die berühmte Larghetto-Liebesbotschaft, das Mazurka-Finale ein echter, vital-rauschender Höhepunkt. Schon in der Konzerteinführung hatte sie erkennen lassen, mit welcher Empathie sie sich die Interpretation dieses Virtuosenkonzertes erarbeitet hatte. Den begeisterten Applaus des Publikums honorierte Aleksandra Mikulska mit gleich zwei Zugaben: einer technisch-brillanten Liszt-Ballade und einem Präludium Szymanowskis.

Mit der Darbietung von Robert Schumanns 1. Sinfonie B-Dur, unter dem Titel „Frühlingssinfonie“ bestens präsent auf den Konzertbühnen der Welt, erfüllte die Vogtland Philharmonie im Ausklang des Konzertabends den Wunsch vieler Konzertbesucher. Geradezu euphorisch schließt Schumann mit dem genialen Einfall des „Im Thale blüht der Frühling auf“-Themas zu Beginn die Herzen auf für die Begrüßung der Jahreszeit – prächtig intoniert vom großen Orchestertutti. GMD Stefan Fraas dirigierte das Werk souverän auswendig und forderte eine insgesamt frische und jugendliche Interpretation, die das Ensemble bis in den letzten Winkel hinein mit Herzblut umsetzte. Forsche Tempi in den Ecksätzen, gute Soli an den Pulten, eine klare, durchsichtige Arbeit in den Durchführungsteilen, ein sehr schönes graziös-duftiges Scherzo und ein glanzvoll gesteigertes Coda-- Finale waren die Markenzeichen dieser gelungenen Darbietung, die zu Recht viel Applaus vom Publikum erhielt.

-veho-

Termine zu den Sinfoniekonzerten der Vogtland Philharmonie unter www.vogtland-philharmonie.de/sinfoniekonzerte

Autor:

Matthias Pohle aus Zeulenroda-Triebes

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