Eindrucksvolle Entwicklung
90 Jahre Greizer Museum im Wandel der Zeit

Museumsleiter Rainer Koch im Blauen Salon, dem wohl schönsten Raum im Ida-Palais.
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  • Museumsleiter Rainer Koch im Blauen Salon, dem wohl schönsten Raum im Ida-Palais.
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Die am 12. Oktober im Unteren Schloss zu Greiz eröffnete Sonderausstellung soll nicht nur das Museum im Wandel der Zeit vorstellen, sondern ist auch eine Reminiszenz an die Personen, die Menschen, die den Grundstein dafür legten.

„Das überdurchschnittlich große Engagement vieler Bevölkerungsschichten, von fürstlichen Bediensteten und Fabrikanten damals ist bemerkenswert“, sagt Museumleiter Rainer Koch und hebt besonders Oberhofmarschall Titz von Titzenhofer (1845 - 1926) und den Fabrikant Felix Günther (1871 -1952) hervor: „An diesen beiden Persönlichkeiten wird deutlich, dass viele Aspekte des höfischen und bürgerlichen Lebens im 19. Jahrhundert gleichermaßen zur Entwicklung der kulturellen Vielfalt unserer Residenzstadt beitrugen. Titz von Titzenhofer wirkte in seiner Freizeit im Kunstverein, Musikverein sowie Verein für Greizer Geschichte mit.“ Letzterer Verein hatte bereits 1893 begonnen „merkwürdige Gegenstände“ zu sammeln. Diese Sammlung wurde in einigen Räumen der ehemaligen Webschule als Museum für Greizer Geschichte am 13. Oktober 1912 eröffnet, das allerdings acht Jahre später wieder geschlossen werden musste.

„Dem großen Engagement von Greizer Bürgern, allen voran dem Papierfabrikbesitzer Felix Günther sowie dem damaligen Oberbürgermeister Dr. Reinhard Erbe ist die neue Eröffnung des Reußischen Heimatmuseums im ehemaligen fürstlichen Residenzschloss am 12. Oktober 1929 zu verdanken. Mit der Einrichtung des Museums im Unteren Schloss wurde Dr. Hanna Stirnemann betraut.Sie wurde später in Jena die erste Museumsdirektorin Deutschlands“, weist Museumsleiter Koch auf weitere Persönlichkeiten hin, die für die Museumsgründung verantwortlich zeichneten.

Die aktuelle Sonderschau „90 Jahre - Museum im Wandel der Zeit“ spiegelt auch die gesellschaftlichen Veränderungen wider, die auch die jeweiligen musealen Einrichtungen und Präsentationen beeinflussten. „Museen sind als Kultur- und Bildungsträger ein Spiegel der Zeit“, sagt Rainer Koch und lädt die Ausstellungsbesucher auf Spurensuche in die Räumlichkeiten im Unteren Schloss ein. Beispielsweise im Ida-Palais. Das wurde nach dem Tod der Fürstin Ida bis weit in die 40er Jahre des vorigen Jahrhunderts noch als private Gemächer der fürstlichen Familie genutzt. In den 50er Jahren erfuhren diese Räume gravierende Veränderungen, weil die prunkvolle Einrichtung nicht dem damaligen ideologischen Zeitgeschmack entsprach. Wertvolle Seidentapeten wurden entfernt und vernichtet, Lampen sowie Kamine und Prunköfen wurden abgebaut.

Das Interieur wurde teilweise in Kellern eingelagert und lange Zeit vergessen. Erst im Rahmen der Restaurierung des Unteren Schlosses ab 1998 fand es neue Aufmerksamkeit. Anhand durch die in der Museumsammlung befindlichen historischen Bilder des Hoffotografen Heinrich Fritz konnten Einrichtungsgegenstände und Kamine an ihren alten Standorten platziert werden. Das Ida-Palais und das repräsentative Treppenhaus im Unteren Schloss wurden 2001 bis 2009 restauriert. In diese Zeit fällt auch die Umbenennung des Heimatmuseums in „Museen der Schloss- und Residenzstadt Greiz“, die seit 2007 aus dem Museen im Unteren und Oberen Schloss sowie der Textilschauwerkstatt im Unteren Schloss bestehen. Zum Bestand gehören über 65 000 Einzelobjekte. „Ich kenne natürlich nicht alle, entdecke in den Sammlungen aber täglich neue Objekte“, freut sich Rainer Koch.

Die Sonderausstellung „90 Jahre Museum im Wandel der Zeit“ wird bis zum 24. November im Unteren Schloss zu Greiz gezeigt. Geöffnet ist das Museum dienstags bis sonntags täglich von 10 bis 17 Uhr.

Autor:

Gerd Zeuner aus Zeulenroda-Triebes

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