„Baby, du schaffst mich“ – Kabarett „Fettnäppchen“ mit neuem Programm - Aus dem Leben von Oma und Opa gegriffen - Urlaubsreise mit Enkel ans Zeulenrodaer Meer

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Am Freitagabend präsentierte das Veranstaltungsbüro Pasold im voll besetzten Bernsgrüner Kultursaal des Bürgerhauses „Zum Roß“ erstmalig das Kabarett „Fettnäppchen“ mit Eva Maria Fastenau als Ehefrau Siegrid und ihrem Mann Ralf, alias Marco Schiedt, mit ihrem neuesten Programm „Baby, du schaffst mich“. Beide Kabarettisten nahmen sehr zur Freude der zahlreichen Besucher aus Thüringen und Sachsen Schwachstellen in der Ehe und als Großeltern aufs Korn, hielten den Spiegel vor über unsere Schwächen und zeigten gekonnt aktuell politische Themen auf kabarettistische Art und Weise auf.
Die Ehekonflikte waren vorprogrammiert, als die Eheleute mitten in ihren Reisevorbereitungen auf den Mallorcaurlaub einen Anruf von Tochter Mandy erhielten. Sie habe ein Jobangebot im Westen bekommen, aber keinen Krippenplatz für Sohn Felix Francesco. Da der Wessi-Kindervater die „Flocke“ gemacht hat, sollen nun Oma und Opa auf den Kleinen aufpassen. In den nachfolgenden verschiedenen Spielszenen beleuchteten Fastenau und Schiedt die Kindererziehung und das Großelternsein von früher und heute.
Da können sich die Kumpel Otto und Paule aus Zeitnot nicht mehr treffen, weil sie als Opa die Enkel zur Kita, in die Schule und zum Fußballtraining fahren müssen. „Wenn mich nicht alles täuscht, sind wir früher zur Schule gelaufen“, stellt Fastenau als Otto fest. Und bei der Ernährung früher hieß es immer: „Esst schön auf Kinder, dann wird auch schönes Wetter. Heute haben wir fette Kinder und Klimaerwärmung“. Ein kritischer Blick ging auch in Richtung Bildung, die „am Boden ist mit einer Bildungsministerin in Berlin, die keiner kennt“. Als Leiterin der Regelschule „Boris Becker“ plagt Fastenau der Lehrermangel. Ihre Bemühungen um sechs neue Lehrer scheitern. Und auch mit den Eltern der Schüler der „verhaltensoriginellen“ Klasse 5c bezüglich Seiteneinsteiger Lehrer Schmidt gibt es Klärungsbedarf. Zum Gesundheitswesen und der Diskussion über den Schwangerschaftsabbruch brachte es Eva Maria Fastenau glasklar auf den Punkt: „Ich bin für die Selbstbestimmung der Frauen. Wenn Männer Kinder kriegen würden, wäre der Schwangerschaftsabbruch schon Gesetz“. Die Lacher auf ihrer Seite hatte Ehefrau Siegrid mit der Aussage über die Faulheit ihres Ehemannes. „Wenn Faulheit eine olympische Disziplin wäre, wäre Ralf Vierter, weil er zu faul wäre, aufs Treppchen zu steigen“. Und Ralf wiederum stellte bei seinem Besuch im Fitnessstudio fest: „Die Fitness im Studio will mein Körper nicht. Ich fange erst wieder an, wenn der Berliner Flughafen fertig ist“. Apropos Berlin. Warum tragen in Berlin alle ihre Schuhe mit dem Absatz nach vorn? Damit sie denken, es geht bergauf. Äußerst amüsant waren auch die Programmpunkte im Mucki-Kochstudio, auf den Massagestühlen des Wellnesstempels „Kleopatra“, beim Verstecken als Kindergartenkind und Schüler vor ihren Helikoptereltern sowie Werbungs- und Gesangseinlagen. Letztendlich ging aber die Entscheidung der beiden Großeltern Mallorcaurlaub oder Enkelbetreuung für alle Beteiligten zufriedenstellend aus. Ralf fährt mit seiner „kleinen Hallorenkugel“, wie er Siegrid liebevoll nennt, mit Enkel ans Zeulenrodaer Meer und stellt fest: „Opa sein hält verdammt jung“.
Fazit des Gastspiels: Der Abend war ein kabarettistischer Rundumschlag: kurzweilig, zwerchfellerschütternd, selbstironisch, publikumsnah, mit viel Spaß fürs Publikum. Und wer wollte, konnte dabei auch ein lachendes Auge auf die eigene Beziehung und das Großelterndasein werfen.

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