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Eine Fortbildung zahlt sich immer aus

Wer in die Fortbildung seiner Mitarbeiter investiert, profitiert immer davon - besonders durch eine  gesteigerte Motivation.
  • Wer in die Fortbildung seiner Mitarbeiter investiert, profitiert immer davon - besonders durch eine  gesteigerte Motivation.
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Im Gespräch mit Frank Zimmermann, Abteilungsleiter Aus- und Weiterbildung in der IHK Ostthüringen zu Gera.

Herr Zimmermann, wie würden Sie die augenblickliche Ausbildungssituation in den Berufen, für die die IHK Ostthüringen zuständig ist, beschreiben?
Wir haben für Ostthüringen über 1 800 – genau genommen: 1 878 – neu eingetragene Ausbildungsstellen registriert.
Das ist ein Plus von 1,8 Prozent. Das klingt nicht viel. Aber für uns entscheidend ist, dass wir keinen Rückgang haben.
Wir können jedem unversorgten Bewerber eine Ausbildungsstelle anbieten – wenn auch vielleicht nicht in seinem Wunschberuf. Hier helfen die Ausbildungsberater der IHK gern.

Kann eine Fortbildung dann sinnvoll sein?
Wir haben grundsätzlich immer ein aufbauendes System im Blick. An dessen Anfang steht die Ausbildung zu einem Facharbeiter(innen)beruf. Danach kommen verschiedene Weiterbildungen in Frage und werden künftig wahrscheinlich vielfach auch unverzichtbar sein.
Das Schlagwort vom „lebenslangen Lernen“ bekommt angesichts von Digitalisierung und der Prozesse um die Industrie 4.0 eine ganz neue Dringlichkeit. Die Voraussetzungen werden sich künftig in immer kürzeren Abständen ändern und die Anforderungen immer weiter steigen. Diese Herausforderungen werden Arbeitgeber/innen und Arbeitnehmer/innen kaum ohne permanente Fortbildungen meistern können.
Es gibt eine ganze Reihe sehr guter Bildungsanbieter in der Region, die umfangreiche Angebote anbieten, und mit einigen von ihnen arbeitet die IHK Ostthüringen auch schon jahrelang zusammen. Zudem kann man sich auch in der IHK ein maßgeschneidertes Konzept erstellen lassen.

Wenn ein(e) Arbeitgeber/in oder auch ein(e) Arbeitnehmer/in dennoch vor einer Weiterbildungsmaßnahme zurückschreckt, was sagen Sie denen dann?
Den verweise ich gern auf die gerade erst veröffentlichten Ergebnisse der DIHK-Erfolgsstudie Weiterbildung 2018. Dafür haben die Industrie- und Handelskammern (IHK) in den über 17 000 Absolvent(inn)en der Höheren Berufsbildung nach ihren Motiven und Erfahrungen befragt.
65 Prozent berichteten unter anderem von positiven Effekten auf ihre berufliche Entwicklung, einer höheren Position im Job sowie einer finanziellen Verbesserung.
Außerdem berichten 85 Prozent, dass die Weiterbildung ihren Blickwinkel erweitert und für ein verbessertes Verständnis gesorgt habe und dass sie mehr Souveränität gewonnen haben. Das alles ist eine starke Motivation für die Arbeitnehmer(innen), die sich letztlich immer für die Arbeitgeber auszahlt.

Viele Menschen träumen von einer beruflichen Umorientierung. Wann ist eine Umschulung sinnvoll?
Wir denken, dass in den meisten Fällen eine Weiterbildung die sinnvollere Alternative ist. Eine Umschulung sollte dann zum Einsatz kommen, wenn die Arbeitsuchenden keine Chance mehr haben, in ihrem erlernten Beruf in der Region einen Job zu bekommen – was durch den demografischen Wandel immer seltener der Fall sein dürfte.
In jedem Fall entscheidet ein(e) Arbeitsberater/in der Arbeitsagentur, ob einer Umschulung zugestimmt wird, allein schon, weil die Arbeitsagentur die finanzielle Förderung der Maßnahme trägt.
Derzeit gibt es im Bereich der IHK Ostthüringen 455 Umschüler(innen). Die Berufe, zu denen am häufigsten umgeschult wird, sind unter anderem Elektroniker/in, Mechatroniker/in, Industriemechaniker/in, Zerspanungsmechaniker/in aber auch Industriekaufmann/-frau oder Kauffrau/-mann im Gesundheitswesen.

Wo finden solche Umschulungen statt?
Die meisten Umschulungen werden von kompetenten Bildungsanbietern übernommen. In einigen Fällen kann es auch betriebliche Einzelumschulungen geben, das ist aber eher selten und bei besonderem Bedarf im Unternehmen der Fall.

Werden Fortbildungen und Umschulungen finanziell unterstützt?
Ja, es gibt einige, sehr interessante finanzielle Förderungen.
Bei Umschulungen übernimmt die Arbeitsagentur die Förderung und berät auch bei allen entsprechenden Fragen.
Bei Fortbildungen gibt es ab einem gewissen Abschluss Fördermöglichkeiten. Eine sehr stark genutzte und sehr attraktive Variante ist hier zum Beispiel das so genannte Meister-BAföG, das nicht nur von angehenden Meistern genutzt werden kann. Im günstigsten Fall werden bis zu 50 Prozent der Kosten übernommen. Wenn eine Fördermaßnahme 6 000 Euro kostet, dann ist das schon richtig viel Geld.

An wen kann man sich wenden, wenn man Fragen zu Fortbildungen und zu Jobfragen allgemein hat?
Alle Industrie- und Handelskammern in Thüringen haben ein umfangreiches Beratungsangebot bei allen Fragen rund um die Ausbildung und speziell geschulte Weiterbildungsberater, wenn man an einer Fortbildung interessiert ist. Weitere Informationen und Kontaktdaten findet man auf der Internetseite www.gera.ihk.de beziehungsweise können sie direkt bei der IHK erfragt werden.

Haben Sie noch einen persönlichen Tipp?
Ganz gleich, was man vor hat – man sollte sich erst einmal gründlich beraten lassen und dann entscheiden.

Gespräch: Daniel Dreckmann

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