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Monster: „Noch einmal Löhma, vielleicht das letzte Mal!“
Renft spielt bei Renft

Thomas „Monster“ Schoppe spielt mit Renft am Sonnabend im alten Pfarrhof Löhma, wo Klaus Renft bis zu seinem Tod 2006 lebte.
Thomas „Monster“ Schoppe spielt mit Renft am Sonnabend im alten Pfarrhof Löhma, wo Klaus Renft bis zu seinem Tod 2006 lebte. (Foto: Gerd Zeuner)
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Renft zählt zu den sogenannten Kultbands des Ostens. Die Leipziger gehörten in der ersten Hälfte der 70er Jahre zu den erfolgreichsten Rockbands der DDR. Titel wie „Wer die Rose ehrt“ oder „Zwischen Liebe und Zorn“ prägten eine ganze Generation.

Zwischen Liebe und Zorn bewegte sich auch das Verhältnis der damaligen Staatsmacht zur Renft-Combo. Bewegten sich Songs wie „So starb auch Neruda“ oder „Nach der Schlacht“ noch im systemkonformen Rahmen, wurden die Liedtexte immer kritischer, bis hin zur „Rockballade vom kleinen Otto“, die eine missglückte Republikflucht thematisierte. Was natürlich keine Gnade vor den Ohren der DDR-Kulurbehörden fand. Es folgten das Verbot der Renft-Combo im Sommer 1975, Haft und Ausreise einiger Bandmitglieder.

Nach der Wende rauften sich die fünf Musiker wieder für eine kurze Zeit zusammen, um sich bald im Streit wieder zu trennen. Zeitweise existierten zwei unterschiedliche Renftformationen. Mittlerweile haben sich die Reihen der legendären Band stark gelichtet. Einige Renftler spielen im Rockerhimmel, andere können gesundheitlich nicht mehr. Einzig Thomas „Monster“ Schoppe ist von der legendären Formation aus den 70ern noch musikalisch unterwegs. Vor elf Jahren reaktivierte der Sänger die Band und hält seitdem mit den gestandenen Ostrockern Gisbert Piatkowski (g), Marcus Schloussen (b) und Detlef Kriese (dr) das Renft-Erbe hoch. Derzeit befindet sich das Quartett auf 50-Jahre-Jubiläumstour.

Gegründet wurde die Band um das Jahr 1968. So genau weiß das aber keiner mehr. Namensgeber Klaus Renft hatte bereits zehn Jahre zuvor eine erste Combo gegründet. Doch die war schnell verboten worden, genauso wie diverse Nachfolgeformationen. „Ab 1968 oder 1969 gab es eine gewisse Kontinuität in der Band“, weiß Thomas Schoppe. Der Sänger stieg im Jahre 1970 bei Renftens ein und ist der Überzeugung, dass die Band erst mit dem Spielen eigener Songs so richtig Fahrt aufnahm: „Zuvor haben wir ausschließlich fremde Titel nachgespielt, heute würde man Coverrock sagen, und das Repertoire wechselte beinahe jede Woche.“

Am 30. Juni nun, zwei Tage nach Schoppes 73. Geburtstag, schließt sich für ihn und die Band ein Kreis: An diesem Sonnabend spielt Renft zum Sommerkunstfest in Löhma. Organisiert wird das Fest von Heike Stephan, mit der Klaus Renft die letzten Jahre vor seinem Tod in dem kleinen Dorf im Saale-Orla-Kreis gelebt hat. Renft spielt sozusagen bei Renft. „Heike hat mich dazu ein bisschen überreden müssen“, sagt Schoppe, denn er schaue eigentlich lieber nach vorn und wolle gar nicht mehr so gern in der Vergangenheit lebe. „Aber na gut“, lacht er, „machen wir noch einmal Löhma, vielleicht das letzte Mal.“ Was er natürlich nicht auf die Band, sondern auf den Auftrittsort verstanden wissen will.

Termin:

Sommerkunstfest am 30. Juni im alten Pfarrhaus Löhma

Das Programm:

15 Uhr - Eröffnung des „Skulpturengartens“
Gezeigt werden Plastiken von Thüringer und Internationalen Künstlern.
Die Kunstwerke wurden in der Gießerei Heinrichshütte im Technischen
Schaudenkmal in Wurzbach im Zeitraum 2007 bis 2011 gegossen.

Ab 15.30 Uhr
steht Kaffee und Kuchen bereit, für Getränke und Imbiss wird gesorgt.

16 Uhr - Eröffnung der Ausstellung „Thüringer Druckgrafik“
Die gezeigten Radierungen von 24 nationalen und internationalen
Künstlern wurden in der Thüringer Druckwerkstatt Löhma im Zeitraum
2012 bis 2018 gedruckt. Beim Schaudrucken in der Werkstatt wird das
Handwerk der Radiertechnik gezeigt und erklärt.

18 Uhr - Eröffnung der Ausstellung „Klaus Renft, der Maler“
Zu sehen sind 30 Ölbilder, gemalt von Klaus Renft, im Atelier unterm Dach.

Ab 20 Uhr spielt RENFT  im Garten des Pfarrhauses in Löhma.

Info und Tickets: Telefon 03663 420549

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