"Ausstellungen der besonderen Art" im Unteren Schloss zu Greiz
Ruf der Berge – und eisige Höhen

Konrad Henker vor seiner Grafik eines Gletschers in den Ötztaler Alpen.
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  • Konrad Henker vor seiner Grafik eines Gletschers in den Ötztaler Alpen.
  • hochgeladen von Gerd Zeuner

Mit seinen beiden neuen Sonderausstellungen verbindet das Museum im Unteren Schloss in Greiz Kulturgeschichte und zeitgenössische Kunst auf eindrucksvolle und originelle Weise.

"Es sind Ausstellungen der besonderen Art", freute sich Museumsleiter Rainer Koch zur Eröffnung am 26. Mai. Denn zum einen stehen der Deutsche Alpenverein und die 125-jährige Geschichte der Greizer Hütte in den Zillertaler Alpen im Fokus, zum anderen ziehen eindrucksvolle Bilder aus den Hochgebirgsregionen der Alpen des Künstlers Konrad Henker die Besucher in ihren Bann.

Was haben die Alpen mit Greiz gemein? Mehr als man gemeinhin denkt! Denn bereits vor 140 Jahren, am 28. März 1879, gründeten 31 Herren aus der Ostthüringer Residenzstadt einen Greizer Zweigverein als 79. Sektion des zehn Jahre zuvor gegründeten des Alpenvereins, der heute rund 350 Sektionen umfasst. Und am 25. Juli 1893 wurde die ganz aus eigenen Mitteln der Sektion erbaute Greizer Hütte in den Zillertaler Alpen eingeweiht. Sie wird seit 1896 bewirtschaftet und ist seitdem ein beliebtes Ausflugs- und Übernachtungsziel. Auch Museumsleiter Koch besuchte diese Hütte nicht lange nach seinem Amtsantritt in Greiz vor 15 Jahren. "Bereits damals entstand die Idee, wenn nicht schon in der Greizer Hütte eine Ausstellung über Greiz zu organisieren, dann in meiner neuen Heimatstadt eine Ausstellung über die Greizer Hütte." Diese Idee wurde nun kongenial umgesetzt. Die Ausstellung "Ruf der Berge" stellt nicht nur die Geschichte der Hütte vor, die ein bemerkenswertes Beispiel für nie unterbrochenen Ost-West-Dialog und das Zusammenwachsen von Ost und West ist, sondern auch die Geschichte des Deutschen Alpenvereins im Kontext mit der Greizer Sektion, die als 1991 gegründete Ortsgruppe heute über 300 Mitglieder hat. Ein Teil der Ausstellung ist zudem der Bergsteigerei zu DDR-Zeiten mit teilweise kuriosen Exponaten gewidmet sowie dem Greizer Ortsgruppenmitglied Jürgen Landmann, der vor drei Jahren als vermutlich erster Thüringer den höchsten Berg der Erde, den Mount Everest, bestieg.

In der zweiten aktuellen Sonderausstellung "Eisige Höhen" stellt der in Thüringen geborene Konrad Henker Szenen mit großer Suggestivkraft aus dem Hochgebirge vor. Seit 15 Jahren begibt sich der Künstler immer wieder mehrere Wochen in Hochgebirgsregionen der Alpen, lebt in selbstgebauten Schneeiglus und ritzt in mitgenommene große Zinkplatten Linien, die später im Tiefdruckverfahren für unvergleichliche Kaltnadelradierungen bildgebend sind. Die so entstandenen Grafiken spiegeln eindrucksvoll die atemberaubenden Urgewalten der Gletscher wider und machen diese beinahe greifbar erlebbar.

Die Liebe zu den Bergen ist die Verbindung zwischen den beiden Ausstellungen, die bis zum 25. August zu sehen sind und deren Besuch unbedingt empfehlenswert ist.

Öffnungszeiten: Täglich von 10 bis 17 Uhr, außer montags.

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