Getreideernte mit historischen Maschinen
Bindern im Weidatal

Frank Pohl (l.) und seine Helfer beim Bindern im Weidatal, v.l.: Ben und Anton sowie Jörg Hoffmann, Birgitt Hoffmann und Siegfried Wagner.
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  • Frank Pohl (l.) und seine Helfer beim Bindern im Weidatal, v.l.: Ben und Anton sowie Jörg Hoffmann, Birgitt Hoffmann und Siegfried Wagner.
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Wenn die Mähdrescher zur Erntezeit das Getreide auf den Feldern einbringen, hat Frank Pohl seinen Weizen bereits geerntet. Mit Erntemaschinen aus Urgroßvaters Zeiten.

Mitte Juli hat der Dörtendorfer mit einem historischen Mähbinder, gezogen von einem Lanz-Bulldog aus den 1050er Jahren, auf einem Feld im Weidatal mehrere hundert Quadratmeter Weizen geschnitten und gebündelt. Unterstützt haben ihn dabei fünf ehrenamtliche Helfer aus Gera, Staitz und Zeulenroda. "Ohne sie würde ich gar nicht meinem Hobby nachgehen können", sagt Pohl, der historische Landwirtschaftsmaschinen sammelt und aus purer Freude auch gerne einsetzt. Bei der Getreideernte steuerte er mit den jüngsten Helfern den Traktor, während drei weitere den Binder beaufsichtigten und die Garben zu Puppen aufstellten. 

Das "Bindern" ist eine heute nicht mehr gebräuchliche Erntetechnik. Mit einem Mähbinder, der ganz früher noch von Pferden gezogen wurde, werden die Getreidehalme samt Ähren mit rotierenden Messern abgeschnitten und fallen auf ein Band. Das fördert die Halme auf ein Sammelblech, wo sie mit einer Bindemaschine gebündelt und zu Garben gebunden werden. Am Ende trugen Pohls Helfer die Bündel zu rund 100 Puppen zusammen.

Was heute mit modernen „Vollerntemaschinen“ in einem Arbeitsgang geschieht – vom Schnitt bis zum Drusch – war früher in mühevoller Handarbeit zu erledigen. Die Einführung erster Agrartechnik war da schon eine große Hilfe und der Mähbinder ein großer Fortschritt. „Das Bindern mit solchen Maschinen war bei uns bis Ende der 60er Jahre verbreitet“, weiß Frank Pohl und verrät: "Damit muss das Getreide bereits geerntet werden, wenn das Korn noch nagelfest ist, während für die Ernte mit dem modernen Mähdrescher das Korn bissfest sein muss". Sein Mähbinder ist eine Maschine der Firma Krupp aus den 1940er Jahren. Das damit geerntete Getreide stand noch einige Tage zum Trocknen auf dem Feld.

Mittlerweile hat der Dörtendorfer die Garben historisch-stilecht mit einem Leiterwagen abgeholt und in seiner Scheune eingelagert. Denn das Getreide will Frank Pohl beim nächsten Oldtimer-Traktoren-Treffen am 16. Mai 2020 – es ist das 14. seiner Art und findet erstmals an einem Sonntag statt – auf dem Lanz-Bulldog-Hof in seinem Dörtendorfer Firmengelände dreschen. Diese Schauvorführung findet selbstverständlich mit einer historischen Dreschmaschine statt – einer Holzdreschmaschine der Marke Schmidt aus Auma.

Autor:

Gerd Zeuner aus Zeulenroda-Triebes

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