Greizer Traditionsbrauerei soll wieder zum Leben erweckt werden
Ein junger Braumeister mit ehrgeizigen Plänen

Alexa und Maximilian Schwab vor der Klinkerfassade des ehemaligen Brauereigasthofes.
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  • Alexa und Maximilian Schwab vor der Klinkerfassade des ehemaligen Brauereigasthofes.
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Maximilian Schwab hat eine Vision: Der Diplom-Braumeister möchte die ehemalige Feldschlösschenbrauerei in Greiz wieder zum Leben erwecken. Nicht nur Bier brauen und den Gaststättenbetrieb wieder aufnehmen will der 28-Jährige in der Traditionsbrauerei, das ganze Anwesen soll Event-Charakter erhalten und damit nicht nur Freunde des gepflegten Gerstensaftes anlocken.

Doch bis es soweit ist, sind noch viele Steine aus dem Weg zu räumen. Sinnbildlich und im wahrsten Sinne des Wortes. So steht in der ehemaligen Gaststätte in diesen Tagen die Entfernung und Entsorgung mehrerer Tonnen Schlacke an. „Die Schlacke fanden wir, nachdem wir mehrere Fußbodenschichten entfernt haben, über den ganzen Boden verteilt“, sagt Schwab und zeigt in den Gastraum, aus dem bereits mehrere Zwischenwände entfernt wurden und in dem einmal bis zu 100 Gäste Platz finden sollen. Die können dann in der ebenfalls im Gastraum befindlichen Sudanlage mit drei großen Sudbehältern den Prozess des Brauens verfolgen. Ab wann? „Wegen unerwartet aufgetretener Probleme bei der Entkernung mussten wir uns von dem Plan verabschieden, im Herbst dieses Jahres zu eröffnen“, bedauert der Diplom-Braumeister. Jetzt steht das Frühjahr 2020 als Eröffnungstermin im Raum.

Unterstützt wird Maximilian Schwab bei seinem ehrgeizigen Vorhaben von seiner Frau Alexa. Gemeinsam will das Ehepaar die Brauerei-Gastronomie in der Feldschlösschenstraße betreiben. Als nächstes steht jedoch erst einmal der Einzug der jungen Leute und ihrer drei Kinder in die neue Wohnung an, die quasi als erster Bauabschnitt in dem Brauereikomplex entstand.

Es sei bereits seit seiner Ausbildung sein Wunsch gewesen, eine eigene Brauerei zu betreiben, sagt Maximilian Schwab. Als gebürtiger Hesse hat er die meiste Zeit seines Lebens in Franken verbracht und hier bei einer namhaften Brauerei den Beruf des Brauers/Mälzers erlernt. Anschließend hat er in Berlin Brauwesen studiert und in der Bundeshauptstadt seine erste Brauerei eröffnet. „Doch mit Berlin sind wir nie warm geworden“, erinnert sich Schwab. Deshalb ging es zurück nach Bayern, wo er drei Jahre als Braumeister gearbeitet hat. Den Traum von der eigenen Brauerei hat er nie aufgegeben und bei der Suche nach einem geeigneten Objekt sei er über das Internet auf die Greizer Feldschlösschenbrauerei aufmerksam geworden, die zum Verkauf stand. Das war im Dezember 2017. Im Januar darauf hat er sich mit seinem Vater das Objekt angeschaut. „Es war Liebe auf dem ersten Blick“, erinnert sich der 28-Jährige, der die Immobilie im März 2018 gekauft hat: Insgesamt 15.000 Quadratmeter bebaute und unbebaute Fläche – inklusive dem Grundstück der ehemaligen Fischerklause, dem ehemaligen Getränkemarkt, der Gaststätte und natürlich dem Brauereigebäude. In diesem wurde seit 1875 bis 2006 Bier gebraut.

Ganz im Sinne der Tradition des Hauses will Maximilian Schwab den Brauereibetrieb wieder aufnehmen. Aber auch nach eigenen Rezepten sollen verschiedene Spezialbiersorten gebraut werden – beispielsweise Schwarzbier aus eigenem geräucherten und karamellisiertem Malz sowie Rauchbier, Kristallbier und saisonale Sorten wie Bock oder Winterbier. Der Tradition geschuldet sein könnte ein Gerstensaft anhand eines Rezeptbuches aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg sein, dass die Schwabs bei der Entkernung der Brauerei gefunden haben.

Zu den frisch gezapften Hopfengetränken soll es in der Gaststätte hochwertiges Essen aus der eigenen Küche geben. Auch hier steht, wie in dem geplanten Braubetrieb, die Regionalität und die Verwendung eigener Ressourcen ganz oben an. Verwendung finden nur einheimische Erzeugnisse und das Ehepaar selbst will Hühner halten und für die Milch- und Käseproduktion Schafe und Ziegen. Die dürfen dann auch von den Kindern gestreichelt werden, während ihre Eltern die Erlebnisgastronomie im Haus genießen oder auf der geplanten Kleinkunstbühne kulturelle Vorstellungen verfolgen.

Auf die Frage, ob er ein Visionär sei, wehrt Maximilian Schwab lachend ab. „Eher leicht verrückt, würde ich sagen“, meint er. Seine Frau widerspricht: „Mein Mann ist schon ein visionärer Träumer.“ Einig sind sich die beiden, dass sie in der Wiederbelebung der ehemaligen Traditionsbrauerei ihre Berufung sehen, die sie mit Herzblut verwirklichen wollen.

Autor:

Gerd Zeuner aus Zeulenroda-Triebes

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