Geschichte der Mikrofontechnik hautnah erleben - Technikmuseum der Microtech Gefell GmbH anlässlich des 85. Firmenjubiläums eröffnet

Elisabeth Künast (Vertrieb) mit Jochem Kühnast während der Eröffnung des Museums
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  • Elisabeth Künast (Vertrieb) mit Jochem Kühnast während der Eröffnung des Museums
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Das Museum trägt den Namen eines Visionisten. Georg Neumann gründete im Jahre 1928 zusammen mit Erich Rickmann eine Kommanditgesellschaft, um Mikrofone nach dem kapazitiven Wandlerprinzip herzustellen. Seine Vision, Kondensatormikrofone in Serie zu produzieren, konnte schließlich mit dem Modell CMV3 Wirklichkeit werden.
85 Jahre Mikrofongeschichte hat das Traditionsunternehmen mittlerweile geschrieben.
Jochem Kühnast, bis 2010 Geschäftsführer, weiß, während des Rundgangs im Museum, viel aus des Anfangszeit der Produktion zu berichten. "Wir haben uns einen langjährigen Wunsch erfüllt: Die Bewahrung des historischen Know-hows der technischen Entwicklung der Ton- und Messtechnik"
Das Museum geht auf Initiative von Christian Drechsler, Jochem Kühnast sowie Harald Gräbner als wissenschaftlichen Beirat zurück.
Das Museum entstand unter Mitarbeit und Unterstützung verschiedener Forschungsinstitute, darunter das Institut für Rundfunktechnik (IRT).
"Auf 100 qm gibt es Informationen für unseren Kundenstamm, für Universitäten, Fachhochschulen, aber auch für die Menschen der Region werden wird das Museum öffnen.", sagt Jochem Kühnast. Ziel ist es die "letzten techn. Details, den Einsatz und die Wirkungsweise im Live-Einsatz zu vermitteln."
Im Museumsbereich zeigen 4 Glasvitrinen Produkte der Mikrofontechnik aus der Vorkriegszeit, Schallplattentechnik, drahtlose Bühnenmikrofone aus der DDR-Produktion und Mess- und Kalibrierungstechnik.
Auf Schautafeln werden die Epochen der Mikrofonentwicklung und der Schallplattentechnik anhand von Fotos und Detailinformationen den Besuchern präsentiert.
1933 präsentierte sich die Georg Neumann und Co. KG auf der "Großen Deutschen Funkausstellung" und 1935 kamen erste Modelle des noch heute produzierten Kondensatormikrofon mit der klassischen M7 Elektrode bei den Live Rundfunkübertragungen von der Olympiade 1936 in Berlin zum Einsatz
Aufgrund des fortwährenden Bombardements wurde der Firmensitz 1943 nach Gefell verlegt.
Nach dem Kriegsende konnte die Produktion wieder aufgenommen werden, wobei hier viel in die Entwicklung von Messmikrofonen investiert wurde.
1972 musste die Teilpartnerschaft durch Komplettverstaatlichung der Firma aufgegeben werden. Unter der Marke RFT kamen aus dem VEB Mikrofontechnik Gefell die drahtlosen Mikrofone für die beliebte DDR-Unterhaltungsshow "Ein Kessel Buntes".
Nach dem Mauerfall konnte 1993 die Microtech GmbH gemeinsam mit der Georg Neumann KG wieder entstehen. Über 100 hochwertige Produkte werden derzeit von 48 Mitarbeiter in der Manufaktur gefertigt.
Das Spektrum reicht von Mikrofonen für Studio & Recording, für Livesound & Installation sowie Mikrofone für Messeinrichtungen und Kalibrierung.

Besichtigungen und Führungen nach Voranmeldung unter: 036649-882-0

Autor:

Wolfgang Hesse aus Gera

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