Landleben
Historische Zeitzeugen im Museum vereint.

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Greiz-Kleinreinsdorf
Zur Einweihung ihres kleinen Museums „Landleben 1880 bis 1950“ auf dem Köhlerhof in Kleinreinsdorf Nr.7 konnten die Eheleute Thea Köhler und Dieter Müller zahlreiche Gäste begrüßen. Damit hat sich für die Eheleute ein lang gehegter Traum erfüllt. Seit dem 15. Jahrhundert ist der Hof in Familienbesitz und über diesen gesamten Zeitraum hat sich einiges angesammelt und bis heute erhalten. „Die Gegenstände hatten eine lange Lebensdauer und wurden an nachfolgende Generationen weiter vererbt. Mit viel handwerklichen Fleiß haben wir das um 1887 errichtete Wirtschaftsgebäude, einem Nebenbau des Vierseitenhofes zur Unterbringung des Museums eingerichtet. Als namentlich letzte Vertreterin der „Köhlers“ war es für mich wichtig, die Nachwelt über die Lebensweise der Eltern und Vorfahren zu ihren Gebrauchsgegenständen aus Landwirtschaft und Haushalt zu informieren“, sagte Thea Köhler zur Einweihung. Bisher war das Vorhandene dort gelagert, wo es niemanden störte. „Nun hat alles seinen geordneten Platz zentralisiert gefunden“ schmunzelt im historischen Kostüm ihrer Vorfahren die Gastgeberin, bevor sie die erste Gruppe zum Rundgang durch die eingerichteten Räume führte. Vom Kellergewölbe mit Waschhaus, sind auf zwei Etagen mit Küche, Wohnstube und Dachgeschoss ein Schlafraum mit Landwirtschafts- und Alltagsgegenständen aus vergangenen Zeiten zu bestaunen. Hier eine kleine Auswahl aus dem Bestand. Bereits im Gewölbe lässt sich die Liebe zum Detail in beeindruckender Weise erkennen. Einst wurden zur längeren Haltbarkeit Lebensmittel gepökelt oder getrocknet. Carl Weck kaufte 1895 das Patent der Einweckgläser, somit änderte sich das. Davon zeugt eine Anzahl Einweckgläser verschiedener Größen. Auch eine uralte Bierflasche der Vereinsbrauerei Greiz schlummerte bisher unbeachtet im Keller. Im Waschhaus eine kleine Sensation, zu bestaunen ein Vorläufer der heutigen modernen, eine Waschmaschine vom Typ „Weltwunder“. Die Küche ausgestattet mit Kohleherd, Küchengeräten und vielen Gegenständen, erklärt Thea Köhler die vielfältige Funktion des Küchentisches. Zum einen als Esstisch, Arbeitsfläche, aufklappbaren „Käsetisch“ zum Abtropfen von Käse, der früher selbst erzeugt wurde. Eine wunderschöne alte Wohnstube, mit vielen Details an Porzellan, funktionierenden Spinnrad und einem Detektor, einem Gerätetyp für den Radioempfang, daneben dann schon ein Radio der 50er Jahre. In einem speziellen Raum alte Holz- und Sandsteinbaukästen, sowie mechanisches Spielzeug mit Dampfmaschine und angetriebenen Modellen. Das Schlafzimmer im Dachgeschoss, eingerichtet mit Kinderwiege, ein Bett für zwei Personen mit Strohsack, geschnitzten Nachtstuhl, Kommode mit Waschschüssel und Krug. Generell gab es früher kein Extra Kinderzimmer, die Kinder waren stets um die Eltern herum. Aber nicht nur die zur Schau gestellten Gegenstände könnten Geschichten erzählen. Selbst der Hof, hat sich von einem kleinen Bauernhof zum Vierseitenhof im Laufe der Jahrhunderte verändert. 1930 wurde das heutige neue Wohnhaus errichtet. Eine besondere Erinnerung aus ihrer Kindheit hatte Thea Köhler noch für die Besucher zu erzählen. Nach dem Krieg kamen die Besatzungsmächte auf das bäuerliche Anwesen, zuerst die Amerikaner, mit ihren Jeeps, fuhren einige Runden um den in der Mitte des Hofes angelegten Misthaufen und erklärten den Vierseitenhof zu ihrem Domizil. Einige Wochen später nach dem Abzug der Amis, kamen die Russen mit ihren Pferdegespannen und nahmen den Hof erneut in Besitz. Noch heute verfügt das Anwesen über eine funktionstüchtige mobile Dreschmaschine, die schon mehrfach zu historischen Umzügen zum Einsatz kam. Am Giebel der Scheune ist der noch einsatzfähige Traktor dargestellt. Die Einweihung des Museums war bestens gelungen, das schlägt sich in der positiven Resonanz im Gästebuch nieder. Zum Schluss des Rundganges bedankte sich Thea Köhler für die Unterstützung bei ihrer Familie, den Sponsoren und emsigen Helfern.

Autor:

Dieter Eckold aus Zeulenroda-Triebes

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