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Spannender Vortrag in Greizer Bibliothek

Kriminalrat a. D. Hans Thiers mit seinen Büchern
Kriminalrat a. D. Hans Thiers mit seinen Büchern
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Greiz.
Die Stühle waren reichlich mit Besuchern gefüllt, als der ehemalige Leiter der Morduntersuchungskommission des Bezirkes Gera Kriminalrat a. D. Hans Thiers über seine Bücher „Mordfälle im Bezirk Gera“ in der Stadt- und Kreisbibliothek Greiz ein aufmerksames Publikum unterhielt.
Nun hat er seinen zweiten Teil herausgegeben, dieser gibt Einblicke über die Aufdeckung, Aufklärung und Untersuchung authentischer Mordfälle, die nicht seiner blühenden Fantasie entsprungen sind. Der Autor hat in seinen zwei Bänden „Mordfälle im Bezirk Gera“ Tötungsverbrechen beschrieben, die er selbst bearbeitet hat beziehungsweise deren Aufarbeitung unter seiner Leitung stand. Von 1973 an war er in der Mordkommission des Bezirkes Gera tätig, von 1980 bis 1990 dessen Leiter.
Er führte zusammen mit dem Historiker und Verleger Michael Kirchschlager die Zuhörer an Tatorte voller Grauen und zwischenmenschlicher Tragödien. Besonders bei Straftaten gegen Kinder ging in den Städten und Gemeinden des Bezirkes Gera die Angst um. Die Kriminalisten waren bestens ausgebildet, die Aufklärungsquote im Bezirk Gera lag bei 98 Prozent“, betont der Kriminalrat, die einzelnen Abteilungen personell stark besetzt.
Meistens konnten die Mörder gefasst und verurteilt werden. Die Geständnisse der Täter sind im Original aufgezeichnet, ergänzt mit authentischen Dokumenten, Fotos der Tatwaffen, der Opfer, Übersichtsaufnahmen der Tatorte, psychologischen Gutachten. Die Akteneinsicht zu den Fällen bekam der Mordaufklärer unter anderem im Staatsarchiv Rudolstadt. Zitierte aus psychologischen Gutachten und auch über die jeweiligen Strafmaße in der DDR, mit Urteilen auf Todesstrafe, vollzogen mittels Fallschwertmaschine und später per Genickschuß. Über 70 Mordfälle beschreibt Thiers in zwei Bänden, ein dritter Band „Serienmörder der DDR“ sei in Vorbereitung.
Thiers ließ die Zuhörer in die menschlichen Abgründe von Straftätern blicken, berichtete zugleich über die oftmals aufreibende Arbeit der Kriminalisten und der Polizei in der DDR, die über die heutigen kriminaltechnischen Mittel noch nicht verfügten. Thiers machte deutlich, dass Kriminalität in der Presse der DDR nicht wie oftmals angenommen wird “vertuscht” wurde. Zu allen Fällen fand er bei seinen Recherchen Zeitungsbeiträge oder alte Fahndungsaufrufe, die deutlich aufzeigen, wie gezielt mit Hilfe der Öffentlichkeit Kriminalität bekämpft wurde. Das Spektrum reichte von der sechsfachen Kindesmörderin über den sexuell motivierten Frauenmörder bis zum pädophilen Kindesmörder, einem Doppelmord in Jena und weitere, die einem beim Zuhören das lut in den Adern erschaudern lassen. Die Veranstaltung fand in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Schloss Netzschkau statt, die bereits 2007 die ersten Krimiliteraturtage initiierten und nun vom sächsischen zum thüringischen Vogtland die zehnjährige Tradition übergesprungen ist und begeisterte Zuhörer angesprochen hat. darüber ist die Leiterin der Greizer Bibliothek, Corina Gutmann erfreut, versicherte, auch in der Bibliothek wird es eine Fortsetzung dieser Vortragsreihe geben.

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