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Zum Kiffen zu schade - Cannabis im Überfluss, aber nicht für einen Joint auf dem Acker in Zeulenroda

Wo: Hanflabyrinth, 07937 Zeulenroda-Triebes auf Karte anzeigen
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Berauschende Innovationen und Irrwege im Glückstaumel: Industriehanfanbau in Läwitz im Thüringer Vogtland

64 Hektar Hanf stehen am Zeulenrodaer Meer nahe Pahren. Von diesem Feld werden 450 Tonnen Hanfstroh geerntet und weiterverarbeitet.

Größte Thüringer Hanfplantage mit 82,5 Millionen Pflanzen auf einem 33-Hektar-Feld in einem Ortsteil von Zeulenroda-Triebes entdeckt.

Nein, das ist keine Polizeimeldung. Aber auch Kiffer brauchen sich ­keinerlei Hoffnung auf Tonnen von Gras zu machen. Der Industrie-Hanf, der im ­Thüringer Vogtland von der Pahren Agrar Kooperation angebaut­ wird, ist zum Kiffen zu schade. Außerdem könnte man sich auch gleich aus Wiesenheu einen Joint drehen. Cannabis mit unter 0,2 Prozent Tetrahydrocannabinol (THC) zeigt keine benebelnde Wirkung.

Dagegen kann man sich am Zeulenrodaer Meer an anderen Dingen berauschen: Von den 150 Hektar Hanfanbau in Thüringen werden hier allein 64 Hektar auf ­mehreren Feldern bewirtschaftet. Und in Läwitz steht eine von wenigen Faseraufschluss­anlagen in Deutschland. Darin werden die wertvollen Hanffasern - rund 150 Tonnen werden in Läwitz gewonnen - vom Stängel getrennt. "Diese finden sich in ­Dämmmatten, Verbundplatten und in ­naturfaserverstärkten Kunststoffen in der Autoindustrie wieder", sagt Dr. Hans-Georg Pröckl von der Pahren Agrar Koopera­tion, die seit dem Jahr 2000 Hanf anbaut.

D
ie Stängel werden zu Schäben (holzähnliche Stückchen) gebrochen und von der Agrar Kooperation als Tiereinstreu verwendet und angeboten. Die Läwitzer Anlage kann täglich rund fünf Tonnen Hanfstroh verarbeiten.

Im September wird per Mähdrescher geerntet. Der Samen - rund 50 Tonnen - wird verkauft. Aus ihm entstehen Öl, Salat­würzen, Pestos, Tee, Aufstriche, Brotmischungen, Schokolade, schokolierte gebrannte Hanfsamen und Gebäck. "Auch in Kosme­tik­produkten spielt Hanf eine Rolle. Selbst Hanfbier ist auf dem Markt", sagt Dr. Pröckl.  

Das Stroh bleibt den Winter über auf dem Acker. Während dieser Feldröste lösen Mikroorganismen die Kittsubstanz zwischen Bast und Holz.

Im Hanf-Pavillon in Läwitz ist die ­Produktpallette um den Instustrie-Hanf dargestellt. Zur am ­häufigsten konsumierten Droge in Deutschland erfährt der Besucher nichts. Schließlich ist Cannabis-­Konsum mit mehrprozentigem THC-Gehalt nicht nur hier verboten.

D
ass man Glücksgefühle auch ohne verbotene Subs­tanzen bewirken kann, beweist eine Kooperation zwischen neun Schüler der 9. Klasse der Rötlein-Regel-­Schule (Europaschule) Zeulenroda und der Agrar ­Kooperation Pahren. Gemeinsam entwickelten sie die Idee für das erste ­Thüringer Hanflabyrinth. "Die Schüler - die auch die Besucher-Betreuung vor Ort übernehmen - wollten gern die Asienkarte ins Hanffeld umgesetzt haben", sagt Dr. Hans-Georg Pröckl.

Nachdem der Anfang Mai ausgebrachte Samen aufging, wurden Mitte Mai per GPS die Ländergrenzen asiatischer Staaten durch Totspritzen der Pflanzen ins Feld gezeichnet. Ein Rasentraktor verbreiterte später die Labyrinthspur auf etwa einen Meter. Hier können jetzt Besucher den Freizeit-Exzess, den drogenfreien Kick im Grünen erleben.

1. THÜRINGER HANF-LABYRINTH

• Auf einer Fläche von 2,5 Hektar ist eine Wegstrecke von 2 Kilometern im Hanf-Labyrinth in Läwitz zu bewältigen.

• Festes Schuhwerk wird empfohlen.

• Sieben Info-Tafeln vermitteln Wissen um den Hanf, sodass die Quizfragen mühelos beantwortet werden können. Alle, die die Fragen richtig beantworten, nehmen am Ende der Saison an einer Auslosung teil.

• Geöffnet ist das Hanf- Labyrinth bis zirka Mitte September, donnerstags von 15 bis 19 Uhr sowie samstags und sonntags von 13 bis 19 Uhr.

• Der Parkplatz vor dem Hanfpavillon steht kostenlos zur Verfügung.

• Infos: Telefon 03 66 28 - 6 98 25, www.agrar-pahren.de

• Mehr Details + Fotos auf: facebook.com/tho mas.graser.16

Hanfverband

Das Thema des ersten Hanf-Labyrinths ist „Asien“, da die Wiege der Hanfpflanze vermutlich in Zentralasien zu finden ist. Das Wegenetz zeichnet in seinen Grundzügen die Umrisse und die Ländergrenzen des asiatischen Kontinents nach.
So wie die Geschichte und auch die Beziehungen zwischen den Ländern oft verschlungenen Pfaden folgen, sind auch hier Irrwege zu finden.

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