Bürgermeisterempfang 2018 der Stadt Schleiz
Die Rede

Bürgermeister Juergen K. Klimpke beim Jahresempfang  2018 der Stadt Schleiz in der Wisentahalle.
  • Bürgermeister Juergen K. Klimpke beim Jahresempfang 2018 der Stadt Schleiz in der Wisentahalle.
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Nachfolgend Auszüge aus dem Redemanuskript von Bürgermeister Juergen K. Klimpke zum Jahresempfang am 25. Januar 2018 in der Schleizer Wisentahalle:

Ich wünsche Ihnen allen ein gesundes neues Jahr und dass sich Ihre Wünsche im Jahr 2018 erfüllen mögen.

Meine sehr verehrten Damen und Herren,
ich danke Ihnen allen und besonders den Mitgliedern des Stadtrats und der Ortsteilräte sowie den OTBM für ihre gute Arbeit im Jahr 2017.
2017 war für die Stadt Schleiz und besonders für die Mitarbeiter in der Verwaltung ein überaus turbulentes Jahr.
Manche meinen auch, es wäre ein Jahr gewesen, in welchem die Stadt Schleiz nichts auf die Reihe brachte.
Nun, es war ein Jahr, das uns vor besondere Herausforderungen stellte. Und das sollte mit Geld zu tun haben.
Unser Landrat Thomas Fügmann hatte vor zwei Wochen in seine Rede Donald Trump eingebaut. Nun, ich will es ihm nachmachen. Denn die USA machten in dieser Woche wieder unglaubliche Schlagzeilen. Anfang der Woche mussten viele Staatsangestellten zu Hause bleiben und öffentliche Einrichtungen blieben geschlossen. Doch der Shutdown ist noch nicht vorrüber. Man einigte sich auf eine Übergangsfrist von 2 Wochen.
Schleiz erlebte im vergangenen Jahr etwas ähnliches. Wir hatten unser Finanzsystem geändert, weg von der Kameralistik hin zur doppelten Buchführung und waren plötzlich von einer wohlhabenden Gemeinde zu einer Konsolidierungsgemeinde geworden.
Das Beispiel Schleiz zeigte dann auch den Landesbehörden, dass es offensichtlich einen Fehler im System gibt. Ich hoffe für Thüringen, dass dieser Fehler, oder wie es ein Mitarbeiter des Landesverwaltungsamtes nannte, diese "Regelungslücke" behoben wird.
Und wie der Zufall es wollte, erhielten wir in dieser Woche einen Brief, in welchem uns die Stadt Nordhausen um Unterstützung bat. Diese ist seit 7 Jahren in der Doppik und hat die selben Probleme, wie wir sie hatten. Sie ist nach dem Geld auf dem Konto Liquide, muss aber trotzdem in die Haushaltskonsolidierung. Nun liegt seitens der Kommunen ein Vorschlag für die Änderung der Regelungen vor. Wir werden sehen, wie die Reaktion darauf in Erfurt ausfällt.
Schleiz kehrte schließlich zur alten Haushaltssystematik zurück und siehe da, alles passte wieder.
Nun, das war jetzt etwas stark verkürzt dargestellt, doch der Blick auf die aktuellen Zahlen kann uns ruhig schlafen lassen.
Derzeit haben wir rund 7,5 Mio Euro auf dem Konto und 4,8 Mio Euro Schulden.
Rein rechnerisch ist Schleiz mit einem Plus von 2,7 Mio Euro schuldenfrei.
Als ich vor sechs Jahren das Amt an der Spitze übernahm, sah das noch etwas anders aus. Damals hatte Schleiz 4 Mio in der Rücklage und 5,8 Mio Schulden. Rein rechnerisch war das ein Minus von 1,8 Mio Euro.
Also, so ganz falsch kann der eingeschlagene Weg nicht gewesen sein.
Doch lassen Sie uns nicht weiter vom Geld reden - auch heute Abend ist alles bezahlt, naja, zumindest bis auf das, was sie an der Bar bestellen -
lassen Sie uns in den nächsten Minuten auf eine Reise durch 365 Tage gehen und uns all das betrachten, was Schleiz im vergangenen Jahr besonders machte. 

2017 sollte das Jahr sein, in dem die Weichen für neue Verwaltungsterritorien in Thüringen gestellt werden sollten. Für Schleiz war angedacht, dass ca. 15 Orte hinzukommen sollten. Der Saale-Orla-Kreis sollte mit dem Saale-Holzland-Kreis und dem Landkreis Saalfeld-Rudolstadt fusionieren. In der Presse war von einem Monsterkreis die Rede. Schleiz hätte seinen Status als Kreisstadt verloren.
Nicht auszudenken.
Das dachten sich auch über 3.500 Bürger des gesamten SOK, die sich mit ihrer Unterschrift dafür einsetzten, dass Schleiz Kreisstadt bleiben sollte. Gesammelt wurden die Unterschriften in Geschäften, von Bürgern, in Vereinen und im Rathaus. Am 10. April konnte ich sie gesammelt dem Innenminister übergeben.
Ich danke an dieser Stelle allen, die Schleiz hier unterstützt haben. Ich danke auch den Bürgermeistern in den Gemeinden im ganzen SOK, dass sie es ermöglichten, auch in ihren Städten und Dörfern Unterschriften zu sammeln.
Dann stoppte ein Gericht die Gebietsreform.
Es bleibt alles so, wie es ist. 

Das lässt uns aufatmen.
Doch die Gebietsreform hat uns im Jahr 2017 viel Zeit gekostet. Zeit, die wir gern für andere Aufgaben genutzt hätten. 

Wenig Zeit hatten auch unsere Feuerwehrmänner und -frauen im Jahr 2017. Zumindest, was ihre Freizeit betrifft. Denn diese wurde im vergangenen Jahr durch besonders viele Einsätze verkürzt. 
2017 wurde mit 240 Einsätzen die bisherige Rekordmarke erreicht.
Und das mit immer weniger Einsatzkräften.
Wir haben hier, und das hatte ich bereits in den vergangenen Jahren auch immer wieder betont, eine tickende Zeitbombe. Unser Rettungssystem ist in Gefahr, wenn wir nicht neue Wege finden.
Diese werden uns viel Geld kosten, wenn wir den jetzigen Standart halten wollen. An mehr hauptamtlichem Personal werden wir da nicht mehr herumkommen. Dies vor allem auch, weil der bürokratische Aufwand immer größer wird. Allein dieser könnte durch den Gesetzgeber wieder zurück gefahren werden.
Aber das Leben ist leider anders. Seit 2017 müssen die Feuerwehren eine Einsatzstatistik melden, für die bisher die Rettungsleitstelle zuständig war.
Für Schleiz bedeutet diese zusätzliche Aufgabe einen hinzugekommenen Zeitaufwand von 40 Stunden im Jahr.

Meine Damen und Herren,
es läuft etwas gewaltig schief in unserem Land. Es wird Zeit, dass wir gegensteuern. 
Ich weiß, was die Freiwilligen Feuerwehren für Schleiz und seine Ortsteile bedeuten.
Sie sind wichtige Pfeiler im Rettungssystem in einer Welt, wo sich viele Menschen vom aktiven Ehrenamt zurückziehen.
Die Frage ist dann nur: Wer kommt helfen, wenn es keine freiwilligen Rettungskräfte mehr gibt?
Es können dann nur noch Berufsretter sein, die aber nicht in einer solchen Nähe stationiert sein können, wie das jetzt mit den FFW der Fall ist.
Der Schritt zur Berufsfeuerwehr könnte bedeuten, dass es eine Stützpunktfeuerwehr für z.B. das Oberland gibt. Diese hätte aber überhaupt keine Chance, in den jetzigen Einsatzzeiten vor Ort zu kommen.
Um unsere freiwilligen Einsatzkräfte zu motivieren, haben wir bald keine Mittel mehr. Damit meine ich allerdings nicht die finanziellen. Mit Geld kann man zwar vieles regeln, aber Freizeit mit der Familie kann man eben nicht kaufen. Diese Zeit muss einfach zur Verfügung stehen, und da sah es im vergangenen Jahr bei 240 Einsätzen für unsere Kameraden nicht gut aus.
Was ich voriges Jahr ankündigte, wurde wahr. Unsere Einsatzkräfte wurden mit Parkerlaubniskarten ausgestattet und dürfen mit ihren privaten Autos jetzt in der Stadt frei parken.
Es ist eine kleine Geste, ein kleines Dankeschön für die ungeheuer wichtige Arbeit, die diese Männer und Frauen jeden Tag leisten.
Ein großes Dankeschön schicke ich von hier aus an alle Kameradinnen und Kameraden unserer Wehren und vor allem auch an deren Ehe- und Lebenspartnern sowie an die Arbeitgeber. Ich danke Ihnen einerseits für ihre geleistete Einsatzbereitschaft und andererseits für die übergroße Geduld, wenn der Piepser wieder zum Einsatz ruft.
Meine sehr verehrten Damen und Herren,
ich glaube, wir alle können diesen Menschen nicht genug danken und eine stehende Beifallsbekundung wäre das Mindeste, was wir heute Abend tun können.

Ohne Arbeit im Ehrenamt würde vieles in unserer Welt nicht funktionieren. Dabei ist es egal, ob es um Kultur, Sport, soziales Engagement oder die Weiterentwicklung unserer Heimatorte geht.
Lassen Sie mich aber vorerst auf einen Bereich eingehen, der nicht immer präsent ist. In diesem Jahr werden diese Menschen zweimal aktiv, im vergangenen Jahr war es einmal, im nächsten Jahr wird es wieder zweimal sein.
Meine Damen und Herren,
die Rede ist von jenen Menschen, die als Wahlhelfer mit dazu beitragen, das unsere Demokratie auch gelebt werden kann.
Wahlen sind ein hohes Gut. Die Menschen in der DDR sind auf die Straße gegangen, und haben freie Wahlen erkämpft. Umso trauriger ist es, wenn dann bei der Wahl um das höchste Amt im Landkreis gerade mal 33 Prozent der Wahlberechtigten auch von ihrem Recht Gebrauch machen. Traurig ist es aber auch, wenn dann nach der Wahl Stimmen laut werden, dass der Landrat eigentlich nur von 20 % der Wähler gewählt wurde und damit versucht wird, Politik zu machen.
Und grotesk wirkt es, wenn Kommunalpolitiker in der politischen Debatte äußern, dass sie für die Bürger sprechen und gerade mal von 6 % der Wahlberechtigten das Mandat erhalten haben.
Nun gut, in der politischen Debatte ist einiges erlaubt und Politiker - egal auf welcher Ebene sie tätig sind, müssen sich mehr gefallen lassen, als der Normalbürger. Das ist nicht schön. Es gab einmal eine andere Streitkultur, in der zwar in der Sache auch heftig gestritten wurde, der Umgang miteinander aber von gegenseitiger Achtung geprägt war. Heute geht es leider schon sehr oft ins Persönliche und mitunter unsachlich unter die Gürtellinie.
Und eines gilt immer noch:
Es hat nicht der Recht, der am lautesten schreit.
Doch zurück zum eigentlichen Thema.
Ich danke all jenen, die bei den unterschiedlichsten Wahlen ehrenamtlich im Wahllokal Dienst tun, um mitzuhelfen, dass die Demokratie in Deutschland gelebt werden kann. Wir in Schleiz haben jedenfalls vor, alle unsere Wahlbezirke aufrecht zu erhalten und hier keine Einschnitte vornehmen zu müssen.
Demokratie ist vermutlich die schwierigste Form der menschlichen Gesellschaft, aber bei weitem keine schlechte.
Immer mehr Menschen wollen auch an den demokratischen Prozessen beteiligt werden und sich einbringen. Das mag verwundern, wenn zur Einwohnerversammlung in Schleiz nur zehn Bürger kommen, aber die direkte Beteiligung wird in den kommenden Jahren immer wichtiger werden. Wir werden deswegen auch unsere Regeln und Richtlinien ändern müssen. Diese sind spätestens seit Stuttgart 21 als anpassungswürdig anzusehen.
Vielleicht kennt ja der eine oder andere die Geschichte des Hausbesitzers Arthur Dent.
Dieser wurde mit einem Bautrupp konfrontiert, die sein Haus abreißen wollten. Er hatte gegen einen Bebauungsplan keinen Widerspruch eingelegt und nun sollte sein Haus einer Umgehungsstraße weichen.
Diese Pläne fand er schließlich in einem Behördenkeller in dem das Licht kaputt war in einem verschlossenen Aktenschrank, der in einer abgeschlossenen Toilette stand, an deren Tür ein Schild mit der Aufschrift "Vorsicht! Bissiger Leopard" hing.
Nur wenige Minuten später muss er erfahren, dass sein Widerstand keinen Sinn hat. Denn ein anderer Bautrupp will die Erde sprengen, um eine Über-All-Expressroute durch unser Sonnensystem zu bauen.
Die Menschen hätten 50 Jahre lang Zeit gehabt, in dem für die Erde zuständigen Planungsbüro auf Alpha Centauri die Pläne einzusehen und Widerspruch einzulegen.
Dies ist der Anfang der der Geschichte "Per Anhalter durch die Galaxis" und Douglas Adams hat sicher etwas überzogen.
Es reicht eben nicht, z.B. einen B-Plan nur einmal auszulegen und dann zu glauben, man kann den Sack zubinden. Es gibt Prozesse in unserem Zusammenleben, da muss man sich eben mehrfach zusammensetzen, um eine endgültige Lösung zu finden. Deshalb wird auch der B-Plan "Schleiz-Süd" erneut angepasst und wieder ausgelegt werden. Wir nehmen die Meinung unserer Bürger ernst.
Man wird zwar nie eine 100 %ige Zustimmung erhalten, doch große Konfliktpotentiale müssen ausgeräumt werden. Wenn wir das nicht tun, schaden wir unserer Demokratie.
Deshalb werden wir mit anderen Themen mehrfach mit den Bürgern im Vorfeld das Gespräch suchen, wenn es auch mehr Arbeit macht. Dadurch dauern Prozesse auch länger. Das muss man wissen, wenn man etwas entwickeln will.
Und wenn wir z.B. eine Lösung für eine innerörtliche Umfahrung suchen, um den zunehmenden Straßenverkehr optimaler lenken zu können, dann müssen wir die Vor- und Nachteile der einzelnen Varianten gewissenhaft abwägen und mit den Bürgern mehr als einmal über das Projekt reden.
Danken möchte ich auch den sachkundigen Bürgern in den Stadtratsausschüssen und den Mitgliedern des Stadtrates unserer Stadt.
Diese haben im vergangenen Jahr in 8 Stadtratssitzungen und 44 weiteren Ausschuss- bzw. Gremiensitzungen über die Geschicke unserer Stadt beraten und Beschlüsse gefasst.
Es war ein turbulentes Jahr und ich danke Ihnen von ganzem Herzen für Ihre Einsatzbereitschaft für unsere Stadt.

Sie sehen hier oben auf der Leinwand drei Zahlen. diese Zahlen sind ein guter Grund, dass wir uns in Schleiz freuen können. Insbesondere ist mit dieser Freude ein Dank an die Mitarbeiter unserer Bibliothek verbunden, denn diese Zahlen sind der Beleg für deren gute Arbeit.
Mit 1522 Nutzern haben wir wiederholt eine Spitzenmarke erreicht.
Insgesamt wurden in der Bibliothek im vergangenen Jahr 39.946 Besucher gezählt, die 105.769 Medien, also Bücher, Zeitschriften, CDs, DVDs usw. ausgeliehen haben.

Eine weitere Zahl: 295.
So viele Veranstaltungen standen allein im Veranstaltungskalender im Amtsblatt. Hinzu kamen 2017 noch jene Veranstaltungen, für die wir keine Vorankündigung machten.
Diese Zahlen sprechen eine andere Sprache, als jene, die mitunter auf der Straße zu hören ist. Da heißt es oft: In Schleiz ist ja nichts los. Erst um den Jahreswechsel hatten wir eine Diskussion, warum es in Schleiz keinen Silvestertanz gäbe.
Den gab es mal. Doch die Veranstalter haben aufgrund zurückgehender Besucherzahlen das Handtuch geworfen. Das ist leider die Realität.
Es wird auch über das flächendeckende Sterben der Gaststätten geklagt. Doch wenn immer mehr Menschen nicht hingehen, dann fehlt den Betreibern die wirtschaftliche Basis.
Gleiches gilt für die kleinen Läden. Wenn die Menschen immer mehr im Internet einkaufen oder in die großen Einkaufscenter gehen und dort ihr Geld ausgeben, dann haben die kleinen Läden in der Innenstadt keine Chance. Man kann sich das Buch, das man kaufen will gern im Internet aussuchen. Kaufen sollte man es aber in den Geschäften vor Ort. Die können es - sofern es nicht vorrätig ist - besorgen. 

Ich danke den rund 80 Vereinen unserer Stadt für ihr Engagement auf ihrem Interessensgebiet. Sie alle machen das Leben in Schleiz und der Region bunter und lebenswerter.
Um Ihre Arbeit zu unterstützen halten wir auch an der Vereinsförderung fest. 

Der Ausschuss für Wirtschaft, Stadtmarketing, Kultur und Soziales hat auf seiner letzten Sitzung bereits über die ersten Förderanträge entschieden. Und so ist es mir eine Freunde, heute die ersten Bescheide an Vereinsvertreter übergeben zu können.
Ich bitte nun jeweils einen Vertreter des Schleizer Karnevals Clubs, der Oschitzer Blasmusik und des Motorsportclubs "Schleizer Dreieck"  zu mir auf die Bühne.

Seit vielen Jahren treffen sich drei Kegelvereine aus Cheb, Weiden und Oschitz, um ein gemeinsames Turnier auszutragen. 2017 fand dieses in Cheb statt.
Erstmalig trafen sich zu diesem Anlass auch die Bürgermeister der drei Städte zu einem Kennenlernen. Beim Turnier der Stadtoberhäupter belegte ich dann einen guten Platz im Mittelfeld. Wichtiger ist aber, dass sich nach diesem TReffen inzwischen ein enger Kontakt zur Stadt Cheb entwickelt hat, welchen wir ausbauen sollten.
Und der eine oder andere wird sich vielleicht noch daran erinnern: Cheb war mal der Partnerkreis von Schleiz. Es gibt genügend Anknüpfungspunkte. Und vielleicht klappt es ja auch, dass die Osch'zer in diesem Jahr beim Blasmusikfest in Cheb mit präsent sind. Wir arbeiten dran.
Übrigens: Die Oschitzer feierten im vergangenen Jahr ihr 55-jähriges Bestehen. Sie sind übrigens auch ein Verein, der eine recht gute Verjüngung hinbekommen hat. Kompliment und viel Erfolg im Jahr 2018.

Eigentlich müsste ich heute Abend jeden Verein hier aufrufen und würdigen. Ich hoffe, Sie sehen es mir nach, dass ich mich auf einige Beispiele beschränke und bitte alle nicht genannten Vereine um Verständnis. 

In sportlicher Hinsicht hatten wir 2017 mit dem 8. Schleizer Dreieck Jedermann eine Veranstaltung, welche die Stadt selbst organisierte. Das soll auch 2018 so bleiben.
Das Jedermannrennen 2017 war das erste, das eine Durchfahrt durch die Stadt beinhaltete. Es war aber auch das letzte Jedermannrennen, das auf einem langen Kurs durch das Oberland führte. Ab 2018 wird der Kurs verkürzt, so dass die Zuschauer die Radsportler mehrfach sehen werden. Es wird also interessanter und das Schleizer Dreieck wird hierbei eine größere Rolle spielen. 

Auf dem Schleizer Dreieck hatten wir 2017 wieder vier große Veranstaltungen, die sehr ansprechend waren und interessanten Motorsport boten. Ich danke den Veranstaltern für ihre gute Arbeit und besonders dem MSC Schleizer Dreieck für die Durchführung der IDM auf der Rennstrecke, auf der 1924 die Deutsche Meisterschaft im Straßenmotorrennsport das Licht der Welt erblickte.
Zu seinem 60-jährigen Jubiläum wünsche ich dem MSC schon heute - die eigentliche Feier ist ja erst am 23. Februar - alles Gute und viel Erfolg für die Saison 2018. 

Lassen Sie mich noch auf eine sportliche Attraktion eingehen, die nicht von einem Verein organisiert wurde. In diesem Winter, der uns ja nun mit Kälte nicht gerade gesegnet hat - den einen freut's, den andern ärgert's - in diesem Winter kann man auf dem Neumarkt Eislaufen.
Naja, zumindest hat man Schlittschuhe unter der Fußsohle und gleitet damit auf Plastik dahin. Aber "Plastelaufen" klingt nun mal wirklich komisch.
Wir haben es uns mit der Entscheidung darüber, ob wir dem Ansinnen der AMK Dienstleistungs GmbH zustimmen, nicht leicht gemacht. Wir haben sogar die Bürger des Neumarktes und der Brunnengasse vorher zum Gespräch gebeten, um mögliche Konfliktpunkte ausräumen zu können.
Heute können wir sagen, dass die befürchtete Lärmbelästigung nicht eingetreten ist. Der Versuch kann als geglückt angesehen werden. 

Im vergangenen Jahr traten die Bürger von Langenbuch und Dröswein an uns heran, ob wir es ermöglichen können, eine bessere Busanbindung an die Kernstadt zu schaffen. Wir haben uns daraufhin umgehend mit der KomBus in Verbindung gesetzt und in einer sehr schnellen Zeit eine Lösung gefunden.
Seit Dezember gibt es nun dienstags und donnerstags zwei zusätzliche Fahrten von den beiden Dörfern in die Stadt und wieder zurück, um den Menschen ohne Auto bessere Bedingungen zum einkaufen zu geben.
Ich danke an dieser Stelle den Vertretern der KomBus ganz herzlich für diese schnelle Lösung.
Und noch ein Dank an die KomBus:
Seit dem 1. Mai 2017 gibt es einen Wanderbus von Schleiz nach Nordhalben und zurück, der auch Fahrräder transportiert. Damit haben wir das Oberland mit Oberfranken noch besser vernetzen können. Ich wünsche der KomBus viele wandernde Fahrgäste.  

Schnell ging es auch auf einem anderen Gebiet zu. In einer Rekordzeit von 147 Tagen hat die Stadt Schleiz einen B-Plan zu Wege gebracht, um eine Firmenerweiterung zu ermöglichen.
Dies ist eine der besten Formen der Wirtschaftsförderung, wenn wir Investoren nach unseren Möglichkeiten helfen, ihre Projekte umzusetzen. Die Frage, um die es ging war ganz einfach: Entweder gewinnen wir 150 Arbeitsplätze hinzu oder wir verlieren 250. Die Antwort darauf war auch einfach. Und so haben wir dann gehandelt.
Derzeit sind wir bis in höchste Thüringer Regierungskreise daran, weitere Hürden für die Realisierung des Vorhabens von STS aus dem Weg zu räumen. Das braucht leider viel Zeit, denn wir sind hier auf Partner angewiesen und haben mit Bundes- und Landesgesetzen zu kämpfen.
Ich wünsche der Systemtechnik Schleiz GmbH viel Erfolg bei der Erweiterung des Standortes Schleiz.

Obwohl wir im vergangenen Jahr ein haushaltstechnisch schwieriges Jahr hatten, haben wir doch viel geschafft.
Es konnte der 2. Bauabschnitt der Heinrichstraße fertiggestellt werden. 

In Möschlitz haben wir den Ausbau der Schleizleite beendet und konnten am 27. Oktober die Einweihungsfeier zelebrieren. 

Wir haben den Parkplatz an der Post in Ordnung gebracht und damit eine Gefahrenstelle beseitigt. Das war baulich kein schweres Problem, aber juristisch. Denn das Gelände ist in Privatbesitz. Jetzt ist aber alles geklärt und die Bürger können wieder gefahrlos ihre Fahrzeuge abstellen.
Außerdem haben wir den Eichenweg in Lössau und den Lottoweg in Oberböhmsdorf gebaut. 

Ein weiteres großes Projekt, dass uns auch schon seit Jahren beschäftigt, ist die Jahnturnhalle. 2017 konnten wir mit der Sanierung beginnen. Die Arbeiten sind im Plan. Der Termin scheint - nach dem jetzigen Stand der Dinge - gehalten zu werden. 

Seit 1945 ist Schleiz seiner Stadtkrone beraubt. Nachdem nun die Tage der Nutzung des Schlossgeländes durch die Polizei gezählt scheinen, haben wir rechtzeitig damit begonnen, uns Gedanken zu machen, was dann dort oben auf dem Berg geschehen soll. Jetzt liegt eine Machbarkeitsstudie vor, die uns in den nächsten Jahren bei den weiteren Planungen begleiten wird. 

Es ist aber nicht nur die Stadt, die baut. Es sind auch viele private Investoren unterwegs und sorgen für eine stetige Verbesserung des Stadtbildes.
So konnte die Lebenshilfe ihr Objekt am Markt in Betrieb nehmen. Das Haus wurde ansprechend gestaltet und ist zu einem Hingucker auf dem Markt geworden.
Danke für dieses Engagement.
Ein gleiches Dankeschön gilt Familie Kästner, die am Neumarkt ein altes Haus in die Kur genommen hat und auch dort für die Verbesserung des Stadtbildes sorgte.
An der Roten Brücke werden die Gebäude der ehemaligen BHG des Malerhandwerks zu Wohnungen umgebaut. Auch hier hat sich eine positive Lösung für ein wahrscheinlich brach fallendes Gebäude gefunden. Herzlichen Dank Herrn Oehler für dieses Engagement. 

Eine Lösung hat sich nun auch für das ehemalige Kaufhaus an der Kaufhauskreuzung - offiziell Hofer Straße 1 - gefunden. Die Kreissparkasse hat daraus ein Geschäfts- und Parkhaus gemacht, das sich gut ins Stadtbild einfügt.
Lieber Herr Heinrich, ich danke ihnen für diese Investition und wünsche ihnen immer ein volles Haus.

Weitere private Baumaßnahmen gab es in der Pahlhornstraße, der Kirchgasse und in der Braugasse, wo gleich 2 Häuser angepackt wurden. 

Schleiz braucht Wohnraum. Das ist eine platte Parole, aber auch angesichts der bevorstehenden Firmenerweiterung und Ansiedlungen eine Tatsache.
Es wird auch immer mal wieder der Ruf nach neuen Bauflächen laut. Und wenn man den Äußerungen mancher Zeitgenossen glauben schenken würde, dürfte in Schleiz kein neues Haus mehr entstehen können.
Die Realität ist eine andere. 2017 wurden mehrere neue Einfamilienhäuser gebaut. So unter anderem
am Brandenstein, in der Robert-Koch-Straße, in der Bergstraße/Gratweg, am Alten Weg in Gräfenwarth und am Birkenweg in Gräfenwarth.

Der Landkreis erneuerte die Schulsportanlage einweihen.

Das war das, was hinter uns liegt. Erlauben Sie mir nun noch einen kurzen Ausblick auf das, was wir vor haben.
Wir wollen schnellstmöglich den B-Plan Nikolaistraße 39 zum Abschluss bringen, damit der Investor mit dem Bau beginnen kann.
Weiterhin gilt es die Änderung des B-Plans "Greizer Straße 62" voranzutreiben, damit STS seiner Aufgabe nachgehen kann, Autozubehörteile zu produzieren. 

Dann werden wir in diesem Jahr Industriebrachen im Stadtinneren angreifen. Die Stadt wird hierbei als Zwischenerwerber auftreten, die Gebäude abreißen und dann an einen Investor verkaufen.
Für die Gebäude der Schleizer Alben GmbH in der Heinrichstadt steht dieser Investor bereit. Die Fördermittel sind genehmigt. Hier wird es bald losgehen. 

Nicht ganz so schnell wird es am Schulplatz gehen. Am 6. Februar wird der Stadtrat über den Ankauf der maroden Gebäude entscheiden. Hier haben wir noch keine Fördermittelzusage und auch noch keinen Investor für das Gesamtareal.
Jedoch wird der Landkreis in den jetzigen Entwurf des Kreishaushaltes im Rahmen des Investitionsplanes den Erweiterungsbau für die Goetheschule als Maßnahme mit einstellen.
Sehr geehrter Herr Landrat, ich danke Ihnen, dass sie meinem Antrag folgen wollen. Es ist ein Zeichen in die richtige Richtung.

Dann wollen wir in diesem Jahr mit der Dorferneuerung in Lössau fortfahren und das Terrain rund um den Dorfteich neu gestalten. 

Außerdem soll in diesem Jahr die Sanierung der Jahnturnhalle beendet und mit der Instandsetzung der Oststraße begonnen werden.
Weiterhin haben wir die L.-Jahn-Straße auf der Agenda, doch hier zeichnet sich ab, dass die Baumaßnahme erst 2019 erfolgen kann.
Im Rahmen des Straßenbaus wollen wir die Situation in der Siedlung am Freibad angehen, damit die Bürger dort auch gute Straßen bekommen. Dazu werden wir im Frühjahr mit den Bürgern dort ins Gespräch kommen und diese an dem Prozess mit beteiligen.
Dann haben wir die wichtige Aufgabe der Sicherstellung der Löschwasserversorgung vor uns. Ziel ist es, in diesem Jahr bereits zwei Zisternen zu bauen und ein Löschwasserkonzept aufzustellen, dass dann als Arbeitsgrundlage dienen soll.
Im touristischen Bereich soll das Gebiet an der Sperrmauer besser erschlossen und entwickelt werden. Hierzu wird noch im Frühjahr mit der Erarbeitung eines weiteren B-Planes begonnen, um das Konzept der Internationalen Bauausstellung "Ferienhäuser der Zukunft" realisieren zu können.
Um auch als Tourist gut zur Sperrmauer zu kommen, werden wir in diesem Jahr die Planung für den Radweg auf dem ehemaligen Gleisbett der Eisenbahn machen und, so die Fördermittel kommen, im nächsten Jahr mit dem Bau beginnen.
Schließlich liegt uns noch ein Projekt am Herzen, dass viele Schleizer berührt. Es geht um den Heinrichsruher Park. Diesen planen wir teilweise oder ganz anzukaufen
Und zu guter letzt soll noch in diesem Frühjahr eine außergerichtliche Beilegung des Rechtsstreits um das Schleizer Dreieck erreicht werden.
Die Zeichen dafür stehen gut. Momentan geht es noch um Formulierungsfragen und die Klärung juristischer Belange.
Aber ich bin hier sehr zuversichtlich. 

Vor einem Jahr hatte ich angekündigt, dass unser Lese-Wisi vor der Bibliothek Gesellschaft bekommen würde. Nun, der Zuwachs ist da. Vor der Böttgerapotheke steht seit dem 1. Advent 2017 ein Böttger-Wisi und grüßt all jene, die über den Markt gehen.
Ich danke von ganzem Herzen Herrn Apotheker Dr. Jörg Wittig für dieses Engagement, denn er hat den kleinen putzigen Kerl bezahlt.
Lieber Jörg, Danke. Möge er immer ein gutes Auge auf die Apotheke haben und zu einem Schutzengel für dein Unternehmen werden.
In diesem Frühjahr wird übrigens noch ein dritter Wisi im Stadtbild erscheinen. Doch dazu mehr, wenn es soweit ist.

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