Neuer Bahnfahrplan bringt spürbare Veränderungen für Greiz

Triebzug der DB Baureihe 612 in Gera Hbf
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Neumühle verliert jeden zweiten Verkehrshalt

Greiz.

Der Fahrplanwechsel der Deutschen Bahn und damit verbunden aller anderen Bahnunternehmen am 9. Dezember wirft schon deutliche Schatten voraus. Wie aus den vorliegenden vorläufigen Fahrplänen zu erfahren ist, kehrt nach 12 Jahren die Deutsche Bahn wieder auf die Elstertalbahn zurück. Die Vogtlandbahn, die auch die letzte Ausschreibung gewonnen hat, wird ab Dezember nur noch die im Zweistundentakt verkehrenden, durchgehenden Züge zwischen Weischlitz –Plauen – Greiz – Gera und zurück fahren. Die für einen Taktverkehr um eine Stunde versetzten Züge zwischen Greiz und Gera wird die DB AG stellen. Bei zwei Fahrten am frühen Morgen verkehrt die DB sogar ab und bis Elsterberg, da die Züge der Vogtlandbahn bereits dort wenden.
Die DB plant, auf ihren Fahrten Neigetechniktriebzüge der Baureihe 612 einzusetzen. Das bringt für die Fahrgäste spürbare Verbesserungen. Denn durch die automatische Mittelpufferkupplung ist es möglich, diese Züge in kürzester Zeit mit anderen der gleichen Bauart zu kuppeln. Und genau das hat die DB vor. Einige dieser Fahrten aus Greiz werden in Gera mit den Regionalexpresszügen aus Altenburg gekoppelt und fahren durch bis Erfurt. Auf der Rückfahrt werden die Züge in Gera wieder getrennt. Somit bekommt Greiz nach vielen Jahren wieder umsteigefreie Direktverbindungen in die Landeshauptstadt. Außerdem verkürzt sich die Fahrzeit in Richtung Gera von 35 auf 31 Minuten, in der Gegenrichtung von 41 auf 33 Minuten bei den DB-Fahrten, gegen Aufpreis auch wieder in der 1. Klasse.
Doch wo viel Licht ist, ist bekanntlich auch viel Schatten. Die Züge der DB haben im Gegensatz zu denen der Vogtlandbahn kein Niederflurteil. Das bedeutet für die Fahrgäste, dass sie mehrere Stufen hinaufsteigen müssen. Vor allem mit Gepäck, Kinderwägen oder Fahrrädern wird dies ein Kraftakt. Denn erhöhte Bahnsteigkanten für den bequemen Einstieg gibt es nur in Gera Süd und Gera Hbf. Da die Züge außerdem nicht, im Gegensatz zu denen der Vogtlandbahn, Haltewunschtasten für die Fahrgäste haben, fallen die Bedarfshalte in Neumühle, Wünschendorf-Nord, Gera-Liebschwitz und Gera-Ost weg. Das bedeutet für die Fahrgäste, dass sich die Anzahl der Verkehrshalte dort halbieren wird. Lediglich bei einigen Fahrten am frühen Morgen bedient die DB die Haltepunkte. Während es für die weggefallenen Halte im Geraer Stadtgebiet einen adäquaten Ersatz durch den Bus- und Straßenbahnverkehr gibt, werden die Fahrgäste in Neumühle jetzt noch deutlicher die Auswirkungen der Anfang des Jahres gestrichenen Busfahrten in und aus Richtung Kreisstadt Greiz zu spüren bekommen.

Für Berufspendler besonders gewöhnungsbedürftig wird sein, dass der Zug um 5.40 Uhr erst um 6.12 Uhr verkehren wird. Das bedeutet, dass der derzeit vorhandene Anschluss in Gera in Richtung Leipzig wegfällt. Will er oder sie wie bisher 7.33 Uhr in Leipzig sein, dann beginnt die Reise in Greiz bereits um 5.16 Uhr.

Autor:

René Kramer aus Zeulenroda-Triebes

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