Der Ballon über der Göltzschtalbrücke fährt wieder

Blick von 150 Meter Höhe zur Göltzschtalbrücke, über die – wie bestellt – gerade ein Zug fährt.
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Für Gerd Melchinger war es ein ganz besonderer Moment: Fast auf den Tag genau vier Jahre nach seiner letzten Ballonfahrt an der Göltzschtalbrücke konnte er hier wieder den Vogtlandballon starten. Der Pilot hatte am 16. Juli 2007 die letzte Fahrt absolviert, am 26. Juli 2011 punkt 10 Uhr hob er mit dem neuen Ballon und ersten Fahrgästen wieder ab.

Der Fesselballon war sieben Jahre lang so etwas wie das jüngste Wahrzeichen der Göltzschtalbrücke. Seit 2001 leuchtete die sonnengelbe Kugel bei schönem Wetter weithin sichtbar über dem historischen Bauwerk. In der Gondel bis zu 25.000 Fahrgäste jährlich. Wegen einer Undichtigkeit am Ballon musste er im Jahr 2007 abgerüstet werden. Nun fährt ein neuer Ballon wieder, gleich am ersten Tag nutzten fast einhundert Mitfahrer die Gelegenheit, sich für eine runde Viertelstunde in die Höhe heben zu lassen.

Damit hat auch für die Betreiber der Ballonfahrten das Warten endlich ein Ende. Bereits am 11. Mai dieses Jahres wurde der neue Ballon an seinem alten Standort aufgebaut und danach im Lastbereich getestet. Für den Personenbetrieb waren unzählige Genehmigungen einzuholen, beispielsweise eine Aufstiegsgenehmigung und eine Personallizenz. Als letztes ging am vorigen Dienstag 15.50 Uhr die Betriebsgenehmigung ein. Rechtzeitig vor dem Sommerfest anlässlich 160 Jahre Göltzschtalbrücke am 13. August hat die weltgrößten Ziegelsteinbrücke ihr jüngstes Wahrzeichen wieder.

Bei dem guten Stück handelt es sich um einen "Aero 30 NG", der 2006 vom Ballonbau Wörner in Augsburg gebaut wurde. Anschließend war der Fesselballon in den USA, im kalifornischen Orange County, im Einsatz. Dass er nun nach Netzschkau kam, ist zu einem großen Teil Manfred Dörjer zu verdanken. Der Technische Betriebsleiter der GTG Göltzschtal Touristik GmbH hatte bereits den alten Ballon an der Brücke betreut. Für den Neustart konnte er seine bewährte Mannschaft zusammentrommeln - vier der fünf Mitarbeiter haben bereits bis 2007 für sichere Ballonfahrten gesorgt.

Die Gondel unter dem Ballon, der mit Helium gefüllt und durch ein Stahlseil ständig mit der Landeplattform verankert ist, kann bis zu 30 Personen und einen Piloten aufnehmen. Mit einer Winde werden die Fahrgäste bis auf 150 Meter Höhe aufgelassen, von wo aus sich spektakuläre Ausblicke über Netzschkau, Mylau und Reichenbach nach Sachsen sowie über Reinsdorf und Pohlitz ins Thüringer Vogtland bieten.

Gefahren wird täglich ab 10 Uhr bis zum Sonnenuntergang - soweit das Wetter mitspielt. Das heißt, bis zu einer Windgeschwindigkeit von 13 m/s, was einer Windstärke von vier bis fünf entspricht.

INFORMATIONEN:
Balondurchmesser: 22,40 m,
Volumen: 5 885 m3,
Gesamthöhe: ca. 32 m
Gondeldurchmesser: 5,80 m
Tragfähigkeit: ca. 4 t
Halteseil: 2,4 kg/m, Durchmesser
22 mm, Maximallast 45 t
Weitere Info und Preise:
www.vogtland-ballon.info

Autor:

Gerd Zeuner aus Zeulenroda-Triebes

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