Kleine Biergartengeschichte

Blick in einen Münchener Biergarten Anfang des 19. Jahrhunderts. Gemälde von Otto Eduard Pippel (1878 – 1960).
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  • Blick in einen Münchener Biergarten Anfang des 19. Jahrhunderts. Gemälde von Otto Eduard Pippel (1878 – 1960).
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Was wäre der Sommer ohne Freiluftgaststätte, Terrassencafé oder Biergarten? Hier kann man in der warmen Jahreszeit unter Schatten spendenden Bäumen oder Sonnenschirmen den Tag bis in die Abendstunden in geselliger Runde und gemütlicher Atmosphäre genießen. Bei sommerlichen Temperaturen ist der Biergarten in zunehmendem Maße ein beliebter Treffpunkt von Jung und Alt. Auch bei uns, nicht nur in Bayern, speziell in München – der „Mutter“ aller Biergärten!

In der bayrischen Landeshauptstadt entstanden die ersten Biergärten, nachdem Münchner Bierbrauer in den Flusshängen der Isar tiefe Bierkeller anlegten, in denen sie mittels im Winter eingebrachtem Eis das gebraute Bier ganzjährig kühl halten konnten. Um die Durchschnittstemperatur des Lagers niedrig zu halten, streuten sie auf dem Boden des Hangs Kies und pflanzten Kastanien. Die boten mit ihrem dichten Blätterwerk im Sommer guten Schatten, in dem sich bald die ersten Gäste niederließen, um in mitgebrachten Bierkrügen den Gerstensaft aus den Bierkellern zu verkosten.

Denn frisch gebrautes Bier gab es damals in Bayern während der Sommermonate nicht, wegen der Brandgefahr beim Biersieden. Die Siedekessel wurden beim Brauvorgang extrem erhitzt, was in früheren Zeiten zu etlichen Bränden in den Brauereien geführt hatte, die auf die Städte übergriffen. Deshalb legte die bayerischen Brauordnung im Jahre 1539 fest, dass nur zwischen dem Fest- und Feiertag des heiligen St. Michael (29. September) und dem Ehrentag des heiligen Georg (23. April) Bier gebraut werden durfte.

Um das Bier im Sommer kühl halten zu können, kamen die Bierkeller ins Spiel, über deren Gewölben sich die Biergärten entwickelten. In denen verkauften die Brauer nun ihr Märzenbier direkt an die Bevölkerung. Dazu stellten sie Tische und Bänke unter die Bäume, damit die „Laufkundschaft“ das kühle Bier gleich Vorort probieren konnte. Das wiederum gefiel den Münchener Wirten, die das Schankrecht für sich beanspruchten, überhaupt nicht. Den Streit schlichtete der bayrische König Maximilian I. Joseph per Verordnung vom 4. Januar 1812, indem er den Brauern zwar den Bierausschank genehmigte, ihnen aber verbot, Speisen zu verkaufen. Wer also im Biergarten etwas essen wollte, musste sich seine Brotzeit selber mitbringen!

Auch heute ist es in den Biergärten Bayerns durchaus üblich, dass sich die Gäste zu ihrer Maß Bier das Essen selbst mitbringen. Nicht so bei uns in Thüringen! Jeder, der einen Biergarten oder eine Freiluftgaststätte besucht, kann sicher sein, dass er hier neben Getränken aller Art auch Mahlzeiten serviert bekommt!

Quellen:
www.biergartenfuehrer.de
www.biergartenfreunde.de

Blick in einen Münchener Biergarten Anfang des 19. Jahrhunderts. Gemälde von Otto Eduard Pippel (1878 – 1960).
Auch heute findet man noch nette Leute, Geselligkeit und gute Laune im  Biergarten.
Autor:

Gerd Zeuner aus Zeulenroda-Triebes

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