Ringen, 1. Bundesliga, RSV Greiz - die Hinrundenbilanz
Als Aufsteiger auf Platz drei

Dawid Kerecinski (l.), hier beim Saisonauftakt gegen den Westendorfer Schweden Zakarias Tallroth, bestritt und gewann alle sechs Kämpfe der Hinrunde.
  • Dawid Kerecinski (l.), hier beim Saisonauftakt gegen den Westendorfer Schweden Zakarias Tallroth, bestritt und gewann alle sechs Kämpfe der Hinrunde.
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Aufsteiger RSV Rotation Greiz belegt in der DRB-Bundesliga nach der Hinrunde in der Staffel Südost Rang drei.

Von Erhard Schmelzer 

Nach 15 Jahren in der Zweitklassigkeit ist der RSV Rotation Greiz das Risiko eingegangen, wieder in der Bundesliga der Ringer zu kämpfen. Viele Ringkampffreunde stellten sich die Frage: Wird das gutgehen? Natürlich ist es nun zum Ende der Halbserie der Hauptrunde viel zu früh, eine endgültige Bilanz zu ziehen. Aber es sieht bis jetzt sehr gut aus. Während der zweite für die Staffel Südost eingeordnete Neuling, der fränkische Verein aus Bindlach, noch weit vor Beginn der Serie wegen fehlender finanzieller Mittel nicht in der Lage war eine konkurrenzfähige Mannschaft auf die Beine zu stellen und die Mannschaft aus der ersten Liga zurückzog, konnten sich die Greizer noch besser als erwartet in Szene setzen.

„Wir haben als Aufsteiger das Saisonziel den fünfter Platz ausgegeben und mit dem vierten Platz geliebäugelt, zur Halbzeit liegen wir jetzt auf Platz drei. Das ist ein großartiges Ergebnis“ fasst Trainer Tino Hempel sein Eindrücke aus den ersten sechs Kämpfen zusammen. Wie von allen Experten erwartet, steht der gegenüber der letzten Saison weiter verstärkte deutsche Mannschaftsmeister SV Wacker Burghausen ungeschlagen an der Tabellenspitze. Nur der SV Siegfried Hallbergmoos konnte sich von den alteingesessenen Mannschaften noch vor den Greizern platzieren, die vier ihrer sechs Vergleiche für sich entscheiden konnten. Neben dem TSV Westendorf, dem FC Erzgebirge Aue und der WKG Pausa/Plauen konnte in heimischer Halle auch der Vorjahreszweite der Staffel, der SV Johannis Nürnberg, bezwungen werden.

Hartnäckigster Verfolger der Ostthüringer in der Tabelle ist die zwei Punkte zurückliegenden Mannschaft aus der Noris. Greiz muss am 8. Dezember beim letzten Auswärtskampf in Nürnberg antreten. Und Nürnberg wird nach den Weltmeisterschaften in der Rückrunde deutlich stärker erwartet. Bei einer Niederlage der Greizer könnte bei einer eventuellen Punktgleichheit der hohe Greizer Heimerfolg von 24:10 den Ausschlag über die Platzierung geben. In allen deutschen Ringerligen entscheiden bei Punktgleichheit, um eventuelle Manipulationen zu verhindern, die Resultate der beiden gegeneinander ausgetragenen Vergleich über die Platzierung. Doch soweit ist es noch lange nicht.

In der Rückrunde werden die Gewichtsklassen gewechselt, was sich bei den vor zwei Jahren eingeführten Gewichtsklassen nun auf acht der zehn Kampfpaarungen auswirkt. Da bleibt es abzuwarten, ob sich das Greizer Team so hervorragend wie in der Vorrunde aus der Affäre zieht. Da konnten sowohl die altbekannten Greizer Mannschaftsringer überzeugen, wie auch die Greizer Mannschaftsverantwortlichen bei den Neuzugängen ein überaus gutes Händchen hatten.

Die drei ausländischen Neuzugänge Alin Alexuc-Ciurariu, Dawid Kerecinski, der vom Ligakonkurrenten Pausa/Plauen kam, und der nur einmal eingesetzte Russe German Doev blieben genauso ohne Niederlage, wie Vizeeuropameister Martin Obst, der allerdings einmal wegen der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaften fehlte.

Von Verletzungen blieben die Greizer glücklicherweise weitgehend verschont. In Hallbergmoos erwischte es allerdings Routinier Vladimir Gotisan, der den Kampf aufgeben und danach zweimal aussetzen musste. Auch der Neuzugang aus Thalheim, Alexander Grebensikov sowie die mit viel Jubel in der Greizer Sporthalle begrüßten Rückkehrer aus Pausa, Vladimir Codreanu und Daniel Sartakov, und der unverwüstliche Thomas Leffler haben ein positives Kampfpunktverhältnis.

In Greiz ist es nicht nur gelungen, eine starke Ringermannschaft auf die Beine zu stellen, auch alle Veranstaltungen in der Greizer Halle waren hervorragend organisiert. Die Wettkämpfe liefen fehlerfrei, die Verpflegung wurde von einer größer gewordenen Helferschar in hoher Qualität abgesichert. Vereinspräsident Thomas Fähndrich sprach den vielen ehrenamtlichen Helfern deshalb ein großes Lob aus: „Neben unseren Sponsoren haben unsere fleißigen Helfer den größten Anteil an den Erfolgen unseres Vereins.“

Der Ringkampfboom in Greiz wirkte sich auch auf die Besucherzahlen aus. Mit durchschnittlich 870 Zuschauern kann der Greizer Ringerverein in dieser Saison auf die meisten Besucher aller 23 Bundesligisten verweisen. Da in dieser Saison nur die ersten beiden jeder Staffel auf jeden Fall die Endrunde zur Ermittlung des deutschen Meisters erreichen, könnte die Saison schon nach weiteren drei Auswärts- und drei Heimkämpfen beendet sein.

Am 3. November, wenn die WM beendet ist, steht der erste Rückrundenkampf in Westendorf auf dem Programm. Im bayerischen Schwaben wird es dann ganz heiß hergehen, denn die Gastgeber werden dann erstmals ihre beiden ausländischen Spitzenringer in den schweren Gewichtsklassen einsetzen können. Eine Woche später, am 10 November, ist dann wieder Großkampftag in der Sporthalle in Greiz-Aubachtal, wenn der alte Rivale FC Erzgebirge Aue antritt.

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