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Ein Leben für den Boxsport
Der ehemalige Boxer und langjährige Kampfrichter Hans Friedemann wird 75

Hans Friedemann zeigt eine Ehrenmedaille des Thüringer Boxverbandes und des TSV Zeulenroda.
Hans Friedemann zeigt eine Ehrenmedaille des Thüringer Boxverbandes und des TSV Zeulenroda.
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Dass Hans Friedemann am 18. Dezember seinen 75. Geburtstag feiert, sieht man seiner Figur wahrlich nicht an. Zwar bringt er heute etwas mehr als sein Kampfgewicht aus früheren Mittelgewichts-Zeiten auf die Waage, doch die athletische Statur hat er sich bewahrt. Als ehemaliger Boxer und langjähriger Kampfrichter hat er jahrzehntelang an seiner Fitness gearbeitet. Durch den Boxsport erlangte er einen Bekanntheitsgrad weit über seine Heimatstadt Zeulenroda hinaus.

Seine Popularität warf er auch bei der Organisation der alljährlichen Treffen ehemaliger Boxer, Funktionäre und Anhänger der damaligen BSG Aufbau Zeulenroda in die Waagschale. Seit 1996 treffen sich die Boxsportfreunde regelmäßig jedes Jahr im Oktober und Hans Friedemann konnte dazu bekannte ehemalige Faustkämpfer wie Uli Kaden, Stefan Förster, Enrico Richter und Frank Rauschning begrüßeni. Selbst Profitrainer Ulli Wegner war schon Ehrengast. Die langjährigen Verbindungen und guten Beziehungen von Hans Friedemann in der Boxerszene haben das möglich gemacht. "Ich bin seit 54 Jahren im Boxverband organisiert", so der Zeulenrodaer, der seit diesem Jahr die Organisation der Treffen allerdings in jüngere Hände gegeben hat. „Selbstverständlich nehme ich auch an den künftigen Veranstaltungen teil und lasse meine Erfahrungen einfließen“, versichert das Boxer-Urgestein.

Dabei war dem gebürtigen Geraer die Karriere im Seilquadrat nicht in die Wiege gelegt. Denn wie viele Jungs spielte Hans Friedemann zunächst Fußball und kickte als Kind und Jugendlicher bei der BSG Empor Westvororte Gera. Doch während seiner Lehre zum Möbeltischler in Zeulenroda kam er mit dem Boxsport in Berührung. Der Kampf Mann gegen Mann im Ring begeisterte ihn, so dass er als 16-Jähriger in Zeulenroda bei der BSG Aufbau das Box-ABC erlernte. Seine ersten Trainer waren Günther Pache und Georg Böhm. Bereits im Jahr darauf kämpfte er mit der Geraer Junioren-Bezirksauswahl um den FDJ-Pokal der DDR. Der talentierte Zeulenrodaer wurde 1960 zum ASK Vorwärts Rostock delegiert, wo er unter Trainer Fritz Engel überwiegend im Mittelgewicht boxte. Friedemann erkämpfte Turniersiege in Güstrow und wurde 1962 in Stralsund Meister der Volksmarine. Bis 1964 trug er 86 Kämpfe aus, wovon er 53 gewann und fünfmal Remis boxte.

Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn stieg Friedemann ins Kampfrichterwesen ein. Er amtierte bei über 500 nationalen und 52 internationalen Veranstaltungen als Ring- und Punktrichter – unter anderem in der CSSR, in Polen, Ungarn Rumänien, Bulgarien und Litauen. In Kaunas wurde er 1984 und 1986 zum besten Kampfrichter des Turniers gewählt. 1990 erhielt der Zeulenrodaer die Lizenz als "Internationaler Kampfrichter" und amtierte seit der Wende auch in der 1. und 2. Bundesliga im und am Seilquadrat. Vor acht Jahren musste der untadelige Sportsmann das Amtieren als Unparteiischer aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Bei den Thüringer Landesmeisterschaften am 20. September 2009 fungierte Hans Friedemann zum letzten Mal als Kampfrichter.

Doch natürlich lässt ihn der Boxsport nicht los. Nach wie vor gibt es viele persönliche Kontakte zu den "Ehemaligen" und selbstverständlich hält er sich weiterhin sportlich fit. Wenn es das Wetter erlaubt, ist er mindestens einmal täglich mit dem Fahrrad unterwegs. Entweder in die Stadt, um sich mit anderen Sportfreunden zum Fachsimpeln zu treffen, oder in seinen Garten, wo es auch immer etwas zu tun gibt.

Hans Friedemann zeigt eine Ehrenmedaille des Thüringer Boxverbandes und des TSV Zeulenroda.
Hans Friedemann war bis 2009 als Kampfrichter aktiv.
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