Ringen, DRB-Bundesliga
Greiz empfängt den Deutschen Mannschaftsmeister

WM-Starter Johann Steinforth (rechts), hier noch für Markneukirchen bei einem Kampf 2017 gegen den Greizer Martin Obst, ringt jetzt für Burghausen. Am 9. November könnten die beiden wieder aufeinander treffen.
  • WM-Starter Johann Steinforth (rechts), hier noch für Markneukirchen bei einem Kampf 2017 gegen den Greizer Martin Obst, ringt jetzt für Burghausen. Am 9. November könnten die beiden wieder aufeinander treffen.
  • Foto: Gerd Zeuner
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Einen ganz großen Kampf hat der RSV Rotation Greiz am 9. November vor der Brust.

Von Erhard Schmelzer

In der Greizer Ringerhalle An der Eisbahn im Ortsteil Aubachtal laufen die letzten Vorbereitungen auf den vierten Bundesliga-Heimkampf der Saison. Dreimal konnte der RSV Rotation Greiz unterstützt von seiner gewaltigen Zuschauerkulisse seine Gegner in der höchsten deutschen Leistungsklasse bezwingen. Aue wurde mit 18:8, Lichtenfels mit 19:7 bezwungen, selbst der ambitionierte Aufsteiger aus Schorndorf, der verlustpunktfreie anreiste, musste sich mit 13:15 geschlagen bekennen. Die Gäste aus Württemberg zeigten sich übrigens beeindruckt von der Atmosphäre in der Greizer Sporthalle, die bei allen drei Heimkämpfen deutschlandweiten Rekordbesuch verzeichnen konnte. Nachdem der ASV Schorndorf aber trotz einer 13:7 Führung noch mit 13:15 verloren hatte, fielen allerdings einige der Verantwortlichen der Gäste aus allen Wolken und suchten untaugliche Begründungen für die für sie völlig unerwartete Niederlage.

Beim vierten Heimkampf der Saison hängen die Trauben für die Greizer Ringer nun aber sehr hoch. Kein Geringerer als der deutsche Mannschaftsmeister SV Wacker Burghausen stellt sich am Sonnabend, den 9. November, ab 19.30 Uhr in Greiz vor. Für die Greizer Zuschauer ein besonderer Leckerbissen. Seit der Neustrukturierung der Bundesliga 2017 dominieren die Oberbayern das deutsche Mannschaftsringen. Sowohl 2017 als auch im Vorjahr konnte Burghausen die Meisterschaft erringen und bisher ist noch niemand bekannt, der gegen den Hattrick in dieser Saison wetten möchte. Das ist sicher nicht aus der Luft gegriffen, die Burghausener haben sich weiter verstärkt, haben in den bisherigen fünf Kämpfen nur 21 Punkte abgegeben und zu Hause das Kunststück fertiggebracht, den Vizemeister Heilbronn mit 23:0 nach Hause zu schicken.

Im letzten Jahr unterlagen die Greizer in eigener Halle gegen eine mit deutschen und internationalen Spitzenringern gespickte Mannschaft mit 7:20. Von der damaligen siegreichen Burghausener Mannschaft kämpften in dieser Saison noch acht Sportler in der ersten Mannschaft der Oberbayern. Allerdings meist nur zwei- oder dreimal. Durch den riesigen Kader ist Trainer Eugen Ponomartschuk in der Lage, fast in allen Gewichtsklassen zwei oder gar drei fast gleichwertige Sportler aufzustellen. Damit gehen die Burghausener auf Nummer sicher, auch bei einer Verletzungsserie in der Endrunde dürfte der dritte Meistertitel in Folge eingefahren werden.

Die berühmte Ausnahme gibt es auch. Es ist Vize-Europameister Roland Schwarz, der aus Bindlach bei Bayreuth kommt. Er kam in allen fünf Saisonkämpfen in der 86 kg-Klasse im griechisch-römischen Stil zum Einsatz. Die Sportler in den neun restlichen Gewichtsklassen werden um die beiden Eigengewächse Andreas Maier (61 kg) und den dreifachen deutschen Meister Matthias Maasch (71 bzw. 75 kg) platziert, die beim Einsatz die optimale Punktzahl von Minus Zwei bringen. In der Bundesliga darf nach speziellem Reglement jede Mannschaft nur solche Sportler einsetzen, die zusammen die laut einem speziellem Reglement aufgeschlüsselt 28 Punkte nicht überschreiten. Internationale Spitzenringer können davon schon acht Punkte beanspruchen. Der Einsatz und schon die Verpflichtung von Sportlern ist schon unter diesen Gesichtspunkten eine schwer zu kalkulierende Rechenaufgabe für die Verantwortlichen.

Neben Schwarz wurde mit dem ehemalige Greizer Zbigniew Baranowski ein zweiter Vize-Europameister verpflichtet. Baranowski teilte sich die Freistilkämpfe in der 98 kg-Klasse mit Erik Thiele, der aus Braunsbedra in Sachsen-Anhalt stammt. Besonders interessant ist der Kader in der 75 kg-Klasse im freien Stil. Neben dem deutschen WM-Starter Johann Steinforth – früher Markneukirchen – bewerben sich der bulgarische Auswahlringer Ali Pasha Umarpashaev, der polnische WM-Dritte Magomedmurad Gadzhiev, der Dritte der russischen Meisterschaften Kakhaber Khubezhty und der dreifach türkische Europameister Söner Demirtas um einen Einsatz. Jeder dieser Sportler hätte in den meisten Bundesligateams einen Stammplatz. Hier sind sie Konkurrenten und der Verein ist in der Lage alle finanziell abzusichern. Der Schwerste von ihnen, Khubetzhty, kann auch in der 80 kg-Klasse an Stelle des zweifachen deutschen Meisters Benjamin Sezgin zum Einsatz kommen. In der leichtesten Gewichtsklasse sorgt der mehrfache Medaillengewinner bei internationalen Meisterschaften Ahmet Peker für einen erfolgreichen Auftakt des Kampfes.

Die Greizer sind diesmal nur Außenseiter, aber sie werden ihren starken Widersachern nichts schenken und um jeden Punkt kämpfen. Im Vorkampf um 17.30 Uhr trifft die zweite Mannschaft des RSV auf die Wettkampfgemeinschaft SAV Leipzig/Großlehna/KFC Leipzig II.

Autor:

Lokalredaktion Thüringer Vogtland aus Zeulenroda-Triebes

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