Ringen, 1. Bundesliga
Greiz erwartet die WKG Pausa/Plauen zum Vogtlandderby

Beim 27:2-Mannschaftserfolg zum Saisonauftakt gegen Westendorf bejubelten über 900 Zuschauer neun Greizer Einzelsiege, wie hier den von Daniel Sartakov gegen Simon Einsle. Am Sonnabend gegen Pausa/Plauen könnte die 1 000er Zuschauermarke geknackt werden.
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  • Beim 27:2-Mannschaftserfolg zum Saisonauftakt gegen Westendorf bejubelten über 900 Zuschauer neun Greizer Einzelsiege, wie hier den von Daniel Sartakov gegen Simon Einsle. Am Sonnabend gegen Pausa/Plauen könnte die 1 000er Zuschauermarke geknackt werden.
  • Foto: Gerd Zeuner
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Von Erhard Schmelzer

Am vierten Kampftag der Ringerbundesliga kommt es am Sonnabend, 29. September, ab 19.30 Uhr in der Sporthalle an der Eisbahn in Greiz-Aubachtal zum mit Spannung erwarteten Vogtlandderby. Der noch ungeschlagene Gastgeber RSV Rotation Greiz erwartet die WKG Pausa/Plauen. Im Vorkampf, der um 17.30 Uhr beginnt, stehen sich die ebenfalls noch ungeschlagene zweite Vertretung der Greizer und die Kombination SAV Leipzig/Großlehna/KFC Leipzig II gegenüber.

Das Hauptinteresse konzentriert sich aber auf den Bundesligakampf zwischen den alten vogtländischen Kontrahenten aus Greiz und Pausa. Beide Vereine gehörten 1991 zu den Gründungsmitgliedern der 2. Bundesliga im Osten Deutschlands und lieferten sich in dieser Leistungsklasse immer hochklassige und spannende Auseinandersetzungen, meist verbunden mit Rekordbesuchen. Und auf den Sieger zu tippen, war immer schwierig. Nun treffen sie zum ersten Mal zum Derby in der höchsten deutschen Leistungsklasse aufeinander.

Die Trainer in der Bundesliga der Ringer sind nicht zu beneiden. In diesem Jahr wird die Bundesliga zwar für die Weltmeisterschaften unterbrochen, doch gerade in den Wochen davor finden viele Trainingslager und Vorbereitungsturniere statt. Oder die Juniorenweltmeisterschaften werden durchgeführt. Die Pausaer haben dafür in der Vorwoche Kevin Lucht abgestellt, der diesmal wieder an Deck ist und auf Daniel Sartakov treffen dürfte.

Wenn es sich um deutsche Auswahlringer handelt, die bei internationalen Turnieren kämpfen, kann beim Deutschen Ringer-Bund ein Nachholkampf für diese Gewichtsklasse erwirkt werden. Da Greiz am letzten Wochenende nicht antreten musste, konnte Vizeeuropameister Martin Obst ohne diese Formalitäten im russischen Kemerovo bei einem internationalen Turnier starten. Er belegte mit drei Siegen und einer 4:6 Niederlage gegen den späteren Zweiten Tazhikin Akaev aus Russland den dritten Platz und ist optimistisch, als bestplatzierter Deutscher der WM-Teilnahme einen Schritt näher gekommen zu sein.

Bei der Auswahl der vier startberechtigten Ausländer legen die Vereine natürlich besonderes Augenmerk auf die sportliche Leistungsfähigkeit. Aber eben die leistungsstärksten Ringer werden vor sportlichen Höhepunkten von den Präsidenten und Nationaltrainern ihrer Föderationen vor den Jahreshöhepunkten ungern freigegeben. In diesem Jahr stehen die Weltmeisterschaften im Fokus, im nächsten Jahr werden es die Vorbereitungen auf die Olympiaqualifikation sein, deren Ausgang über Wohl und Wehe der Auswahltrainer entscheidet. Bei der Verpflichtung der Ausländer ist also viel Fingerspitzengefühl von Nöten.

Im Falle der Verpflichtung von Said Gazimagomedov haben die Pausaer alles richtig gemacht. Der 25-Jährige ehemalige Dritte der Junioren-WM gehört nicht mehr zur russischen Auswahl, ist somit jede Woche einsetzbar und in der leichtesten Gewichtsklasse kaum zu bezwingen. Er kommt wie sein russischer Landsmann Zalik Sultanov (80 kg) aus der am Kaspischen Meer gelegenen Bergregion Dagestan, die ein Zentrum des Ringkampfsportes in Russland ist. Das Vogtlandderby – Greiz dürfte mit Vladimir Codreanu einen ihrer Stärksten aufbieten, der im Vorjahr für Pausa kämpfte, was für weitere Brisanz sorgen dürfte – wird also mit einem Paukenschlag und einem Leckerbissen für die Ringkampffreunde eröffnet.

Auch die weiteren Zugänge der Pausaer haben es in sich. Die Polen Krzysztof Bienkowski (66 kg/f), nicht zu verwechseln mit seinem leichteren Bruder Adam, der nicht sonderlich ins Rampenlicht trat, und vor allem der ehemals für Armenien kämpfende Gevorg Sahakyan (71 oder 75 kg/g) gehören zu den Stärksten der Staffel Südost. Die Nummer 1 der Polen, der EM-Fünfte Sahakyan, konnte noch nicht eingesetzt werden, er demonstrierte aber seine gute Form bei seinem Sieg beim stark besetzten Pytlasinki Cup vor zwei Wochen. Der Pausaer Trainer Silvio Hoffmann war letzte Woche nach der etwas unglücklichen 10:15 Niederlage seiner ersatzgeschwächten Mannschaft durchaus optimistisch für das Vogtlandderby: „In Greiz werden wir mit einer anderen Mannschaft antreten.“

Die sicher zahlreich nach Greiz reisenden Pausaer Anhänger werden hier eine organisatorische Neuerung erleben. Um die Wartezeiten beim Verkauf von Speisen und Getränken zu verkürzen müssen vorher Wertbons erworben werden. Der Genuss beim Verzehr der schmackhaften Greizer Rostbratwürste ist dann noch größer.

Beim 27:2-Mannschaftserfolg zum Saisonauftakt gegen Westendorf bejubelten über 900 Zuschauer neun Greizer Einzelsiege, wie hier den von Daniel Sartakov gegen Simon Einsle. Am Sonnabend gegen Pausa/Plauen könnte die 1 000er Zuschauermarke geknackt werden.
Vladimir Codreanu - neben Daniel Sartakaov der zweite Rückkehrer aus Pausa nach Greiz - dürfte im Auftaktkampf des Abends auf den stärksten Gästeringer, den Russen Said Gazimagomedov, treffen.
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Lokalredaktion Thüringer Vogtland aus Zeulenroda-Triebes

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