Ringen, 1. Bundesliga
Greiz reist zum Vogtlandderby nach Pausa

Der Greizer Daniel Sartakov, hier beim letzten Heimkampf gegen den Auer Brian Bliefner, dürfte im letzten Kampf des Abends in Pausa auf Kevin Lucht treffen.
  • Der Greizer Daniel Sartakov, hier beim letzten Heimkampf gegen den Auer Brian Bliefner, dürfte im letzten Kampf des Abends in Pausa auf Kevin Lucht treffen.
  • Foto: Gerd Zeuner
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Von Erhard Schmelzer

Am Samstag, 24. November, kommt es zum ewig jungen Vogtlandderby der Ringer. Im September fand es zum letzten Mal, aber erstmals in der Bundesliga statt. In der neuen Greizer Ringerhalle wurde dabei die magische 1000-Besucher-Marke überboten, als der heimische RSV Rotation erstmals in der höchsten deutschen Ringerliga auf die Wettkampfgemeinschaft KSV Pausa/ASV Plauen traf.

Damals siegten die Greizer auf der Matte mit 19:6. Da der Gästeringer Zalik Sultanov, ein aus Rußland kommender Ringer, der aber schon so lange in Deutschland lebt, dass er nach den Richtlinien des Deutschen Ringer-Bundes als deutscher Sportler geführt wurde, das Wiegen verpasste, fehlte dem Team aus dem sächsischen Vogtland einer der sechs geforderten Deutschen. Die Greizer siegten dadurch bereits auf der Waage mit 32:0 Punkten. Doch seitdem haben sich die Umstände gewandelt. Beim Rückkampf besteht Chancengleichheit.

Beide Vereine müssen noch immer zwei ihrer dauerverletzten stärksten Kämpfer ersetzen. Bei Pausa ist es ihr Eigengewächs Maximilian Schwabe, der seit mehreren Jahren die deutsche Auswahl auf internationalen Matten vertritt. Auf Greizer Seite fehlt noch immer der Deutsch-Pole Ryszard Wolny, der bei der diesjährigen Europameisterschaft Rang zehn belegte.

Vor allem die sächsische Kampfgemeinschaft ist nach den Weltmeisterschaften in der Rückrunde stärker besetzt. Die ausländischen Ringer fehlten in der Vorrunde mehrmals auf Grund von Trainingslager oder Turnieren, die von ihren nationalen Föderationen organisiert wurden. Die einzige Ausnahme bildete in der leichtesten Gewichtsklasse der für die russische Nationalmannschaft nicht in Frage kommende Said Gazimagomedov, der alle Kämpfe bestritt und immer siegreich blieb. Der mehrfache dagestanische Meister setzt seinen Siegeszug in der Rückrunde in der 61 kg-Klasse fort und ist punktbester Ringer der Staffel Südost. Der bisher dreimal eingesetzte ungarische Junior Tamas Török brachte das Kunststück fertig, beim letzten Heimkampf sein Körpergewicht gegenüber seinen EM- und WM-Starts noch einmal um drei Kilogramm zu verringern. Auch durch diesen taktischen Schachzug von Trainer Silvio Hoffmann errang die WKG den zweiten Saisonsieg gegen den TSV Westendorf. Den polnischen EM-Fünften Krysztof Bienkowski, der sieben Kämpfe bestritten hat, erwartet der Greizer Trainer Tino Hempel in der 71 kg-Klasse. Dessen polnischer Landsmann in der schwersten Gewichtsklasse Kamil Skaskiewicz war sechsmal dabei. Der Königstransfer der Pausaer Verantwortlichen war allerdings Gevorg Sahakyan. Der Armenier startet seit diesem Jahr für Polen. Zusammen mit Maximilian Schwabe kämpfte er bei der EM in der 72 kg-Klasse und nahm erste Kontakte mit Pausa auf. Bei der WM in Budapest gelang ihm nun sein Meisterstück, der EM-Fünfte sicherte sich die Bronzemedaille. In der Rückrunde wird er nun in der 75- oder 80 kg-Klasse eine Bank sein. Die WKG gehört neben Westendorf zu den Teams, die regelmäßig talentierte Ringer, die aus aus dem eigenen Nachwuchs kommen, einsetzen.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Entscheidung über den Kampfausgang erst im letzten Vergleich fällt, wenn für die Gastgeber Kevin Lucht auf Daniel Sartakov trifft, der im Vorjahr noch für die WKG aktiv war.

Am letzten Wochenende unterlagen die Pausaer mit 9:22 in Aue, was nach der Superleistung zuvor gegen Westendorf, das zum zweiten Mal geschlagen wurde, überrascht. „Im Vogtlandderby gegen uns wird eine ganz andere Pausaer Mannschaft auf der Matte stehen“, wirft der Greizer Trainer Tino Hempel einen Blick voraus. „Es werden alle vier Ausländerplätze besetzt sein und zehn Sportler werden über die Waage gehen. Wir sind auf eine spannende Auseinandersetzung gefasst.“

Auf die Matte in Pausa werden erfolgreiche Ringer, wie Vizeeuropameister Martin Obst und der WM-Dritte Gevorg Sahakyan treten, der Prominenteste ist aber der Unparteiische. Kein Geringerer als Antonio Silvestri, der Kampfrichterreferent des Weltringerverbandes (UWW), wird die Kämpfe leiten. Bei den Olympischen Spielen 2012 in London vertrat er den Deutschen Ringer-Bund. Drei Jahre später teilte ihn UWW-Präsident Nenad Lalovic aus Serbien überraschend am Telefon mit, dass er jetzt Kampfrichterreferent der UWW sei. Der Württemberger kennt sich im Vogtland aus, stellte vor einigen Jahren in Pausa vor großem Publikum selbst die Regeländerungen des Weltverbandes vor.

Kaum ein Ringerderby in Deutschland ist emotionaler als das Vogtlandderby zwischen Pausa/Plauen und Greiz. Und die Siege waren immer heiß umkämpft, Überraschungen an der Tagesordnung. Nicht nur die Anhänger beider Teams werden die Hallen füllen, auch neutrale Ringkampfinteressierte werden sich den Leckerbissen nicht entgehen lassen. Der diesjährige Zuschauerrekord in der Schulturnhalle in der Pausaer Pestalozzistraße wurde mit 327 Besuchern aufgestellt, als der FC Erzgebirge Aue antrat. Schon damals, der RSV hatte kampffrei, besuchten viele Greizer Fans diese Begegnung. Man muss kein großer Hellseher sein, um vorauszusagen: Am Sonnabend wird in Pausa ein neuer Saisonzuschauerrekord aufgestellt. Kampfbeginn ist 19.30 Uhr.

Autor:

meinanzeiger .de aus Erfurt

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