Ringen, 1. Bundesliga
Greiz siegt auch in Aue

Der Greizer Martin Obst hat Franco Büttner im Griff.
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Zweiter Kampf, zweiter Sieg: Nach dem Erfolg zuhause gegen Westendorf hat der RSV Rotation Greiz mit 19 : 10 beim FC Erzgebirge Aue einen Auswärtssieg eingefahren.

In neun teils dramatischen Kämpfen konnten die Ostthüringer vor 520 Zuschauern - darunter zahlreichen Greizer Anhängern - fünf Mal als Sieger die Matte verlassen, vier Mal blieben die Gastgeber erfolgreich. Die 66-Kilo-Klasse konnte Aue nicht besetzen, auch diese Punkte gingen nach Greiz.

Nach den ersten beiden Kampftagen liegt der RSV vor dem ebenfalls noch ungeschlagenen Deutschen Meister Burghausen an der Tabellenspitze der Staffel Südost!

Hier der Kampfbericht von Erhard Schmelzer:

Greiz mit Burghausen an der Spitze

Ringer-Bundesliga Greizer Ringer siegen nach zehn Jahren wieder in Aue und das mit 19:10 sogar recht deutlich

Genau zehn Jahre ist es her, dass der RSV Rotation Greiz beim FC Erzgebirge Aue wieder einen Sieg landen konnte. In der Zwischenzeit gab es einige knappe, aber auch einige deftige Niederlagen. Oftmals häuften sich gerade im Erzgebirge Ausfälle und Verletzungen, so dass die Trainer das Greizer Team umstellen mussten. Daniel Sartakov musste zum Beispiel auch schon mal drei Gewichtsklassen höher im griechisch-römischen Stil kämpfen.

Am Sonnabend gab es keine tiefgreifenden Ausfälle im Greizer Team, dafür knirschte es bei den Gastgebern, die sich den Saisonstart etwas anders vorgestellt hatten. Aber nicht nur die Aktiven waren bei Greiz an Deck. Unter den 520 offiziell angegebenen Zuschauern – Greiz war wieder an der Rekordzuschauerkulisse aller Staffeln der Bundesliga beteiligt – befanden sich zahlreiche Schlachtenbummler aus dem Thüringer Vogtland. Kaum eine Ringermannschaft in Deutschland wird so von ihren Anhängern unterstützt wie der RSV.

Und die Greizer Fans hatten bereits beim Auftaktkampf allen Grund zum Jubeln als Vladimir Codreanu (57 kg/F) auf Routinier Pierre Vierling traf, ihn sofort zu Boden brachte und nach einer Rollenserie sofort 12:0 führte. Bereits in der zweiten Minute stand der 16:0 Sieg des Greizers fest. (Mannschaftsstand aus Greizer Sicht: 4:0)

Der rumänische EM-Dritte Alin Alexuc-Ciurariu (130 kg/G) musste sich mit dem langjährigen ehemaligen deutschen Auswahlringer Nico Schmidt auseinandersetzen, der seit 2002 bei den Erzgebirgern nicht zu ersetzen ist. Die beiden Athleten schenkten sich nichts, egalisierten sich aber meist bei ihren Aktionen. Auch nach zwei erkämpften Verwarnungen konnte der Rumäne außer dem obligatorischen Punkt im Bodenkampf keinen Vorteil erkämpfen. Als er den Auer, der 2009 sein stärkstes Jahr hatte, als er EM-Dritter wurde und bei der WM nur auf Grund, dass er wegen seiner Trikotfarbe als Erster zu Boden musste, die Bronzemedaille hauchdünn verpasste, aus dem Gleichgewicht brachte, erkämpfte er die einzigen technischen Punkte zum 4:0. (6:0)

Alexander Grebensikov war diesmal nicht einsatzfähig. Das Eigengewächs Dustin Nürnberger (61 kg/G) musste deshalb in die Presche springen und gegen den ehemaligen Vizeeuropameister Mariusz Los antreten. Zur Halbzeit lag der Greizer gegen den Polen, der im Vorjahr mit Burghausen Mannschaftsmeister geworden war und vorher drei Jahre für den Spitzenverein Aalen gekämpft hatte, 0:3 zurück. Danach drehte der Auer, dessen Gegner auf Grund des Gewichtmachens nun abbaute, auf – und kam zwei Sekunden vor Schluss zum 16:0- Sieg. (4:6)

Die Erzgebirger hatten gegen Sebastian Wendel (98 kg/F) vier Punkte eingeplant, doch so sah es nicht aus, der U23-Vizeeuropameister von 2016 Mateusz Filipczak war davon weit entfernt. Eine Minute vor Schluss stand es 3:0, dann gelangen dem Polen aber noch fünf Punkte. (6:7)

Vladimir Gotisan (66 kg/F) kam kampflos zu den Punkten, da Philipp Herzog am Kampftag erkrankte und sogar kurzzeitig ins Krankenhaus eingewiesen werden musste. (Halbzeitstand 10:7)

Die Entscheidung zwischen Thomas Löffler (86 kg/G) und Jacek Tomaszewski fiel in der zweiten Minute im Bodenkampf als dem Polen eine Rolle gelang. Der Greizer kam trotz Endspurts nur noch zur Resultatsverbesserung von 1:3. (10:8)

Dawid Karecinski (71 kg/G) war dem A-Jugendlichen Maximilian Becher klar überlegen und landete mit Stand- und Bodentechniken schon nach gut zwei Minuten den vorzeitigen 16:0 Sieg.(14:8)

Martin Obst (80 kg/F) und der drei Jahre jüngere Franco Büttner, die sich vom intensiven Training kennen, lieferten sich schon oft große Kämpfe, die ganz knapp ausgingen. Der Auer ging mit einem Armdrehschwung 2:0 in Führung. Der Greizer wollte mit einem Beinangriff punkten, als es schon nach einem Punktgewinn aussah, entzog sich der Modellathlet mit akrobatischer Dynamik der Situation, was die Zuschauer mit einem Beifallssturm honorierten. Eine Minute später kam der Greizer mit der gleichen Technik zum 2:2 Sein Gegner zog sich dabei aber eine Knieverletzung zu, musste sich behandeln lassen, stellte sich wieder zum Kampf, musste aber feststellen, dass er so nicht weiterkämpfen konnte und gab enttäuscht den Kampf auf. (18:8)

Auch zwischen Daniel Sartakov (75 kg/F) und Brian Bliefner stand der Kampf auf des Messers Schneide. Der Greizer ging 3:0 in Führung und ließ den aufkommenden Widersacher nur noch auf 2:3 herankommen. (19:8)

Toni Stade (75 kg/g) hielt sich gegen den DM-Dritten Niklas Ohff wacker. Im Bodenkampf erhielt er vom fehlerlosen Stendaler Kampfrichter Christopher Krumrey eine Strafe von zwei Punkten. Als der Greizer im Schlussspurt, 0:4 in Rückstand liegend, noch einmal alles auf eine Karte setzte, wurde er von der Matte gedrängt und unterlag mit 0:5. Nach zehn Jahren gelang nun wieder ein Sieg in Aue, der sogar mit 19:10 recht deutlich ausfiel. Greiz bleibt nach zwei Siegen vorerst punktgleich vor dem deutschen Meister Burghausen Tabellenführer.

Stimmen zum Kampf:

Björn Schöniger (Trainer Aue): „Glückwünsche an die Greizer Mannschaft, die verdient gewonnen hat. Wir hatten mit Krasznai, Jäger und Herzog zu viele Ausfälle. Hoffentlich fällt Franco Büttner jetzt nicht auch noch aus.“

Tino Hempel (Trainer des RSV Rotation Greiz): „Bei unserem Team passt alles zusammen. Wir sind super in die Saison gestartet. Wenn Pausa in der nächsten Woche gut gegen Aue kämpft, wird es doch noch etwas mit 1000 Zuschauern beim Vogtlandderby am 29. September in Greiz.“

Alin Alexuc-Ciurariu, Greizer Ringer in der 130 kg-Klasse: „Ich hatte heute nach einer Woche Trainingslager in den Karpaten bei Poiana Brasov doch einige Schwierigkeiten.“

Nico Schmidt, (Auer Ringer, 130 kg): „Ich glaube, ich habe mich bei meinem Alter gegen den EM-Dritten ganz gut gehalten. Die neue Regeln im griechisch-römischen Stil werden nicht für mehr Aktionen sorgen.“

Autor:

Gerd Zeuner aus Zeulenroda-Triebes

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