Ringen, 1. Bundesliga
Greiz unterliegt dem SV Hallbergmoos

Eines der Highlights des Abends: Martin Obst (l.) besiegt in einem dramatischen Kampf Ergün Aydin.
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  • Eines der Highlights des Abends: Martin Obst (l.) besiegt in einem dramatischen Kampf Ergün Aydin.
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Der RSV Rotation Greiz hat seinen Heimkampf in der Ringer-Bundesliga gegen den SV Siegfried Hallbergmoos mit 13:15 verloren.

Über 600 Zuschauer bejubelten in der Greizer Sporthalle An der Eisbahn fünf Siege der Gastgeber, während die Gäste ebenfalls in fünf Kämpfen erfolgreich blieben - allerdings höhere Punktwertungen einfuhren.

Hier der Bericht von Erhard Schmelzer:

Der Kampf RSV Rotation Greiz gegen SV Siegfried Hallbergmoos endet knapp mit 13 : 15

Im vorletzten Heimkampf der Saison traf der Greizer Ringerverein in der Bundesliga auf den Tabellenzweiten SV Siegfried Hallbergmoos. Der Tabellenzweite aus Oberbayern ging als Favorit ins Rennen, waren die Greizer doch bei ihrer hervorragend gestalteten Vorrunde in der Nähe des Münchener Flughafens mit 10:22 unter die Räder gekommen.

Den Bayern gelang damit schon der erste Teil der Revanche für das Ausscheiden im Viertelfinale der Endrunde um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft 2002.

Die Besetzungsprobleme des Greizer Ringervereins in der 57 kg-Klasse im griechisch-römischen Stil sind bekannt. Der fünfzehnjährige Greizer Nachwuchsringer Lucas Hanke (57 kg/g) stellte sich nun als dritter Kämpfer in der Rückrunde in den Dienst der Mannschaft. Sein Gegner Yannick Ketterer war nicht nur ein Jahr älter, sondern auch gut vier Kilogramm schwerer. Trotzdem hielt der Greizer lange gut mit, musste sich aber durch eine Aufreißerserie kurz nach der Halbzeit mit 2:17 geschlagen bekennen. (Mannschaftsstand: 0:4)
Eine Sekunde der Unachtsamkeit genügte, dass der mazedonische WM-Teilnehmer Magomedgadji Nurov (130 kg/f) 0:5 gegen den Ungarn Richard Csercsics in Rückstand geriet. Mehr als eine Resultatsverbesserung zum 3:5 gelang dem Greizer nicht. (0:5)
Vladimir Codreanu (61 kg/f) hatte den Vorkampf gegen seinen Nachfolger als moldawischer Meister, Ivan Zamfirov, mit 5:8 verloren. Wieder schien es einen ganz knappen Kampf zu geben. Doch dann nach vier Minuten – erstmals in der Oberlage – konnte der Greizer zur Zange fassen und unter dem ohrenbetäubenden Jubel seiner Anhänger seinen überraschten Gegner schultern. (4:5)
Für den bisher so erfolgreichen Thomas Leffler (98 kg/g) wurde es gegen den Litauer Vilius Laurinaitis der erwartet schwere Kampf. Zehn Jahre Erfahrung als litauischer Auswahlringer und die physischen Vorteile von ca. 10 Kilogramm mehr Körpergewicht ließen sich auch mit stärksten Einsatz nicht kompensieren. In der fünften Minute hatte der ehemalige Juniorenweltmeister mit 15:0 gewonnen. (4:9)
Als letzter Greizer Kämpfer vor der Pause ging Dawid Karecinski (75 kg/g) auf die Matte. Er drängte Guido Gretschel sofort in die Defensive, punktete im Stand und im Boden und einiges schien nach einem vorzeitigen Sieg auszusehen. Der aus Penzberg zum SV Siegfried gestoßene Oberbayer kam aber immer besser ins Laufen und gab in der zweiten Hälfte nur noch einen Punkt ab, so dass Karecinski nur mit 12:0 siegte.
Die Greizer Anhänger sahen beim Halbzeitstand von 7:9 wieder Licht am Ende des Tunnels, aber nach der Pause konnte Alexander Grebensikov (66 kg/g) einen herrlich mit einem Wurf herausgearbeiteten 6:1 Vorsprung nicht verteidigen. Der Grieche Manrikos Theodoridis kam sogar in der fünften Minute beim Stande von 11:6 zum Schultersieg. (7:13)
Der eine Gewichtsklasse höher startende Martin Obst (86 kg/f) wurde vom deutschen Vizemeister dieses Limits, Ergün Aydin, herausgefordert. Der knapp führende Greizer Publikumsliebling geriet 40 Sekunden vor Schluss 1:4 in Rückstand. In bekannter Manier machte sich Martin Obst an die Aufholjagd, kam auf 3:5 heran und ging unter Beifallsstürmen zwei Sekunden vor Ultimo 5:4 in Führung. (8:13)
Vladimir Gotisan (71 kg/f) hat die in Hallbergmoos erlittene Verletzung auskuriert. Nach einer Minute brachte er Manuel Striedl zu Boden und dann war der Kampf bald beendet. In schneller Folge ließ er jetzt sieben Rollen am Boden mit eingeschlossenem Arm folgen und hatte bereits in der zweiten Minute mit 16:0 gewonnen. (12:13)
Toni Stade (80 kg/g) hatte gegen den unorthodox zu Werke gehenden Hallbergmooser Vereinschef Michael Prill kein leichtes Agieren. Die Greizer Zuschauer protestierten lautstark und forderten erfolglos den seinen ersten Bundesligakampf pfeifenden jungen Schiedsrichter Waldemar Schneider aus dem württembergischen Schwäbisch Hall zum Einschreiten auf. Am Ende siegte der Gästeringer mit 5:0.
Beim Stande von 12:15 musste Daniel Sartakov (75 kg/f) gegen Andreas Walter ins letzte Rennen: Ein fast aussichtsloses Unterfangen, wenn der Gegner erfahren ist, kein Risiko mehr eingehen muss und die Regeln eine Disqualifikation wegen passiver Ringweise so gut wie nicht mehr zulassen. Am Ende stand ein 2:0 Sieg des Greizers gegen den mehrmaligen Teilnehmer von Welt- und Europameisterschaften im Nachwuchsbereich, der sich mehrmals äußerst geschickt aus der Affäre zog.

Das Schlussresultat von 13:15 ließ die Gäste jubeln. Aber die Greizer Anhänger hatten Grund sich zu freuen. Trotz der Niederlage war dem Aufsteiger wieder ein furioser Kampf gelungen. Durch die Niederlage und dem gleichzeitigem Sieg der Nürnberger rutschte der RSV Rotation Greiz mit 10.10 Punkten auf den vierten Platz zurück.

Die letzte Chance zum Erreichen der Endrunde gibt es nun am nächsten Samstag in Nürnberg. Im Greizer Bus, der um 13 Uhr an der Halle abfährt, sind noch Plätze frei. Unkostenbeitrag 20 Euro.

Auch wenn es gegen Hallbergmoos nicht wie erhofft lief, dem Greizer Ringkampfanhängern bleibt ein Trost: Wieder einmal wurden in keiner deutschen Bundesligahalle mehr Zuschauer gezählt als in Greiz. Diesmal waren es 638 Besucher.

Stimmen zum Kampf:

Rene Stange (Trainer Hallbergmoos): „Es war ein hochspannender Kampf. Uns ist ein riesiger Stein vom Herzen gefallen. Der zweite Tabellenplatz ist uns nicht mehr zu nehmen. Heute gab es viele Überraschungen, denken wir nur an die Kämpfe in der 61 und 66 kg-Klasse. Die Greizer Mannschaft hat großartig gekämpft. Respekt! Wir ziehen den Hut!“

Tino Hempel (Trainer Greiz): „Wir haben dem Favoriten einen großartigen Kampf geliefert. Es ging ganz spannend zu. Einige sind über sich hinausgewachsen. Am Ende fehlten nur einige Punkte. Ein Lob an das großartige Publikum, das jeden einzelnen Sportler unterstützt hat.“

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