Schleizer Dreieck
Legenden live erleben – Thüringer Motorsport Meeting

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Was muss das für eine Atmosphäre am 8. August 1989 gewesen sein, als das letzte große Schleizer Dreieck Rennen der DDR-Geschichte 220.000 Besucher an die Strecke lockte!? Diejenigen, die damals dabei waren, als Heinz Siegert mit seinem MT 77-Rennwagen den Lauf zur DDR-Meisterschaft gewann und ein Lothar Neukirchner in der 250er Motorradklasse aufs Podest klettern durfte, erzählen heute noch schaurig-schöne Geschichten davon. Ganz stark trumpfte damals auch Klaus Gohlke mit seinem Lada auf. Er gewann den Lauf zur Tourenwagen-DDR-Meisterschaft und wurde im Pokal Zweiter. Die Konkurrenz war gerade bei den Motorrädern stärker geworden, denn nach 17 Jahren (!) durften erstmals wieder Fahrer aus Westeuropa bei einem Schleizer Dreieck Rennen antreten. Deren Abwesenheit hatte sich auf die Zuschauerzahlen dieser Jahre übrigens nicht ernsthaft ausgewirkt, meist kamen über 150.000 nach Schleiz.

Das darf durchaus als Beweis dafür gewertet werden, welches Niveau die aus den sozialistischen Ländern stammenden Piloten auf die Strecke brachten. Selbst etlichen Jüngeren sind Fahrernamen wie Heinz Rosner, Janos Drapal/Ungarn, Gerold Meißner, Heiner Lindner, Peter Mücke, Uli Melkus und viele andere bekannt, für die Älteren waren es ihre Idole. Aus Idolen werden mit zunehmendem Alter oft Legenden und die will das Thüringer Motorsport Meeting vom 14.-16. Juni am Dreieck wieder vereinen. Herausragend ist dabei, dass die Legenden auf ihren originalen Rennfahrzeugen auftreten werden und so die viel beschworene Atmosphäre von Schleiz ein klein wenig wieder aufleben lassen.

Vorgesehen sind die Klassen B8 (MT 77), die DDR-Tourenwagen A600 und A1300 mit vielen Trabants, Ladas und Zastavas sowie als eine weitere Automobilklasse die Formel Vau, deren Ursprung in den 60er Jahren liegt und die auch heute noch viele Fahrer fasziniert. Die Motorradfraktion wird repräsentiert durch eine Klasse, die ausschließlich aus historischen MZ- und Yamaha- Rennmaschinen, darunter auch vielen erfolgreichen Werksmotorrädern besteht und der IHRO (Internationale Historische Rennorganisation), in der ehemalige Grand-Prix-Maschinen wie Norton, BSA, Ducati, Matchless, Seeley, Paton, König und weitere absolut sehenswerte Exoten unterwegs sein werden.

An prominenten Fahrern mangelt es auch nicht: in dem Feld der rund 25 MT 77- Fahrzeuge werden z.B. Heiner Lindner und Heinz Siegert zu sehen sein, der gerade 80 Jahre alt gewordene Heinz Rosner besteigt seine MZ-Werksmaschine und bei den Tourenwagen pilotiert Manfred Glöckner einen ehemaligen Mücke-Zastava. Ein weiterer Prominenter hat seinen Besuch angekündigt- aus dem nahen Gera wird Radrennlegende Olaf Ludwig anreisen.

Zurück zum Geschehen auf der Strecke: den Anschluss der Historie an die „Neuzeit“ verkörpert die IG Königsklasse, in der sich die Freunde des Zweitakt-Rennsports organisiert haben. Schleiz ist der Höhepunkt ihrer Meisterschaft, in der sie in insgesamt vier Klassen Jahresbeste ermitteln.
Moderne Motorräder dürfen natürlich auch nicht fehlen- im Thüringer Motorrad Pokal sind dann die aktuellen Modelle der führenden Hersteller am Start und mit ihnen auch zahlreiche aktive Piloten aus verschiedenen Meisterschaften, u.a. der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft IDM. Sie werden in jeweils zwei Rennen der Klassen Supersport (bis 600 ccm) und Superbike (bis 1000 ccm) die schnellsten Fahrer Thüringens ermitteln.

Rundum also ein sehr attraktives Programm aus Rennaction und „Rennmuseum“, verbunden mit der Möglichkeit, die Idole vergangener Jahre persönlich zu treffen, die Originalfahrzeuge zu bewundern und jede Menge Spaß zu haben. Mit Ticketpreisen von 10 EUR für ein Tagesticket und 15 EUR für das Wochenende bleibt die Veranstaltung finanziell im unteren Bereich. Die Tickets sind an der Tageskasse zu erwerben, ein Vorverkauf ist nicht vorgesehen. Campen ist gegen Gebühr möglich, der Parkplatz kostet 2 EUR.

Veranstalter Michael Dangrieß gibt zu Protokoll: „Ich bin sehr glücklich, dass wir mit dem Thüringer Motorsport Meeting ein neuartiges Konzept aus der Taufe gehoben haben, dass einen solchen Anklang bei den ehemalig und aktuell aktiven Fahrern findet. Die Fahrerfelder sind in allen Klassen unerwartet groß und somit sehr attraktiv. Nun hoffen wir darauf, dass die Veranstaltung auch den nötigen Anklang bei den Besuchern findet und wir eine tolle Kulisse für die historischen und modernen Fahrzeuge hinbekommen. Die Strecke ist wieder bestens präpariert und im Umfeld wurde unter tätiger Mithilfe des MSC Schleizer Dreieck ebenfalls sehr viel modernisiert. Wir werden also hervorragende Bedingungen für das Event der Legenden haben. Danke dafür.“

Text: Michael Dangrieß

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