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Thüringen Ladies Tour 2017: Stürze kurz vor dem Ziel bei "Rund um Greiz"

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Ruth Winder (l.) und Lauren Stephens auf dem Greizer Rathenauplatz, etwa 250 Meter vor dem Ziel. Kurz danach stürzen beide.
Ruth Winder (l.) und Lauren Stephens auf dem Greizer Rathenauplatz, etwa 250 Meter vor dem Ziel. Kurz danach stürzen beide.
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Ruth Winder (UHC Pro Cycling) und Lauren Stephens (Tibco Silicon Valley) sind die tragischen Heldinnen der vorletzten Etappe der Lotto Thüringen Ladies Tour 2017. Rund 500 Meter vor der Zielankunft hatten sie sich aus einer Vierergruppe vor dem Hauptfeld leicht abgesetzt und schienen den Etappensieg unter sich auszumachen. Doch etwa 50 Meter vor dem Ziel rutschen beide auf regennasser Straße weg, stürzten und auch nachfolgende Fahrerinnen wurden in den Sturz verwickelt. Am Ende siegte bei der chaotischen Etappenankunft Taylor Wyles.

Hier der Etappenbericht des Tour-VeranstaltersTRC:

Regen und ein anspruchsvolles Profil prägten die heutige fünfte Etappe der Lotto Thüringen Ladies Tour in Greiz. Das Team United HealthCare Pro Cycling bestimmte mit zahlreichen Attacken und viel Führungsarbeit die Etappe und wurde mit dem Tagessieg durch Taylor Wiles belohnt. Tragischerweise kam ihre Teamkollegin Ruth Winder zusammen mit Lauren Stephens nur 25 m vor dem Ziel auf regennassem Kopfsteinpflaster zu Fall. Die beiden Fahrerinnen lagen als Rest einer vierköpfigen Spitzengruppe aussichtsreich in Führung und hatten den Tagessieg vor Augen. In dem dramatischen Finale mit einem weiteren Massensturz des Feldes an selber Stelle sicherte sich die Gesamtzweite Ellen van Dijk (NED) noch den zweiten Platz und rückt damit einige Sekunden an die Gesamtführende Lisa Brennauer vom Team Canyon/Sram Racing heran.

Am Start auf dem von-Westerhagen-Platz in Greiz war noch alles gut. Bei Sonnenschein wurden 95 Fahrerinnen auf den anspruchsvollen Rundkurs geschickt. Doch schon kurz nach dem Start erwischte eine Regenfront das Peloton, das zwischenzeitlich zwar wieder im Trockenen fahren konnte, aber kurz vor dem Ziel wieder vom Regen eingeholt wurde. Malin Eriksen vom Nationalteam Norwegen sagte im Ziel: „Das war eine harte Etappe heute. Wir haben schon vorher entschieden, uns aktiv zu zeigen und haben das in der ersten Hälfte auch gut umsetzen können. Auch wir hatten am Ziel Sturzopfer im Team, das war auf dem nassen Kopfsteinpflaster heute ein sehr gefährliches Finale“. Unterwegs war das norwegische Team vor allem in der ersten Hälfte des Rennens maßgeblich an der Tempoarbeit beteiligt.

Mehr und mehr übernahm dann aber United HealthCare Pro Cycling das Zepter. Das Team versucht immer und immer wieder mit Attacken eine erfolgreiche Fluchtgruppe zu initiieren. Sobald andere Fahrerinnen den gleichen Plan verfolgten, verschärften sie das Tempo und führten das Feld wieder heran. Am Ende entstand eine 4-köpfige Gruppe, in der auch Ruth Winder (United HealthCare Pro Cycling) und Lauren Stephens (Tibco-Silicon Valley Bank) vertreten waren. Canyon/Sram kontrollierte unterdessen das Feld und achtete darauf, dass der Abstand nicht zu groß werden konnte. Am letzten Anstieg des Tages gesellte sich dann die Führende der Opel-Bergwertung zu dem Quartett. Mit der bis dahin guten Zusammenarbeit war es dadurch vorbei und die beiden Fahrerinnen von United HealthCare führten die Gruppe knapp vor dem Feld auf die letzten Meter, wo sich dann Winder mit Stephens im Schlepptau absetzen konnte. Der Regen machte die leicht bergan und in einem Rechtsbogen auf den von-Westerhagen-Platz führende Zielgerade aber gefährlich rutschig und die beiden Fahrerinnen stürzten.

„Wir haben heute alles versucht, uns den Tagessieg zu sichern. Wir hatten am Ende Glück im Unglück, unser Plan ging auf, aber das war ein schweres Stück Arbeit. Wir hatten eine gute Ausgangsposition mit zwei Fahrerinnen in der Spitzengruppe. Leider ist Ruth (Winder) am Schluss gestürzt, aber es geht ihr zum Glück soweit ganz gut. Wir wollten auch versuchen, Taylor Wiles unter die ersten drei der Gesamtwertung zu bringen.“ sagte Kathrine Hall (UnitedHealthCare Pro Cycling) nach der Etappe. Dieser Plan ging am Ende aber nicht auf. Wiles belegt vor der Schlussetappe nach wie vor Platz 5 und konnte nur einige Sekunden gut machen.

Auf den ersten Plätzen der Gesamtwertung gab es insgesamt keine Bewegung. Ellen van Dijk (Nationalteam Niederlande) konnte zwar dank der Zeitbonifikationen als Tageszweite ein wenig Boden gut machen, liegt aber am Ende mit 14 Sekunden Rückstand auf die Gesamtführende Lisa Brennauer nach wie vor auf Rang zwei. Hayley Simmonds liegt vor der abschließenden Runde um Gotha mit 29 Sekunden auf Rang drei.

Die Schlussetappe führt den Tross der Lotto Thüringen Ladies Tour morgen aus dem Ostteil Thüringens ins Zentrum des Freistaates nach Gotha. Mit 75,8 km ist die Etappe zwar nicht lang, aber mit zwei Bergwertungen und drei Sprintwertungen nicht minder anspruchsvoll. Aufgrund der engen Abstände an der Spitze der Gesamtwertung ist wieder mit einem spannenden Rennverlauf auf der zweimal zu befahrenden Runde zu rechnen.

Wertungstrikots:
LOTTO THÜRINGEN Leader-Trikot Lisa Brennauer (CANYON/SRAM Racing)
WNT Sprint-Trikot Amy Pieters (Nationalteam Niederlande)
OPEL Berg-Trikot Taylor Wiles (UnitedHealthcare Pro Cycling)
Sparkasse Nachwuchs-Trikot Emma White (Nationalteam USA)
IKK classic-Trikot für die beste deutsche Fahrerin Romy Kasper (Nationalteam Deutschland)
Saalfelder Brauerei Aktiv-Trikot Leah Thomas (Nationalteam USA)
Gotha adelt – Amateur Trikot (wird nicht getragen) Elizabeth Banks (Team Storey Racing)

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