Bernsgrüner Schalmeienkapelle feiert Kirmes mit Wenderückblick- Musikernachwuchs mit „Die Gedanken sind frei“- Schalmeien bei Grenzöffnung in Mödlareuth dabei- Freiheit als wichtiges Gut bewahren

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Mit „Live is Life“ von der Band Opus und dem „Trompetenecho“ gab es am Samstagabend zur Kirmes im rappelvollen Kultursaal des Bürgerhauses „Zum Roß“ Bernsgrün durch die Schalmeienkapelle einen furiosen und stimmungsvollen Auftakt. Auch Bürgermeister Nils Hammerschmidt weilte als bekennender Schalmeienfan unter den zahlreichen Gästen aus nah und fern.
„Obwohl die Musiker die Veranstaltung nun zum fünften Mal in Folge durchführen, sind sie immer noch aufgeregt, genauso wie zum MdR Osterfeuer, wo sie vor 8.000 Leuten in Zeulenroda in diesem Jahr gespielt haben und dies auch im Fernsehen zu sehen war“, führt Matthias Dübler, musikalischer Leiter der Kapelle und souverän durchs Programm führender Moderator, aus. Für die Musiker sei es ein Highligth gewesen, mit Stars wie David Garrett, Christina Stürmer und Bonnie Tyler zusammen zu sein. Obwohl Kirmes gefeiert wurde, schwelgten alle noch mal in alten Gedanken an die Wendezeit, den Mauerfall, der das Leben der Menschen stark verändert hat. Erinnerungen wurden wach, als der Autostau schon von Bernsgrün aus in Richtung Schleiz auf die Autobahn in Richtung Westen begann. Dazu folgte passend gespielt „Der wilde, wilde Westen“ von Truck Stop.
„Auch für unsere Schalmeienkapelle war in der DDR alles anders. Das Streben nach dem perfekten Orchester war angesagt. Wir spielten mehr Marschmusik als andere Musik. Es war eine komplett andere Zeit. Als wir 1986 zu einem Leistungsvergleich mussten, bekamen wir fünf Tage zum Einstudieren des Titels „Freundschaft der Völker“ vom Arbeitgeber frei, mit dem Ergebnis, das die Kapelle das Prädikat der Oberstufe „sehr gut“ erreicht hat“, erinnert sich Dübler. Der Kampf um Freiheit als wichtiges Gut soll bewahrt werden. Der Musikernachwuchs hatte sich mit dem Vortrag „Die Gedanken sind frei“ darauf vorbereitet, wofür es viel Beifall gab. Die Schalmeienmusiker sind stolz, dass sie bei der feierlichen Eröffnung der Grenze im geteilten Dorf Mödlareuth musikalisch dabei sein konnten. „Eine Nachstellung der Grenzöffnung vor 30 Jahren wird es mit unserer Kapelle und der aus Töpen dort am 9. Dezember 2019 noch einmal geben“, so Matthias Dübler. Mit Liedern vor der Wende, vom Mauerfall, Trinkliedern, dem Kirmeswalzer und romantischen Liebesliedern im Halbdunkeln des Saales holten die Männer wieder alles aus ihren Schalmeien heraus. Wen wundert es, dass es beim Ausmarsch stehende Ovationen als Dank gab. Ein baldiges Wiedersehen mit der Kapelle wird es nach Dübler am zweiten Weihnachtsfeiertag in der Bernsgrüner Kirche geben.
Nach dem rund einstündigen Schalmeienprogramm schwangen alle danach ausgiebig das Tanzbein zur Musik der Oberland Bub`n.

Autor:

Gabriele Wetzel aus Zeulenroda-Triebes

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