Kaninchenzüchter suchen Nachwuchs / Interessantes Hobby mit Tradition

Joachim Kapp ist Vorsitzender des Kaninchenzüchtervereins T 196 Triebes, Zuchtrichter und Schulungsleiter der Thüringer Preisrichtervereinigung. Der erfolgreiche Züchter verfasste zahlreiche Fachbeiträge und zwei Bücher über die Kaninchenzucht.
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  • Joachim Kapp ist Vorsitzender des Kaninchenzüchtervereins T 196 Triebes, Zuchtrichter und Schulungsleiter der Thüringer Preisrichtervereinigung. Der erfolgreiche Züchter verfasste zahlreiche Fachbeiträge und zwei Bücher über die Kaninchenzucht.
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„Während die Kaninchenzucht vorwiegend von Menschen mittleren Alters
betrieben wird, findet unsere Jugend leider wenig Interesse daran“, bedauert Joachim Kapp. Was äußerst schade sei, denn „die Kaninchenzucht ist ein erhaltenswertes Kulturerbe, das Generationen verbindet“, ist der Vorsitzende des Kaninchenzüchtervereins T 196 Triebes überzeugt. Das weit verbreitete Haustier Kaninchen wurde erst relativ spät gezähmt. Die Namensherkunft
der Kaninchen ist umstritten, es wird aber allgemein angenommen, dass
es von Coniculus abstammt, was aus dem lateinischen für Tunnel steht. Abgeleitet wird der Name aus der Eigenschaft der Tiere, die Gänge ins
Erdreich graben und unterirdische Baue anlegen. Erstmals erwähnt wird
das Kaninchen von Polybios, er zitierte aus einem 360 vor Christus verfassten Spätwerk des griechischen Philosophen Platon über die Tierwelt von Korsika und auch über Unterschiede zwischen Kaninchen und Hasen und deren unterschiedliche Lebensweise.
Die Rassezucht, wie wir sie heute kennen, begann etwa ab 1800 in Frankreich.
In Deutschland begann man mit der Kaninchenzucht erst nach dem Deutsch-
Französischen Krieg 1870/71. Deutsche Soldaten lernten in Frankreich die modernere Kaninchenhaltung in typischen Kaninchenställen kennen, die eine bessere Haltung, aber auch die Fortpflanzung ermöglichte. Zu dieser Zeit
wurden Kaninchen noch freilaufend in Großviehställen gehalten, wo sie sich vom herabfallenden Futter der Rinder und Ziegen ernährten.
Der erste Kaninchenverein in Deutschland wurde 1880 in Chemnitz gegründet. Die erste Kaninchenausstellung fand bereits 1881 in Chemnitz statt, jedoch noch ohne Bewertung. Im Jahr 1885 wurde die erste Kaninchenbewertung
durch den Zuchtrichter Julius Lohr durchgeführt. Durch ständige Neugründung
von Vereinen wurden diese mit Buchstaben und Zahlen versehen, um eine Übersicht zu bekommen, wo überall Vereine sind. Dies hat sich bis heute erhalten.
Im heutigen Landkreis Greiz beispielsweise gibt es im Kreisverband Elsterperle Vereine, die vor über 100 Jahren gegründet wurden. Später bildeten sich weitere Vereine, die zum Teil heute noch bestehen. Andere mussten mangels Mitgliedern aufgelöst werden. Im Kreisverband Elsterperle existieren noch elf Vereine mit 142 Mitgliedern, davon über ein Dutzend Frauen. „Leider sind nur noch sieben Kinder und Jugendliche im Kreisverband registriert“, weist Joachim Kapp auf das akute Nachwuchsproblem hin.
Deshalb möchte er die „Werbetrommel“ für die Kaninchenzüchtervereine
rühren und neugierig auf das schöne Hobby machen. So wird er künftig im Allgemeinen Anzeiger in loser Folge Interessantes über die Kaninchenzucht berichten und die verschiedenen Rasen vorstellen. Außerdem lädt Joachim Kapp ein: „Besuchen Sie doch unverbindlich eine Mitgliederversammlung der
Rassekaninchenzüchter in ihrem Ort oder im Nachbarort. Sie werden vieles über die Haltung erfahren, wobei die Geselligkeit auch nicht zu kurz kommt!“

Autor:

Gerd Zeuner aus Zeulenroda-Triebes

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